Sicher Leben Produktsicherheitsaussendung: Aufblastiere sind Spielzeug, aber keine Schwimmhilfen

Wien (OTS) - Zum Wochenende wieder Unfälle durch schlechte Schwimmhilfen erwartet 35 Grad im Schatten sagen die Wetterfrösche für dieses Wochenende voraus. Viele der rund 2,8 Millionen Österreicher, die sich zu den Schwimmern zählen, werden daher wieder Abkühlung im Wasser suchen. Gerade für Kinder ist Baden, Schwimmen und Pritscheln ein besonderer Spaß.

Ertrinken Todesursache Nr. 1 bei Kleinkindern

Bei Kindern unter 4 Jahren ist Ertrinken die häufigste Unfallart mit Todesfolge (rd. 10 Tote jährlich). Zu den meisten Unfällen durch Ertrinken kommt es bei Stürze in Biotope oder beim Baden, wenn die Kleinen nur wenige Minuten beaufsichtigt sind. Bei Badeunfällen unterschätzen Eltern meist die Beweglichkeit ihrer Kleinen oder vertrauen auf ungeeignete Schwimmhilfen wie aufblasbare Plastiktiere oder Luftmatratzen.

Aufblastiere sind Spielzeug, keine Schwimmhilfe

Aufblastiere entzücken die Kinderherzen. Sie passen zusammengelegt in jede Badetasche, können aber groß aufgeblasen werden. Sie sind bunt und nicht teuer und sogar die liebsten Kino- und TV-Figuren gibt es für das Spiel im Wasser. Den Eltern verschaffen die Plastiktiere einige Augenblicke Ruhe, da sich die Kinder damit allein beschäftigen. Größe und Schwimmfähigkeit der aufblasbaren Wasserungeheuer täuschen aber: Diese Spielzeuge eignen sich gut zum Tollen im Wasser, bieten aber keinen ausreichenden Halt für Nichtschwimmer. Die Oberflächen der Spielzeuge sind im Wasser rutschig, etwaige Griffe oder Schlaufen helfen einem Kind nicht, sich mühelos über der Wasseroberfläche zu halten.

Vorsicht vor sogenannten Babyschwimmhilfen

Babyschwimmhilfen sehen wie kleine Boote, Autos oder Inseln aus. Die Kleinen werden dabei in einen schwimmenden Kindersitz gesetzt, die Füße reichen durch Öffnungen der Sitze in das Wasser. Kippen diese aufblasbaren Sitze, können sich Kinder nicht mehr befreien, da ihre Beine in den engen Öffnungen stecken und Kopf und Rumpf so unter dem Wasser bleiben. Diese Babyschwimmhilfen sind im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes eigentlich "Gefährliche Produkte" und müßten verboten werden.

Kisser: Schwimmflügerl und Aufsicht schützen die Kleinen

"Aufblasbare Schwimmtiere sind keine Schwimmhilfen, sondern Spielzeug. Wir empfehlen Schwimmflügerl. Sie nehmen den Kindern die Angst und helfen beim Schwimmenlernen. Sie sind aber keine persönliche Schutzausrüstung, auch Kinder mit Flügerl müssen daher beaufsichtigt werden", rät Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

Baderegeln für Eltern kleiner Kinder

Nur Oberarmschwimmflügerl sind als Schwimmhilfen für Kinder geeignet. Schwimmreifen oder Plastiktiere sind nur zusätzliches Spielzeug. Auch Kinder mit Schwimmhilfen immer beaufsichtigen.

Die Schwimmflügerln müssen am Oberarm nahe der Schultern aufgeblasen werden, um den Kopf den Kindes gut über dem Wasserspiegel zu halten.

Solange das Kind nicht sicher schwimmen kann, dürfen Schwimmtiere, Schwimmreifen nur in Kombination mit Schwimmflügerl unter Aufsicht verwendet werden.

Einkauftipps für Schwimmhilfen Schwimmhilfen mit Sicherheitsventilen verhindern das Ausgehen der Luft bei unbeabsichtigten Öffenen der Ventile.

Flügerl, die mit einem Gummiband hinter dem Rücken des Kindes verbunden werden, können sich nicht lösen.

Schwimmhilfen mit mehreren getrennt aufblasbaren Kammern sind sicherer, da sie besseren Schutz bei Undichtheiten bieten.

Eltern haben manchmal Angst, durch zu stark aufgeblasene Schwimmflügeln das Blut ihres Kindes abzusperren. Diese Gefahr besteht nicht, wenn die für das jeweilige Kindesalter vorgesehenen Schwimmhilfen verwendet werden.

Für optimalen Sitz zuerst eine Kammer aufblasen, dann dem Kind an den Oberarm geben und die zweite Kammer aufblasen.

44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zu Unfällen mit Schwimmhilfen basiert auf Daten des Unfallerhebungssystemes für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS. Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprechen in vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit verletzt haben. EHLASS ist ein System, um Unfallzusammenhänge zu untersuchen und damit Informationen zur laufenden Verbesserung von Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur Verfügung.

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