AK warnt: Nepp mit Amulett im Web

Kein Schutz gegen elektromagnetische Felder und Stress - Konsumenten wird bloß das Geld aus der Tasche gezogen

Wien (AK) - Die Wiener AK-Konsumentenschützer warnen vor einem im Web angebotenen Amulett: Der Anhänger hält nicht, was er verspricht -er unterstützt weder das Immunsystem noch bietet er Schutz gegen negative elektromagnetische Strahlen. Eine Beurteilung durch die Uni-Klinik für physikalische Medizin und Rehabilitation im Auftrag der AK bestätigt: Der Anhänger kann keine elektromagnetischen Wirkungen auf den Menschen übertragen oder vor solchen schützen. Der vergoldete Schaltkreis ist funktionslos. Es konnte weder eine elektrische Aktivität des Gerätes noch eine notwendige elektrische Energiequelle festgestellt werden. Außerdem fehlt die CE-Kennzeichnung, die bei Medizinprodukten vorgeschrieben ist. Die AK-Konsumentenschützer raten zur Vorsicht beim Kauf angeblicher Wunderprodukte, die im Internet beworben und vertrieben werden. ****

Immer häufiger werden Schmähprodukte über das Internet beworben und zum Kauf angeboten. Die AK-Konsumentenschützer warnen nun vor einem Amulett mit dem Namen Q-Link, das im Internet angeboten und vertrieben wird. Ein angeblich in jahrelanger intensiver Forschungsarbeit von einem Wissenschaftlerteam entwickeltes System aus Resonanzzelle und Sender soll die individuellen Frequenzen des Energiefeldes des Amulettträger reflektieren, konzentrieren und wieder auf ihn zurückstrahlen. Dadurch soll das körpereigene Energiesystem stimuliert und das Immunsystem durch elektromagnetische Strahlen unterstützt werden. In der Produktbeschreibung wird auch behauptet, dass dadurch weniger Kopfweh, weniger Stress, reduzierte Ermüdungserscheinungen und eine stabilere Psyche ermöglicht wird. Der Preis für diesen angeblichen Wunderanhänger beträgt knapp 2.300 Schilling.

Die AK-Konsumentenschützer wollten wissen, ob das teure Amulett diesen angeblichen Wirkungsmechanismus überhaupt entfalten kann. Sie ließen es eine technische Beurteilung durch einen Mitarbeiter des Universitätsklinik für physikalische Medizin und Rehabilitation klären. Bei dieser Untersuchung wurde eine Sichtkontrolle, eine elektromagnetische Aktivitätsmessung, Leitfähigkeitsmessung und einer Röntgenanalyse durchgeführt.

Attrappe - keine Wirkung
Die Untersuchung zeigt, dass das Gerät als Attrappe zu bewerten ist. Die Ergebnisse:
+ Das Gerät kann technisch keine elektromagnetischen Wirkungen für den Menschen übertragen oder vor solchen schützen. Die angegebene Technologie ist in der Schaltung nicht umgesetzt.
+ Die grafisch angeordneten Leiterbahnen in der Mitte des Amulettes, das den Resonanzkörper darstellen könnte, ist ohne elektrisch leitende Verbindung zu anderen Bauteilen und kann daher nicht als Antenne wirken.
+ Der vergoldete Schaltkreis ist funktionslos, da er ebenfalls mit keinem weiteren Bauteil verbunden ist. Notwendig wäre ein Verstärkerbauteil, den es nicht gibt.
+ Die Kupferspule ist zwar in der Bauweise und im Material richtig beschrieben, weist aber keine leitende Verbindung zu den übrigen Bauteilen auf.
+ Es konnte weder einen elektrische Aktivität des Gerätes noch eine notwendige elektrische Energiequelle festgestellt werden.
+ Das Gerät hat keine CE-Kennzeichnung, die nach dem Medizinproduktengesetz vorgeschrieben ist.

Umstrittene Technik
Diese im Web beschriebene Technik (Symathetic Resonant Technology -SRT) des Amuletts ist auch als Resonanztherapie bekannt und arbeitet mit elektromagnetischen Feldern auf der Körperoberfläche. Diese Therapieformen sind zwar wissenschaftlich umstritten, können jedoch nicht als grundsätzlich wirkungslos betrachtet werden. Es müssen allerdings die technischen Voraussetzungen, wie Empfangsantenne, aktiver Schaltkreis zur Verstärkung sowie eine Sendeantenne zur Rückführung der elektromagnetischen Signale in den Körper vorhanden sein und die einzelnen Teile einen geschlossenen Signalkreis darstellen.

Tipp der AK-Konsumentenschützer
Lassen Sie die Finger von solchen unseriösen Schmähprodukten, die eine schützende Wirkung versprechen.

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