• 06.07.2000, 10:40:15
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  • OTS0117

Greenpeace: Temelin-Probebetrieb droht ab Ende August

Kettenreaktion muss unter allen Umständen aufgehalten werden!

Wien/Prag (OTS) - Die Beladung mit Brennstäben im Risikoreaktor
Temelin wurde unmittelbar nach der Erteilung der Genehmigung gestern
Abend aufgenommen. Der Vorgang wird etwa 10 Tage dauern. In den
darauffolgenden vier Wochen wird die Beladung getestet. Schon Ende
August kann mit der Genehmigung zum Probebetrieb durch die
tschechische Atomaufsichtsbehörde SUJB gerechnet werden. "Diese Zeit
ist eine letzte Frist, alle diplomatischen Anstrengungen zu
unternehmen, um die Kettenreaktion im Reaktor zu verhindern", sagte
Greenpeace-Atomexpertin Glenna Oberladstätter.

Nach Ablauf von etwa sechs Wochen nach Beginn der Beladung muss
die SUJB zur Aktivierung des AKW die Genehmigung erteilen. Die
internationale Atomenergiebehörde IAEO wird die Testresultate
kontrollieren. "Das österreichische Mitglied in der zuständigen IAEO-
Kommission muss sich dafür einsetzen, dass der Risikoreaktor nicht in
Betrieb geht", sagte Oberladstätter und fordert die Regierung auf,
aktiv zu werden.

Die Beladung geschieht in krassem Widerspruch zu allen von
Greenpeace aufgedeckten Sicherheitsdefiziten, die wiederum nur die
Spitze des Eisbergs sein könnten, weil die Prüfungsberichte vor der
Öffentlichkeit geheim gehalten werden. Da bereits die Beladung des
AKW überhastet erfolgte, muss man bereits Ende August mit einem
Beginn des Probebetriebs rechnen, und schon im Frühjahr 2001 mit dem
möglichen Vollbetrieb.

"Es ist fünf Minuten vor zwölf um dieses unsinnige AKW-Projekt zu
verhindern", warnte Oberladstätter. Im Fall eines Unfalls wären nicht
nur die tschechischen Bürger sondern auch ganz Österreich betroffen.
"Die Aktivierung des AKW Temelin muss unter allen Umständen
verhindert werden, denn dieses Projekt ist sicherheitstechnisch
extrem riskant, wirtschaftlich unsinnig und zudem ist der Strom aus
Temelin energiewirtschaftlich unnotwendig", schloss Oberladstätter.

Rückfragehinweis: Dr. Glenna Oberladstätter, Atomreferentin,
Greenpeace Österreich
Tel.: (01) 5454580-56 oder 0699-19433122
MMag. Franko Petri
Pressesprecher Greenpeace Österreich
Tel.: (01) 5454580-29 oder 0676-5147246

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