- 12.07.2000, 14:34:19
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Neue Strukturen für die Österreich Werbung
Schenner: "Grobstrukturen in kürzester Zeit, dann neuerliche Ausschreibung des Geschäftsführerpostens"
Wien(PWK) Klarere Strukturen als bisher möchte der neue Obmann der
Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann
Schenner, der Österreich Werbung (ÖW) verpassen. Eine Einigung
darüber soll in kürzester Zeit, am besten noch im Juli, gefunden
werden. Unmittelbar im Anschluss daran soll der Posten des
Geschäftsführers neuerlich ausgeschrieben werden.
Grundsätzlich soll die ÖW weiterhin ein Verein bleiben, die
operativen Bereiche können allerdings ausgegliedert werden. Das
Festhalten an der Vereinskonstruktion begründet Schenner mit der
Tatsache, dass die ÖW von ihrer Idee her ein Nonprofit-Unternehmen
ist: "Die ÖW gibt soviel aus, wie ihr die Eigentümer zur Verfügung
stellen. Diese Summe fließt ja bekanntlich auf Umwegen wieder voll in
die Kassen der Republik und der Steuerzahler zurück. Von jedem
positiven Österreichauftritt profitiert ja nicht nur der Tourismus,
sondern auch die Industrie ganz wesentlich. Als Kapitalgesellschaft
würde die ÖW jedoch dem Zwang unterliegen, Geld für ihre Eigentümer
verdienen zu müssen. Dies kann nicht ihre Aufgabe sein".
Aufgabe der Österreich Werbung, so betont Schenner, sei es nach wie
vor, ein positives Bild von Österreich und seinen touristischen
Angeboten in der nationalen und internationalen Öffentlichkeit zu
zeichnen. Die ihr treuhänderisch zur Verfügung gestellten Mittel
sollen dabei sparsam, d.h. effizient, für Werbung und Lobbying für
Österreich und seine Betriebe eingesetzt werden. Gerade deshalb sei
es sinnvoll, gewisse operative Bereiche in GesmbHs auszugliedern.
Auch könnte man bei einer Um- bzw. Neugründung der ÖW die Rolle der
Delegierten, etwa nach dem Vorbild anderer Vereinskonstruktionen,
aufwerten. "Wir werden jedenfalls in den nächsten Tagen ganz
intensive Diskussionen darüber führen".
Die Offenheit seiner Organisation für die verschiedensten
Reformvorschläge unterstrich auch der stellvertretende
WKÖ-Generalsekretär Dr. Egon Winkler. Die Idee einer Zusammenlegung
von Aussenhandelsstellen der Wirtschaftskammer mit jenen der ÖW werde
ebenso zu diskutieren sein wie eine mögliche Änderung des Kreises der
ÖW-Beitragszahler. Den Statuten zufolge wird das ÖW-Budget von 583
Millionen Schilling zu 60 Prozent vom Bund und zu je zwanzig Prozent
von den Ländern und der Wirtschaftskammer aufgebracht. Derzeit haben
allerdings drei Bundesländer (Kärnten, Steiermark und zuletzt das
Burgenland) ihren Austritt bzw. die Einstellung der Beitragszahlungen
angekündigt. Denkbar sei deshalb, so Winkler, dass nach einer
ÖW-Neugründung Wirtschaftsministerium und Wirtschafskammer in Zukunft
allein die Österreich Werbung führen und die Bundesländer die
Möglichkeit haben, von ihnen gewünschte Dienstleistungen zuzukaufen.
(hp)
Rückfragehinweis: Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft
Sektionsobmann Johann Schenner
Hotel Agathawirt
Tel: 06135/8341
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