- 16.08.2000, 12:55:21
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- OTS0161
- Marboe: Rabenhof bleibt administrativ bei der "Josefstadt"
- Vermietung an Kabarettgruppen und Bühnen - "Josefstadt"-Sanierung ohne Entlassungen - Deutliches zu drohendem Schlingensief-Wahlkampf Vorausmeldung zu NEWS 33/00 vom 17. 8.2000
Wien (OTS) - Das Rabenhof-Theater, bis vor kurzem Drittspielstätte
der sanierungsbedürftigen "Josefstadt", verbleibt dort bis auf
weiteres. Das sagt Wiens Kulturstadtrat Peter Marboe in einem
Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins
NEWS. Marboe: "Das Bronner-Konzept, das ich sehr befürwortet hätte,
wurde leider gezielt torpediert. Also kann der Rabenhof vorerst
administrativ bei der 'Josefstadt' verbleiben. Die soll ihn
vermieten: an Kabarettisten, freie Gruppen oder andere Bühnen, die
einen Spielort brauchen."
Marboe weiter: Die soeben beschlossene "Josefstadt"-Sanierung
werde, entgegen anderslautenden Vermutungen, ohne Entlassungen
durchführbar sein. "Das ist durch die natürliche Nichtnachbesetzung
zu machen." Das Sanierungskonzept solle integraler Bestandteil eines
Vertrags ab 2002 sein, über den man mit Direktor Helmuth Lohner im
September sprechen werde.
Deutlich wird Marboe in NEWS zu einem drohenden
Schlingensief-Wahlkampf. Hypothek für die ÖVP sei er keine, im
Gegenteil: "Der Wähler honoriert es, wenn man sich zu Standpunkten
bekennt, ohne sich einschüchtern zu lassen. Ein Radauwahlkampf der
FPÖ gegen mich wäre ein ungeheuerlicher Bumerang. Die ganze
Schlingensief-Sache ist ja zum freiheitlichen Debakel geworden, wie
auch die sinkenden Umfragezahlen beweisen."
Und zu medialen Angriffen: "Die Medien sollten sich als vierte
Macht im Staat verstehen, nicht als erste. Sie nehmen ihre Funktion
im Staat nur dann verantwortungsbewusst wahr, wenn sie sich als
Kontrollorgan verstehen und nicht selber Politik machen wollen."
Marboe zur Zukunft der rot-schwarzen Koalition: "Wir müssen
gestärkt aus der Wahl hervorgehen, um die Zusammenarbeit
fortzusetzen. Wenn das nicht möglich ist, ist die nächstliegende
Option die Opposition."
Ein rot-grünes Bündnis, so Marboe, wäre "kein Glück für diese
Stadt". "Wenn man in der obersten Liga der Weltkulturstädte spielt,
sollte man sich aus der Mitte definieren und die Extreme zur Rechten
oder zur Linken in der Opposition belassen."
Rückfragehinweis: Sekretariat NEWS-Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12103
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