Sallmutter kritisiert geplante Auflösung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen

Kritische Forschung im Agrarbereich soll mundtot gemacht werden

Wien (GPA/ÖGB). ”Es ist bezeichnend, dass die Bundesregierung ein Forschungsinstitut auflösen will, das sich wiederholt kritisch mit der Verteilungsgerechtigkeit von Fördergeldern im Agrarbereich auseinander gesetzt hat”, kommentierte GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter die geplante Schließung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen. ”Im Agrarbereich ist eine Diskussion über soziale Treffsicherheit von Transfers offenbar nicht erwünscht”.++++

”Bergbauern gehören sicher nicht zu den sozial privilegierten Bevölkerungsgruppen in Österreich. Viele sind zur Existenzsicherung auf eine Nebenbeschäftigung in der Privatwirtschaft angewiesen”, erläutert Sallmutter. Es sei daher wichtig, dass es eine Forschungseinrichtung gebe, die sich mit den spezifischen wirtschaftlichen und sozialen Problemen bergbäuerlicher Betriebe auseinander setze.

Die Bundesanstalt für Bergbauernfragen mit ihren 13 Angestellten habe diese Aufgabe bisher erfolgreich erfüllt. Eine Zusammenlegung des kleinen, effizient geführten und international anerkannten Forschungsinstitutes mit der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft bringe keinerlei Einsparungseffekte und sei auch deshalb absurd, weil es an einem Pilotprojekt zur Verwaltungsreform ”Budgetflexibilisierung” des Finanzministeriums teilnehme, das erst Ende 2003 abgeschlossen wird.

”Hier werden wieder einmal budgetäre Gründe vorgeschoben, um eine kritische Institution mundtot zu machen”, schloss Sallmutter. (bfm)

ÖGB, 27. Juli 2000
Nr. 645

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