- 16.08.2000, 13:53:50
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Sicher Leben Produktsicherheitsaussendung: Aufblastiere sind Spielzeug, aber keine Schwimmhilfen
Wien (OTS) - Zum Wochenende wieder Unfälle durch schlechte
Schwimmhilfen erwartet 35 Grad im Schatten sagen die Wetterfrösche
für dieses Wochenende voraus. Viele der rund 2,8 Millionen
Österreicher, die sich zu den Schwimmern zählen, werden daher wieder
Abkühlung im Wasser suchen. Gerade für Kinder ist Baden, Schwimmen
und Pritscheln ein besonderer Spaß.
Ertrinken Todesursache Nr. 1 bei Kleinkindern
Bei Kindern unter 4 Jahren ist Ertrinken die häufigste Unfallart mit
Todesfolge (rd. 10 Tote jährlich). Zu den meisten Unfällen durch
Ertrinken kommt es bei Stürze in Biotope oder beim Baden, wenn die
Kleinen nur wenige Minuten beaufsichtigt sind. Bei Badeunfällen
unterschätzen Eltern meist die Beweglichkeit ihrer Kleinen oder
vertrauen auf ungeeignete Schwimmhilfen wie aufblasbare Plastiktiere
oder Luftmatratzen.
Aufblastiere sind Spielzeug, keine Schwimmhilfe
Aufblastiere entzücken die Kinderherzen. Sie passen zusammengelegt
in jede Badetasche, können aber groß aufgeblasen werden. Sie sind
bunt und nicht teuer und sogar die liebsten Kino- und TV-Figuren gibt
es für das Spiel im Wasser. Den Eltern verschaffen die Plastiktiere
einige Augenblicke Ruhe, da sich die Kinder damit allein
beschäftigen. Größe und Schwimmfähigkeit der aufblasbaren
Wasserungeheuer täuschen aber: Diese Spielzeuge eignen sich gut zum
Tollen im Wasser, bieten aber keinen ausreichenden Halt für
Nichtschwimmer. Die Oberflächen der Spielzeuge sind im Wasser
rutschig, etwaige Griffe oder Schlaufen helfen einem Kind nicht,
sich mühelos über der Wasseroberfläche zu halten.
Vorsicht vor sogenannten Babyschwimmhilfen
Babyschwimmhilfen sehen wie kleine Boote, Autos oder Inseln aus.
Die Kleinen werden dabei in einen schwimmenden Kindersitz gesetzt,
die Füße reichen durch Öffnungen der Sitze in das Wasser. Kippen
diese aufblasbaren Sitze, können sich Kinder nicht mehr befreien, da
ihre Beine in den engen Öffnungen stecken und Kopf und Rumpf so unter
dem Wasser bleiben. Diese Babyschwimmhilfen sind im Sinne des
Produktsicherheitsgesetzes eigentlich "Gefährliche Produkte" und
müßten verboten werden.
Kisser: Schwimmflügerl und Aufsicht schützen die Kleinen
"Aufblasbare Schwimmtiere sind keine Schwimmhilfen, sondern
Spielzeug. Wir empfehlen Schwimmflügerl. Sie nehmen den Kindern die
Angst und helfen beim Schwimmenlernen. Sie sind aber keine
persönliche Schutzausrüstung, auch Kinder mit Flügerl müssen daher
beaufsichtigt werden", rät Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes
"Sicher Leben".
Baderegeln für Eltern kleiner Kinder
Nur Oberarmschwimmflügerl sind als Schwimmhilfen für Kinder
geeignet. Schwimmreifen oder Plastiktiere sind nur zusätzliches
Spielzeug. Auch Kinder mit Schwimmhilfen immer beaufsichtigen.
Die Schwimmflügerln müssen am Oberarm nahe der Schultern
aufgeblasen werden, um den Kopf den Kindes gut über dem Wasserspiegel
zu halten.
Solange das Kind nicht sicher schwimmen kann, dürfen Schwimmtiere,
Schwimmreifen nur in Kombination mit Schwimmflügerl unter Aufsicht
verwendet werden.
Einkauftipps für Schwimmhilfen Schwimmhilfen mit
Sicherheitsventilen verhindern das Ausgehen der Luft bei
unbeabsichtigten Öffenen der Ventile.
Flügerl, die mit einem Gummiband hinter dem Rücken des Kindes
verbunden werden, können sich nicht lösen.
Schwimmhilfen mit mehreren getrennt aufblasbaren Kammern sind
sicherer, da sie besseren Schutz bei Undichtheiten bieten.
Eltern haben manchmal Angst, durch zu stark aufgeblasene
Schwimmflügeln das Blut ihres Kindes abzusperren. Diese Gefahr
besteht nicht, wenn die für das jeweilige Kindesalter vorgesehenen
Schwimmhilfen verwendet werden.
Für optimalen Sitz zuerst eine Kammer aufblasen, dann dem Kind an
den Oberarm geben und die zweite Kammer aufblasen.
44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit
Die Auswertung zu Unfällen mit Schwimmhilfen basiert auf Daten des
Unfallerhebungssystemes für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS.
Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprechen in
vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär
behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in
der Freizeit verletzt haben. EHLASS ist ein System, um
Unfallzusammenhänge zu untersuchen und damit Informationen zur
laufenden Verbesserung von Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund
44.000 Interviews zur Verfügung.
Rückfragehinweis: Institut "Sicher Leben"
Mag. Thomas Lettner
Tel. 01-71770 DW 158
[email protected]
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