L-Carnitin: die "Wunderpille" als Herzmittel?

Wien (OTS) - L-Carnitin hat in erster Linie als "Wundermittel" von sich Reden gemacht. Doch möglicherweise hat diese Substanz mehr Berechtigung zur Behandlung von Herzkrankheiten als bisher vermutet. Zumindest geht dies aus einer Studie bei Patienten mit Herzinsuffizienz hervor.

_ Hintergrund

Carnitin ist eine natürlich vorkommende Substanz, die hauptsächlich von der Leber gebildet wird. Besonders hohe Konzentrationen von Carnitin findet man in Geweben mit einem intensiven Fettsäure-Stoffwechsel, so auch im Herzmuskel. Fettsäuren stellen für das Herz eine wichtige Energiequelle dar. Liegt ein Sauerstoffmangel vor, wird die Verwertung der Fettsäuren gehemmt und in weiterer Folge sinkt die Kontraktionskraft des Herzmuskels. Die Zufuhr von L-Carnitin ist in diesem Zusammenhang deshalb von therapeutischem Interesse, weil die Energieverwertung wieder hergestellt wird und der Herzmuskel sein Kraft zurückgewinnt. Daher wurde L-Carnitin nun von einer türkischen Forschungsgruppe bei Patienten mit Herzmuskelschwäche untersucht.

An der vorliegenden Studie haben 51 Patienten mit einer Herzmuskelschwäche teilgenommen, die entweder mit L-Carnitin oder Placebo behandelt wurden. Alle Patienten war auf die übliche Basistherapie mit ACE-Hemmern, Diuretika und Digitalis eingestellt. Die primäre Zielsetzung der Studie bestand darin, die Auswirkungen auf die Herzleistung und die antioxidative Wirkung, also den Schutz gegen Sauerstoffradikale, zu untersuchen.

Ergebnisse

Nach einmonatiger Behandlung war in der L-Carnitin-Gruppe ein signifikanter Anstieg der Auswurfleistung des Herzens von 37,8% auf 42,3% nachzuweisen. In der Placebogruppe war ebenfalls eine deutliche Zunahme festzustellen, allerdings in einem viel geringerem Ausmaß (2,3%) als unter der Gabe von L-Carnitin (4,5%). Zur antioxidativen Schutzwirkung ist anzumerken, dass in der Placebogruppe keine relevante Veränderung nachzuweisen war, während die Therapie mit L-Carnitin zu einer deutlichen Verbesserung führte. Bei Patienten mit Herzmuskelschwäche könnte dies deshalb von Bedeutung sein, weil sie infolge des geschädigten Herzens einem erhöhten oxidativen Stress ausgesetzt sind.

Fazit

L-Carnitin hat bei Patienten mit Herzmuskelschwäche eine objektivierbare Wirkung. Die Herzleistung nimmt zu, die Belastung mit Sauerstoffradikalen nimmt ab. Inwieweit diese Erkenntnisse für die klinische Praoxis von Bedeutung sind, muss allerdings in größeren Studien überprüft werden.

Bericht Dr. Oskar Pichelmayer
Quelle A. Gürlek et al. European Journal of Heart Failure 2000;
2: 189-193

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