- 06.07.2000, 09:55:48
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Knotzer: Grassers Kürzungspläne bedeuten "Lahmlegung" des öffentlichen Wohnbaus
Striktes Nein zu Plänen, Wohnbaumittel um 62 Prozent zu kürzen
St. Pölten, (SPI) - "Zu den Plänen von Finanzminister Grasser, die
Wohnbauförderungsmittel für die Länder um 62 Prozent oder 15
Milliarden Schilling zu kürzen, kann es nur ein striktes ‚Nein‘
geben. Grassers Kürzungspläne würden eine "Lahmlegung" des
öffentlichen Wohnbaus in NÖ bedeuten", kommentiert Niederösterreichs
Wohnbaulandesrat Fritz Knotzer die Pläne des Finanzministers. "Diese
Maßnahme wäre für NÖ eine Katastrophe, nachdem der Wohnbaubedarf in
unserem Land ungebrochen hoch ist. Im vergangen Jahr sind in
Niederösterreich in Summe rund 21.000 Wohneinheiten gefördert worden.
Auch für das Jahr 2000 ist ein enormer Bedarf am Wohnbausektor zu
erwarten. In den ersten 6 Monaten sind bereits mehr als 10.000
Wohneinheiten zur Förderung durch die öffentliche Hand vorgemerkt.
Unter diesen Aspekten, ist diese äußerst gravierende Kürzung mit
einer völligen Einstellung der Wohnbauförderung gleichbedeutend.
Niederösterreich lehnt deshalb diesen "Kürzungswahnsinn" strikt ab.
In den anderen Bundesländern ist die Situation nicht viel anders.
Daher müssen die Länder Einigkeit und Stärke in den laufenden
Finanzausgleichsverhandlungen beweisen, damit der Fortbestand des
sozialen Wohnbaus gesichert werden kann", so Knotzer über die
Sparpläne Grassers.****
"Abgesehen davon, dass vor allem im Sanierungsbereich ein ungeheurer
Nachholbedarf besteht, gilt es im Wohnbau weitere Akzente zu setzen.
Wohnen an sich muss grundsätzlich billiger werden und in Zukunft ist
noch besser auf die Bedürfnisse der Wohnungsnutzer einzugehen. In
diesem Zusammenhang ist im Besonderen auf die Bereitstellung von
günstigem Wohnraum für die Jugend und Jungfamilien zu achten. Eine
entsprechende Initiative, die sich "Junges Wohnen" nennt, ist von mir
bereits ins Leben gerufen worden. Viele Gemeinden haben ihr Interesse
bekundet, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Eine vernünftige
Wohnbaupolitik ist nicht nur aus sozialpolitischen, sondern auch aus
wirtschaftlichen Gründen erforderlich. Eine Zerstörung des über Jahre
gewachsenen erfolgreichen Systems der Wohnbauförderung hätte somit
sowohl auf das soziale Gefüge der Gesellschaft, als auch auf die
Wirtschaft und in weiterer Folge auf die Arbeitslosigkeit
fürchterliche Auswirkungen. Wohnen würde teurer werden - und die
Gewinne würden die privaten Immobilienmogule einfahren. Will Grasser
auch eine Umverteilung im Wohnbaubereich - es sieht ganz danach aus.
Ich erwarte mir jedenfalls auch von meinen Regierungskollegen auf
Seiten der ÖVP ein massives Eintreten gegen die Grasser-Kürzungspläne
bei der Wohnbauförderung", so Landesrat Knotzer.
(Schluss) as/fa
Rückfragehinweis: Landtagsklub der SPÖ NÖ
Tel: 02742/200/2794
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