- 12.07.2000, 08:57:26
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- OTS0043
Lehrberuf Einzelhandelskaufmann grundlegend reformiert
Tiefgreifende Neuordnung des Lehrberufes Einzelhandelskaufmann ab 1. Juli - Modell mit Schwerpunkten eingeführt
Wien (PWK601) - Am 1. Juli 2000 ist die Verordnung des
Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über eine grundlegende
Neuordnung des Lehrberufes Einzelhandelskaufmann in Kraft getreten.
Als neues Konzept wird das Modell eines Lehrberufes mit Schwerpunkten
eingeführt. Diese Schwerpunkte ermöglichen eine fachliche
Differenzierung, um den Bedürfnissen verschiedener Branchen noch
besser gerecht zu werden.
In einem ersten Schritt werden folgende Schwerpunkte eingerichtet:
Allgemeiner Einzelhandel; Fleischfachhandel; Lebensmittelhandel;
Textilhandel; Einrichtungsberatung; Baustoffhandel.
Der Schwerpunkt "Allgemeiner Einzelhandel" ist für jene Branchen
gedacht, für die kein eigener fachlicher Schwerpunkt eingerichtet
ist. Für all jene Branchen, in denen ein fachlicher Schwerpunkt noch
nicht besteht, jedoch ein spezifischer Ausbildungsbedarf festgestellt
wird, sollen noch neue Schwerpunkte geschaffen werden. Das neue
Berufsbild trägt auch der Tatsache Rechnung, dass der Schriftverkehr
und die Buchhaltung von den Ausbildungsbetrieben häufig ausgelagert
werden. Hingegen wird die Ausbildung in der Warenkunde und im
Verkauf, den tatsächlichen Anforderungen entsprechend, intensiviert.
Die Lehrzeit beträgt unverändert 3 Jahre.
Das Unterrichtsministerium erlässt einen neuen Rahmenlehrplan, der
eine völlige Neugestaltung des Fachunterrichtes zum Inhalt hat. Auch
die Lehrabschlussprüfung wird neu geregelt: Der Gegenstand
"Geschäftsfall" wird vom praktischen in den theoretischen Teil der
Prüfung verlegt. Dafür gibt es einen neuen Gegenstand im Rahmen der
praktischen Prüfung: "Projektarbeit"
Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel: "Der Lehrberuf
"Einzelhandelskaufmann" ist der mit Abstand häufigste Lehrberuf in
Österreich. Per 31.12.1999 bildeten 7.271 Lehrbetriebe insgesamt
13.330 Lehrlinge aus. Zuletzt stagnierten die Lehrlingszahlen im
Handel. Mit dem neuen, modernen Berufsbild, verbunden mit einigen
Verbesserungen der rechtlichen Rahmenbedingungen, ist zu hoffen, dass
dieser wichtige Lehrberuf sowohl für die Ausbildungsbetriebe als auch
für die jungen Menschen wieder attraktiver wird."
Lemler lobt außerdem die Verbesserungen für die Lehrlingsausbildung
durch das nun im Parlament beschlossene Berufsausbildungsgesetz. Die
Verlängerung der Probezeit auf drei Monate und die Verkürzung der
Behaltezeit nach der Lehre von vier auf drei Monate würden sicher
dazu beitragen, die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe zu erhöhen.
(RH)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Bundessektion Handel
Dr. Rolf Gleissner
Tel. 50105/DW 3721
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