- 04.08.2000, 12:31:16
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"Jugendliche werden zu wenig ernst genommen
SP-Kritik gegen Zivildienst und Bundes-Jugendpolitik
St.Pölten (NLK) - Die Jugendpolitik der Bundesregierung stößt auf
heftige Kritik der Sozialistischen Jugend Niederösterreichs sowie
auch der SP-Parlamentsfraktion des Nationalrates. So kritisierte der
SJ-Landesvorsitzender Andreas Kollross beispielsweise die Reduktion
der Bezüge der Zivildiener auf 3.648 Schilling monatlich. Jene, die
Zivildienst leisten wollen, würden dadurch in massive Schwierigkeiten
gebracht, die fehlende Möglichkeit eines Aufschubes beeinträchtige
stark die Lebensplanung. Die SJ NÖ fordert zunächst, dass in
Niederösterreich analog zu Wien das Sozialhilfegesetz auch bei den
Zivildienern zur Anwendung komme, wodurch ein zusätzlicher Betrag von
2.000 Schilling ausbezahlt werden könnte. Auf Dauer wird eine
Verkürzung des Zivildienstes von 12 auf 8 Monate vorgeschlagen und
eine Wiedereinführung der Aufschubmöglichkeit, was übrigens aus für
die Präsenzdienst Gültigkeit haben müsse.
Ein früheres Wahlalter auf allen Ebenen fordert die Kinder- und
Jugendsprecherin der Sozialdemokraten im Parlament, Abgeordnete zum
Nationalrat Gabriele Heinisch-Hosek. Es sei zweckmäßig, das Fach
"Politische Bildung" schon ab dem 10. Lebensjahr einzuführen, die
Parteien sollten ihre Programme in der Folge auch für Jugendliche
verständlich präsentieren. Jetzt solle endlich der Beschluss des NÖ
Landtages bezüglich Absenkung des Wahlalters in die Tat umgesetzt
werden. Auch um die Versorgung der NÖ Gemeinden mit Jugendzentren
sorgt sich die Junge SP. Diese sollten aber nicht nur
Freizeitbeschäftigungen anbieten, sondern auch Beratung in allen
Lebenslagen. Der Bewerb "Jugendfreudlichste Gemeinde" sollte in
Hinkunft auch unter Mitwirkung von Jugendlichen in den Jurien
durchgeführt werden. Für alle Gemeinden wird die Installierung eines
bezahlten Jugendanwalts gefordert. Die Finanzierung von Jugendzentren
in jeder Bezirkshauptstadt sollte von Stadt, Land und Bund zu je
einem Drittel erfolgen. Für die Mädchen sollte mehr getan werden, um
das Selbstbewusstsein zu stärken und sie für neue
Kommunikationstechnologien fit zu machen.
In der Schulpolitik wendet sich Heinisch-Hosek gegen
"konservatives Prestigedenken". Gefordert werden gleiche
Bildungschancen in einer gemeinsamen Mittelschule bei späterer
Spezialisierung. Diese Form bewirke eine gezielte Förderung
unterschiedlicher Begabung, der Fähigkeiten, Bedürfnisse und
Interessen, gewährleiste aber auch Integration und Betreuung
behinderter und benachteiligter Kinder.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/200-2174
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