- 31.07.2000, 12:36:03
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ÖGB Driemer: Regierung gefährdet Zukunft der Jugend
GBH warnt: Die neuesten Vorstöße die Regierungsparteien in der Bildungspolitik führen zu einem neuen Klassensystem
Wien (GBH/ÖGB): Der Bundesvorsitzende der GBH und ÖGB
Vizepräsident, Johann Driemer, warnt vor einer Zerschlagung des
österreichischen Bildungswesens. "Dramatische Verschlechterungen für
Lehrlinge, die Einführung einer Vorlehre, statt einer Vollausbildung
und jetzt auch noch die Forderung nach Aufnahmeprüfungen für
allgemein Bildende und berufsbildende höhere Schulen sowie für
Universitäten sind Angriffe auf die Chancengleichheit unserer
Jugend", betont Driemer.++++
"Noch immer gibt es in unserem Bildungssystem zahlreiche
Hürden, die eine Durchlässigkeit und einen Umstieg von einem
Bildungsweg auf einen anderen erschweren", erklärt Driemer. Dennoch
wurden in den letzten Jahrzehnten wesentliche Schritte in Richtung
mehr Chancengleichheit der Jugend umgesetzt. "Jetzt soll nach dem
Willen der blauschwarzen Regierungsmehrheit offensichtlich das Rad
der Zeit zurückgedreht werden und der Klassenkampf von oben nach
unten wieder eingeführt werden", kritisiert Driemer die jüngsten
Vorstöße der Regierungsparteien.
Driemer: "Es ist unmenschlich schon bei Kindern mit
Aufnahmeprüfungen Chancen zu nehmen und so sozial Schwache vom Zugang
zu unserem Bildungssystem auszuschließen." Verschärft wird die
Situation nach Meinung Driemers durch die Forderung nach Einführung
von Studiengebühren. Gleichzeitig sollen dramatische
Verschlechterungen, wie die Verkürzung der Behaltefrist und die
Erleichterung der Kündigung durch Unternehmer das Leben für Lehrlinge
schwer gemacht werden. "Besonders problematisch wird die Situation
für jene Jugendliche, die in Zukunft in einer Vorlehre als
Billigarbeitskräfte verwendet werden, ohne eine fundierte Ausbildung
zu erhalten", ist Driemer von der blauschwarzen Regierung enttäuscht.
Die Antworten auf die neuen Herausforderungen unserer Zeit sind
nach Meinung der GBH einerseits eine Bildungsoffensive zur
Qualifizierung der Jugend, für mehr Durchlässigkeit der
Ausbildungsschienen und für mehr Chancen der Jugend. Zum anderen eine
Qualifizierungsoffensive, für jene ArbeitnehmerInnen, die sich
bereits im Arbeitsprozess befinden und dort wo es notwendig ist,
ausreichend Umschulungsangebote.
Driemer abschließend: "Ich mache mir Sorgen um die Jugend, wenn
diese Bundesregierung nicht endlich von ihrem Weg der Zerschlagung
des österreichischen Bildungswesens abrückt. Wir brauchen eine
Bildungspolitik, die nicht Hürden aufbaut, sondern der Jugend Chancen
eröffnet. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner
Bildung ist dabei eine wesentliche Voraussetzung."(bfm)
ÖGB, 31. Juli 2000 Nr. 649
Rückfragehinweis:
Gewerkschaft Bau-Holz
Büro des Bundesvorsitzenden
Dr. Stefan Mann
Telefon (01) 40 147/296 DW
E-Mail: [email protected]
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