• 16.08.2000, 11:50:29
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  • OTS0140

Industrie bleibt der nachhaltigen Entwicklung auf der Spur

Projektgruppe in der Wirtschaftskammer arbeitet an zukunftsfähigen Konzepten

Wien(PWK690) Eine Projektgruppe in der Bundessektion Industrie der
Wirtschaftskammer Österreich arbeitet intensiv an einer Strategie zur
nachhaltigen Entwicklung, dem "Sustainable Development". Vor dem
Hintergrund des stetig wachsenden Bedarfs an Verbesserungen im
Bereich der Umweltverantwortung und der sozialen Kompetenz, setzt
sich die Industrie mit ihrer Rolle als einer der "Key-Players" im
Prozess der nachhaltigen Entwicklung auseinander. "Die Industrie
nimmt schon längst keine defensive Haltung mehr zum Umweltschutz ein,
sondern stellt sich den Herausforderungen, die mit der
Informationsgesellschaft, den globalen Märkten und dem
zukunftsgerechten Wandel von Produktions- und Verbrauchsmustern
verbundenen sind", berichtet Oliver Dworak, Umweltreferent der
Bundessektion Industrie.

Viele Unternehmen hätten erkannt, dass der aus den steigenden
Anforderungen des Umweltschutzes resultierende Wettbewerbsdruck neue
Impulse für Innovationen und Produktivitätssteigerungen geben kann
und suchen bewusst den Dialog mit allen "Stakeholdern". Der Einsatz
von umfassenden Managementsystemen, die Entwicklung
umweltfreundlicher Produkte und Produktionsprozesse, die Verringerung
der Materialintensitäten und die Wiederverwertung von Reststoffen und
Abfällen seien wichtige Elemente einer nachhaltigen industriellen
Entwicklung. Verbraucherwünsche und Konsumgewohnheiten beeinflussen
aber maßgeblich die Entstehung neuer Technologien, sodass ein klares
Bekenntnis aller Akteure zum Prinzip der geteilten Verantwortung
wünschenswert wäre.

Wertvolle Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung laufen bereits auf
OECD- und EU-Ebene, und auch in Österreich gewinnt das Thema und die
Auseinandersetzung mit Zukunftsszenarien angesichts der globalen
Perspektiven immer größere Bedeutung. Wirtschaftlich erfolgreiches
Unternehmertum, kombiniert mit Umweltverantwortung und sozialer
Kompetenz, verleiht der Innovation neue Impulse, verbessert die
Wettbewerbsfähigkeit und trägt zur langfristigen Sicherung von
Arbeitsplätzen bei.

Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit österreichischer
Unternehmen auf den internationalen Märkten ist es erforderlich, für
eine ausgewogene Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und
sozialen Anliegen einzutreten. "Um die Unternehmen nicht unnötig zu
belasten, brauchen wir Regelungen, die vorsehbar, transparent und
evaluierbar sind. Umweltvorschriften der 'alten Generation' sind
einer nachhaltigen Entwicklung nicht immer förderlich. Oft stehen die
Kosten für den Unternehmer in keinem vernünftigen Verhältnis zum
erreichbaren ökologischen Nutzen", so Dworak. Bestehende Regelungen,
aber auch Förderungen und steuerliche Instrumentarien müssten daher
auf die Erfordernisse nachhaltiger Entwicklung überprüft werden. Dazu
sei es unerlässlich, die Industrie nicht länger als bloßen Empfänger
gesetzlicher Regulative zu betrachten, sondern sie stärker als bisher
in die Formulierung von Vorschriften mit einzubeziehen. "Dazu
brauchen wir eine neue Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Staat.
Dabei könnte die Forcierung des Prinzips unternehmerischer
Eigenverantwortung sowohl den Unternehmen als auch den Behörden
wieder mehr Luft zum Atmen verschaffen", schloss Dworak. (MH)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

Bundessektion Industrie
Tel: 01-50105-3423

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