• 04.08.2000, 10:42:45
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  • OTS0089

Wirtschaftsfaktor Solarenergie in Österreich

Solare Wärmeenergieerzeugung stark im Kommen - Internationale Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Kollektoren

Wien(PWK668) Auf einen schönen Erfolg kann Österreich beim Einsatz
von Solarwärme mittels thermischer Kollektoren verweisen: Über zwei
Millionen Quadratmeter auf Österreichs Dächern zeugen von einer
Technologie, die den Kinderschuhen bereits entwachsen ist. Etwa 2000
direkt Beschäftigte und etwa 100.000 Tonnen jährlich eingespartes
Heizöl sind das wirtschaftliche und umwelttechnische Ergebnis.

Besonders im Neubau ist die Installation einer Solaranlage heute
bereits Standard. Eine Vielzahl von Solaranlagen werden in Österreich
angeboten, als Komplett-Solaranlage oder in Kollektor-Bausatz-Weise.

Davon werden rund 40 Prozent für Schwimmbaderwärmung und 60 Prozent
für Warmwasserbereitung, bzw. in jüngerer Zeit auch vermehrt zur
"teilsolaren Raumheizung" (Einbindung in das Raumwärmesystem in den
Übergangsmonaten) eingesetzt. Doch nicht nur im Bereich der
Einfamilienhäuser finden Sonnenkollektoren Anwendung, auch im
Mehrgeschoßbau sind einige Projekte mit Kollektorflächen bis zu
einigen tausend Quadratmetern schon verwirklicht.

Laut der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie (AEE) liegt eine
Stärke der österreichischen Anbieter von Flachkollektoren im
günstigen Preis-Leistungsverhältnis zu ihren Schweizer und deutschen
Konkurrenten. Flachkollektoren haben am österreichischen Markt einen
Anteil von etwa 70 Prozent. Im Vergleich der durchschnittlichen
Preise von Flachkollektoren aus österreichischer Produktion von 485
DM/m² stehen Preise von 609 DM/m² (Schweiz) und 660 DM/m²
(Deutschland) gegenüber. Demgegenüber sind die Leistungsindikatoren
im Vergleich zur Konkurrenz schwächer, d.h. die Wärmeerträge der
Kollektoren sind laut AEE um ca. 4 bis 7% geringer. Hier liegt die
Schwäche und gleichzeitig die Herausforderung für die etwa 35 Klein-
und Mittelbetriebe Österreichs.

Mit der sogenannten Hybridtechnik werden Sonnenkollektoren mit
anderen erneuerbaren Energieträgern wie Photovoltaik und Biomasse
kombiniert, um Synergieeffekte der verschiedenen Technologien optimal
zu nutzen.

Photovoltaik (PV) ist eine der faszinierenden neuen
Energietechnologien: Ohne mechanisch bewegte Teile wird die
Strahlungsenergie der Sonne direkt in elektrischen Strom umgewandelt.
PV-Anlagen können an nahezu jedem Ort platziert und ohne Geräusch und
ohne Schadstoff-Emissionen oder andere Beeinträchtigungen genutzt
werden. Das Potential, das aufgrund möglicher Wirkungsgrad-
Steigerungen und Kostenreduktionen bei Massenproduktion vorausgesagt
wird, lässt dieser Technologie einen bedeutenden Anteil an einem
zukünftigen Stromversorgungssystem zukommen, erklärt dazu Ing. Bernd
Rumplmayr vom Bundesverband Photovoltaik (BVP). Bei einer groben
Schätzung, dass 50 Prozent aller Häuser Österreichs eine geeignete
Südfläche bzw. Fassade für die Montage von PV-Modulen besitzen und
100 kWh Jahresernte pro m2 Modulfläche erzielt werden, liege das
jährliche Potential bei etwa 5.000 GWh. Bei entscheidenden
Wirkungsgradsteigerungen der PV-Technik kann ein entsprechend höheres
theoretisches Potential erreicht werden. Das Marktwachstum hat
inzwischen, so Rumplmayr, zweistellige Zuwachsraten erreicht.

Für die dynamische Marktdurchdringung der Solartechnologien ist die
öffentlichkeitswirksame Verbreitung von Marktinformationen und
technologischen Entwicklungen an wichtige Zielgruppen, wie Verbände
aus dem Bau- und Energiebereich, Installateure, Fachschulen oder
öffentliche Meinungsbildner von entscheidender Bedeutung. In einer
von "arsenal research" zu erstellenden Studie soll der
Wirtschaftsfaktor und seine wachsende Bedeutung für mittelständische
Betriebe dargestellt werden. In geeigneten Info-Veranstaltungen wird
in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftkammer Österreich die
Marktpräsenz der Sonnenenergie forciert. (hp)

Rückfragehinweis: Dr. Günter Mock

Wirtschaftskammer Österreich
Arbeitsgemeinschaft Umweltenergie
Tel: 50105-3416

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