Knotzer: Grassers Kürzungspläne bedeuten "Lahmlegung" des öffentlichen Wohnbaus

Striktes Nein zu Plänen, Wohnbaumittel um 62 Prozent zu kürzen

St. Pölten, (SPI) - "Zu den Plänen von Finanzminister Grasser, die Wohnbauförderungsmittel für die Länder um 62 Prozent oder 15 Milliarden Schilling zu kürzen, kann es nur ein striktes ‚Nein‘ geben. Grassers Kürzungspläne würden eine "Lahmlegung" des öffentlichen Wohnbaus in NÖ bedeuten", kommentiert Niederösterreichs Wohnbaulandesrat Fritz Knotzer die Pläne des Finanzministers. "Diese Maßnahme wäre für NÖ eine Katastrophe, nachdem der Wohnbaubedarf in unserem Land ungebrochen hoch ist. Im vergangen Jahr sind in Niederösterreich in Summe rund 21.000 Wohneinheiten gefördert worden. Auch für das Jahr 2000 ist ein enormer Bedarf am Wohnbausektor zu erwarten. In den ersten 6 Monaten sind bereits mehr als 10.000 Wohneinheiten zur Förderung durch die öffentliche Hand vorgemerkt. Unter diesen Aspekten, ist diese äußerst gravierende Kürzung mit einer völligen Einstellung der Wohnbauförderung gleichbedeutend. Niederösterreich lehnt deshalb diesen "Kürzungswahnsinn" strikt ab. In den anderen Bundesländern ist die Situation nicht viel anders. Daher müssen die Länder Einigkeit und Stärke in den laufenden Finanzausgleichsverhandlungen beweisen, damit der Fortbestand des sozialen Wohnbaus gesichert werden kann", so Knotzer über die Sparpläne Grassers.****

"Abgesehen davon, dass vor allem im Sanierungsbereich ein ungeheurer Nachholbedarf besteht, gilt es im Wohnbau weitere Akzente zu setzen. Wohnen an sich muss grundsätzlich billiger werden und in Zukunft ist noch besser auf die Bedürfnisse der Wohnungsnutzer einzugehen. In diesem Zusammenhang ist im Besonderen auf die Bereitstellung von günstigem Wohnraum für die Jugend und Jungfamilien zu achten. Eine entsprechende Initiative, die sich "Junges Wohnen" nennt, ist von mir bereits ins Leben gerufen worden. Viele Gemeinden haben ihr Interesse bekundet, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Eine vernünftige Wohnbaupolitik ist nicht nur aus sozialpolitischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich. Eine Zerstörung des über Jahre gewachsenen erfolgreichen Systems der Wohnbauförderung hätte somit sowohl auf das soziale Gefüge der Gesellschaft, als auch auf die Wirtschaft und in weiterer Folge auf die Arbeitslosigkeit fürchterliche Auswirkungen. Wohnen würde teurer werden - und die Gewinne würden die privaten Immobilienmogule einfahren. Will Grasser auch eine Umverteilung im Wohnbaubereich - es sieht ganz danach aus. Ich erwarte mir jedenfalls auch von meinen Regierungskollegen auf Seiten der ÖVP ein massives Eintreten gegen die Grasser-Kürzungspläne bei der Wohnbauförderung", so Landesrat Knotzer.
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