Greenpeace: Temelin-Probebetrieb droht ab Ende August

Kettenreaktion muss unter allen Umständen aufgehalten werden!

Wien/Prag (OTS) - Die Beladung mit Brennstäben im Risikoreaktor Temelin wurde unmittelbar nach der Erteilung der Genehmigung gestern Abend aufgenommen. Der Vorgang wird etwa 10 Tage dauern. In den darauffolgenden vier Wochen wird die Beladung getestet. Schon Ende August kann mit der Genehmigung zum Probebetrieb durch die tschechische Atomaufsichtsbehörde SUJB gerechnet werden. "Diese Zeit ist eine letzte Frist, alle diplomatischen Anstrengungen zu unternehmen, um die Kettenreaktion im Reaktor zu verhindern", sagte Greenpeace-Atomexpertin Glenna Oberladstätter.

Nach Ablauf von etwa sechs Wochen nach Beginn der Beladung muss die SUJB zur Aktivierung des AKW die Genehmigung erteilen. Die internationale Atomenergiebehörde IAEO wird die Testresultate kontrollieren. "Das österreichische Mitglied in der zuständigen IAEO-Kommission muss sich dafür einsetzen, dass der Risikoreaktor nicht in Betrieb geht", sagte Oberladstätter und fordert die Regierung auf, aktiv zu werden.

Die Beladung geschieht in krassem Widerspruch zu allen von Greenpeace aufgedeckten Sicherheitsdefiziten, die wiederum nur die Spitze des Eisbergs sein könnten, weil die Prüfungsberichte vor der Öffentlichkeit geheim gehalten werden. Da bereits die Beladung des AKW überhastet erfolgte, muss man bereits Ende August mit einem Beginn des Probebetriebs rechnen, und schon im Frühjahr 2001 mit dem möglichen Vollbetrieb.

"Es ist fünf Minuten vor zwölf um dieses unsinnige AKW-Projekt zu verhindern", warnte Oberladstätter. Im Fall eines Unfalls wären nicht nur die tschechischen Bürger sondern auch ganz Österreich betroffen. "Die Aktivierung des AKW Temelin muss unter allen Umständen verhindert werden, denn dieses Projekt ist sicherheitstechnisch extrem riskant, wirtschaftlich unsinnig und zudem ist der Strom aus Temelin energiewirtschaftlich unnotwendig", schloss Oberladstätter.

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