- 21.07.2000, 10:58:15
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AK warnt vor Telefon-Gewinnspiel
Wien (AK) - Die Wiener AK warnt vor einem Telefon-Gewinnspiel der
Firma IVH/EVD: Außer Spesen nichts gewesen, so das ernüchternde
Resümee der AK-Konsumentenschützer. 21.000 Schilling und mehr kann
der Anrufer, der eine Infodienst-Nummer wählen muss, angeblich
gewinnen. Und zwar dann, wenn sein Geburtsdatum mit der
sechsstelligen Zahl übereinstimmt, die bereits in Anwesenheit eines
Notars ausgelost wurde. Nur bis der Konsument sein Geburtsdatum sagen
darf, vergehen einige Minuten und die Telefonrechnung steigt. Denn
der "Gewinner" muss knapp 30 Schilling pro Minute für den Anruf
bezahlen. Die AK-Konsumentenschützer raten bei Infodienst-Nummern zur
äußerster Vorsicht. Da nach Ansicht der AK diese Vorgangsweise
sittenwidrig ist, wird eine Klage nach dem Gesetz gegen den
unlauteren Wettbewerb (UWG) geprüft. ****
"Gewinn Sie jetzt bares Geld", lautet ein Inserat der Firma IVH/EVD
AG in einer Tageszeitung. Angeblich kann der Konsument 21.000
Schilling und mehr gewinnen, wenn er sein Geburtsdatum nennt und
diese Ziffern mit der sechsstelligen Zahl übereinstimmen, die bereits
in Anwesenheit eines Notars ausgelost wurde. Das Telefongewinnspiel
wird über eine Infodienst-Nummer (0900) abgewickelt. Der stolze Preis
beträgt 29,80 Schilling pro Minute.
"Heiße Ohren"
Bis der Anrufer sein Geburtsdatum sagen darf, vergeht einige Zeit:
Zuerst erfährt der Konsument welch schönes Gefühl es ist als
Mitarbeiterin der Firma IVH so viele Menschen glücklich zu machen.
Nach Anweisungen, um die Funktionsweise des eigenen Telefons zu
testen, kommen noch jede Menge Fragen, die nichts mit dem Gewinnspiel
zu tun haben, aber dennoch mit ja oder nein beantwortet werden
müssen. Inzwischen sind etwa drei Minuten vergangen. Die Spannung
steigt - aber, um Irrtümer zu vermeiden, wird die Anleitung zur
Angabe des Geburtsdatums drei Mal wiederholt. Und dann für alle, die
es noch immer nicht verstanden haben, ein praktisches Beispiel. Nach
nochmaliger eingehender Prüfung der Ziffern, erfährt der Anrufer,
dass er doch nicht zu den Gewinnern zählt. Dafür ermunternde Worte,
dass auch morgen ein neuer Tag ist und der Konsument sein Glück
neuerlich versuchen kann.
Nach etwa sieben Minuten Gesprächsdauer ist auch die Telefonrechung
um 210 Schilling höher, so die AK-Konsumentenschützer. Wer aber noch
immer nicht genug hat, kann sich zwischen einer Warenpräsentation und
dem Superquiz entscheiden.
Es ist auch möglich eine Postkarte einzuschicken, um am Gewinnspiel
teilzunehmen. Das steht kleingedruckt und ist für die Konsumenten,
die sofort über ihre Gewinnchance Bescheid wissen möchten, keine
gleichwertige Alternative, sagen die AK-Konsumentenschützer.
Kritik
Die AK-Konsumentenschützer üben scharfe Kritik: "Erst nach
ausholenden Ausführungen kommt der Anrufer zum Gewinnpsiel. Darüber
hinaus wird der Konsument nicht vorab über die Gesamtkosten
informiert."
Die AK-Konsumentenschützer finden diese Vorgangsweise sittenwidrig
und lassen derzeit eine Klage nach dem Gesetz gegen den unlauteren
Wettbewerb prüfen.
Tipp der AK-Konsumentenschützer
+ Vorsicht bei Infodienst-Nummern, denn einen Gewinner gibt es sicher
und dass ist das Unternehmen.
Rückfragehinweis: AK Wien Presse Doris Strecker
Tel.: (01) 501 65-2677
email: [email protected]
http://www.akwien.at
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