Bier hat Zukunft.

Bierausstoß-Rückgang gestoppt.

Wien (OTS) - Der Inlandsbierausstoß der österreichischen Brauereien ist im ersten Halbjahr 2000 um 3,1 Prozent gestiegen. -Der neue Obmann des Verbandes der Brauereien KR Sulzberger fordert Korrektur der Bierbesteuerung und den Abbau der falschen Images des Bieres als Dick- und Müdemacher.

"Was die Bilanz des Geschäftsjahres 1999 erahnen ließ, wird durch die neuesten Daten des ersten Halbjahres 2000 aus den österreichischen Brauereien zur Gewissheit: Der Trend des rückläufigen inländischen Bierausstoßes konnte nicht nur gestoppt, sondern umgekehrt werden.", so KR Johann Sulzberger, seit Juni neuer Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs.

Am Ende des Vorjahres konnte der Verband erstmals seit Jahren berichten, dass die Talsohle beim Bierabsatz durchschritten wurde und es wieder, wenn auch gemächlich, aufwärts geht. So konnte das Jahr 1999 mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent beim Gesamtausstoß abgeschlossen werden. Dieses Plus ergab sich aus einem Plus von 2,4 Prozent beim Export und einem Plus von 0,3 Prozent im Inland. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg seit 1991 erstmals wieder an, und zwar um einen Liter und betrug 109 Liter. Interessant dabei ist, dass die Österreicher wieder verstärkt zu den "klassischen" Biersorten zurückkehrten. Lager-/Märzenbiere verzeichneten einen Zuwachs um 3,4 Prozent, während die Leichtbiere um 17,1 Prozent und die Schankbiere um 4,0 Prozent verloren haben. Mehr Lust dagegen verspürten im Jahr 1999 die heimischen Biergenießer auch auf Weizenbier (+3,2 Prozent) und auf den Radler (+6,2 Prozent).

Der positive Trend setzte sich auch im ersten Halbjahr 2000 fort:
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 1999 stieg der Inlandsbierausstoß um 3,1 Prozent auf 4,2 Mio hl an. Der Ausstoß von alkoholfreiem Bier für den inländischen Markt war um 2 % rückläufig. Die Exporte stiegen um 4,3 Prozent auf über 300.000 hl an, wobei die Steigerung um 55 % bei den alkoholfreien Bier besonders ins Auge sticht.

Beim Inlandsbierausstoß nach Sorten zeigt sich bei Leichtbieren weiterhin eine rückläufige Tendenz, überdurchschnittlich zulegen konnten hingegen Lager-/Märzenbiere (+ 4 %), aber auch Weizen- und Bockbiere stiegen überdurchschnittlich.

Neben der Präsentation der aktuellen Wirtschaftsdaten skizzierte der neue Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs, Johann Sulzberger, seine Pläne für die Zukunft des Bieres. Die Schaffung optimaler wirtschaftlicher, politischer wie auch gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für das österreichische Bier ist zentrales Anliegen Sulzbergers.

"Wir haben zwar Verständnis für die Budgetlage der Nation, aber es besteht trotzdem dringender Handlungsbedarf, will man nicht Braustandorte und Arbeitsplätze riskieren.", so Sulzberger hinsichtlich der derzeitigen Situation der Bierbesteuerung in Österreich. Im Jahr 1999 erzielten die österreichischen Brauereien einen Umsatz von mehr als 12 Milliarden Schilling und erbrachten eine Steuerleistung von fast 3 Milliarden Schilling. Die Steuern auf Bier insgesamt erbrachten 9 Milliarden Schilling. Der Schluck, den der Fiskus heute bei jedem Glas Bier mittrinkt, ist unverhältnismäßig groß. Es ist daher eine Korrektur der österreichischen Steuergesetzgebung für das Bier unumgänglich, denn die derzeitige Situation stellt eine massive Verzerrung des Wettbewerbes gegenüber den Konkurrenten auf dem Biermarkt aus dem Ausland, insbesondere gegenüber den deutschen Nachbarn dar. Aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung ergibt sich in Österreich gegenüber Deutschland ein um durchschnittlich 23 Prozent höherer Flaschenbierpeis, ein Preisunterschied der spätestens bei der Einführung des EURO für jedermann offensichtlich werden würde. Für viele grenznahe Brauereien ergäbe sich spätestens zu diesem Zeitpunkt bei Aufrechterhaltung der Steuerunterschiede eine akute Existenzbedrohung.

Die Erhaltung der Innovationsfreudigkeit der österreichischen Braumeister und damit der weitere Ausbau der österreichischen Biervielfalt ist ein weiteres Anliegen Sulzbergers. Er verweist auf eine Reihe von Produktinnovationen, die den Markt zusätzlich bereichern und den Wünschen der Konsumenten Rechnung tragen. Innovativ ist auch die Vielfalt an verschiedenen konsumentenfreundlichen Verpackungen. "Es ist den Brauern in diesem Bereich wichtig, dass neue, nachfragegerechte Verpackungen für Bier nicht dirigistisch verhindert werden," so der neue Obmann.

Falsche Meinungen über das Bier in der Gesellschaft zu korrigieren, stellt ein weiteres wichtiges Anliegen für Sulzberger dar. Das Vorurteil, dass Bier ein Dick- und Müdemacher sein soll, muss ausgeräumt werden. Bier ist ein Lebens- und Genussmittel, das in Maßen genossen die Gesundheit fördert. Gemäß ihrem Motto "Maß halten, Bier trinken" bekennen sich die Brauer zum verantwortungsbewussten Biergenuss. Denn nur der mündige Bürger, der sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist, kann genießen, was zum Genuss bestimmt ist - österreichisches Bier.

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