• 12.07.2000, 10:50:05
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  • OTS0087

Jahrmann: Sitzung über Abschaffung der Flugrettung im Innenministerium

Innenminister Strasser betreibt mit Regierungskollegen Demontage des Gesundheitswesens

St. Pölten, (SPI) - Die von der blauschwarzen Bundesregierung
scheibchenweise betriebene Demontage des Gesundheitswesens geht
offensichtlich zügig voran. Nach dem massiven
Gesundheits-Belastungspaket, von dem selbst Kinder nicht ausgenommen
sind, soll nun die staatliche Flugrettung, für den raschen und damit
meist auch lebensrettenden Patiententransport zwischen Unfallort und
Krankenhäusern bzw. zwischen den Krankenhäusern selbst unverzichtbar,
abgeschafft werden. Morgen Donnerstag, 7. Juli, 10.00 Uhr, findet im
Innenministerium eine Sitzung statt. Tagesordnung: Die Abschaffung
der staatlichen Flugrettung", empört sich SP-LAbg. Josef Jahrmann
über das Vorhaben von Minister Strasser.****

"Als wichtiges notfallmedizinisches und rettungstechnisches
Instrument wird die Flugrettung von allen ÖsterreicherInnen
akzeptiert und angenommen. Die Flugrettung als lebensrettende
Einrichtung für die Basis der Notfallsversorgung ist unersetzbar und
notwendig. Aus den Ankündigungen des Bundesministers für Inneres ist
klar erkennbar, dass eine Privatisierung der Flugrettung geplant ist,
was letztlich zu einer Leistungsredukution und zu einer massiven
Verteuerung für die Patienten führen wird. Selbstbehalte, falls
Patienten die Flugrettung brauchen, sind daher wohl nur mehr eine
Frage der Zeit. Wie es mit der Verantwortung aussieht, wenn ein
‚privater Betreiber‘ keinen Hubschrauber stellen kann oder will,
bleibt ebenso dahingestellt. Will Strasser und die Bundesregierung
diese lebensrettende Einrichtung tatsächlich aushöhlen", so Jahrmann
weiter.

Es ist bekannt, dass jeder flächendeckende, qualitativ hochwertige
Rettungsdienst hohe Vorhalte- und Bereitschaftskosten verursacht und
somit kostenintensiv und kaum kostendeckend ist. Eine Privatisierung
birgt daher die Gefahr, dass das Anbieten einer qualitativ
hochwertigen Rettungsleistung auf Grund betriebswirtschaftlicher
Interessen zur Einführung von Selbstbehalten für Rettungseinsätze
führt. Daher kann es passieren, dass Menschen in dringenden
Unglücksfällen auf Grund finanzieller Bedenken, die Flugrettung nicht
in Anspruch nehmen werden und dadurch die oft lebensrettende
Erstversorgung zu spät vorgenommen wird. In Fällen wo Menschen ohne
ihre Zustimmung (z.B. auf Grund einer Bewusstlosigkeit) geflogen
werden, kann das zu schwerwiegenden finanziellen Belastungen führen.
Im Bereich der Gesundheit, im Bereich der Rettung von Menschen darf
nicht der Profit im Vordergrund stehen, sondern die Hilfe für die
Menschen. "Die qualitativ hochwertige und flächendeckende Flugrettung
muss erhalten bleiben - und zwar ohne zusätzliche Kosten für die
Patienten, für die eine funktionierende Flugrettung lebensrettend
sein kann", so Jahrmann abschließend.
(Schluss) fa

Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ

Tel: 02742/200/2794

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