Lehrberuf Einzelhandelskaufmann grundlegend reformiert

Tiefgreifende Neuordnung des Lehrberufes Einzelhandelskaufmann ab 1. Juli - Modell mit Schwerpunkten eingeführt

Wien (PWK601) - Am 1. Juli 2000 ist die Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über eine grundlegende Neuordnung des Lehrberufes Einzelhandelskaufmann in Kraft getreten. Als neues Konzept wird das Modell eines Lehrberufes mit Schwerpunkten eingeführt. Diese Schwerpunkte ermöglichen eine fachliche Differenzierung, um den Bedürfnissen verschiedener Branchen noch besser gerecht zu werden.

In einem ersten Schritt werden folgende Schwerpunkte eingerichtet:
Allgemeiner Einzelhandel; Fleischfachhandel; Lebensmittelhandel; Textilhandel; Einrichtungsberatung; Baustoffhandel.

Der Schwerpunkt "Allgemeiner Einzelhandel" ist für jene Branchen gedacht, für die kein eigener fachlicher Schwerpunkt eingerichtet ist. Für all jene Branchen, in denen ein fachlicher Schwerpunkt noch nicht besteht, jedoch ein spezifischer Ausbildungsbedarf festgestellt wird, sollen noch neue Schwerpunkte geschaffen werden. Das neue Berufsbild trägt auch der Tatsache Rechnung, dass der Schriftverkehr und die Buchhaltung von den Ausbildungsbetrieben häufig ausgelagert werden. Hingegen wird die Ausbildung in der Warenkunde und im Verkauf, den tatsächlichen Anforderungen entsprechend, intensiviert. Die Lehrzeit beträgt unverändert 3 Jahre.

Das Unterrichtsministerium erlässt einen neuen Rahmenlehrplan, der eine völlige Neugestaltung des Fachunterrichtes zum Inhalt hat. Auch die Lehrabschlussprüfung wird neu geregelt: Der Gegenstand "Geschäftsfall" wird vom praktischen in den theoretischen Teil der Prüfung verlegt. Dafür gibt es einen neuen Gegenstand im Rahmen der praktischen Prüfung: "Projektarbeit"

Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel: "Der Lehrberuf "Einzelhandelskaufmann" ist der mit Abstand häufigste Lehrberuf in Österreich. Per 31.12.1999 bildeten 7.271 Lehrbetriebe insgesamt 13.330 Lehrlinge aus. Zuletzt stagnierten die Lehrlingszahlen im Handel. Mit dem neuen, modernen Berufsbild, verbunden mit einigen Verbesserungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, ist zu hoffen, dass dieser wichtige Lehrberuf sowohl für die Ausbildungsbetriebe als auch für die jungen Menschen wieder attraktiver wird."

Lemler lobt außerdem die Verbesserungen für die Lehrlingsausbildung durch das nun im Parlament beschlossene Berufsausbildungsgesetz. Die Verlängerung der Probezeit auf drei Monate und die Verkürzung der Behaltezeit nach der Lehre von vier auf drei Monate würden sicher dazu beitragen, die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu erhöhen. (RH)

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