- Marboe: Rabenhof bleibt administrativ bei der "Josefstadt"

- Vermietung an Kabarettgruppen und Bühnen - "Josefstadt"-Sanierung ohne Entlassungen - Deutliches zu drohendem Schlingensief-Wahlkampf Vorausmeldung zu NEWS 33/00 vom 17. 8.2000

Wien (OTS) - Das Rabenhof-Theater, bis vor kurzem Drittspielstätte der sanierungsbedürftigen "Josefstadt", verbleibt dort bis auf weiteres. Das sagt Wiens Kulturstadtrat Peter Marboe in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Wochenmagazins NEWS. Marboe: "Das Bronner-Konzept, das ich sehr befürwortet hätte, wurde leider gezielt torpediert. Also kann der Rabenhof vorerst administrativ bei der 'Josefstadt' verbleiben. Die soll ihn vermieten: an Kabarettisten, freie Gruppen oder andere Bühnen, die einen Spielort brauchen."

Marboe weiter: Die soeben beschlossene "Josefstadt"-Sanierung werde, entgegen anderslautenden Vermutungen, ohne Entlassungen durchführbar sein. "Das ist durch die natürliche Nichtnachbesetzung zu machen." Das Sanierungskonzept solle integraler Bestandteil eines Vertrags ab 2002 sein, über den man mit Direktor Helmuth Lohner im September sprechen werde.

Deutlich wird Marboe in NEWS zu einem drohenden Schlingensief-Wahlkampf. Hypothek für die ÖVP sei er keine, im Gegenteil: "Der Wähler honoriert es, wenn man sich zu Standpunkten bekennt, ohne sich einschüchtern zu lassen. Ein Radauwahlkampf der FPÖ gegen mich wäre ein ungeheuerlicher Bumerang. Die ganze Schlingensief-Sache ist ja zum freiheitlichen Debakel geworden, wie auch die sinkenden Umfragezahlen beweisen."

Und zu medialen Angriffen: "Die Medien sollten sich als vierte Macht im Staat verstehen, nicht als erste. Sie nehmen ihre Funktion im Staat nur dann verantwortungsbewusst wahr, wenn sie sich als Kontrollorgan verstehen und nicht selber Politik machen wollen."

Marboe zur Zukunft der rot-schwarzen Koalition: "Wir müssen gestärkt aus der Wahl hervorgehen, um die Zusammenarbeit fortzusetzen. Wenn das nicht möglich ist, ist die nächstliegende Option die Opposition."

Ein rot-grünes Bündnis, so Marboe, wäre "kein Glück für diese Stadt". "Wenn man in der obersten Liga der Weltkulturstädte spielt, sollte man sich aus der Mitte definieren und die Extreme zur Rechten oder zur Linken in der Opposition belassen."

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