- 03.07.2000, 13:14:36
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Telekom-Markt Österreich: Vormarsch der alternativen Betreiber
Industrie: Schon 76 Prozent der Unternehmen nützen alternative Netzbetreiber - Durchschnittliche Ersparnis dank Preisrutsch: 23 Prozent
ACHTUNG !!!!!!!!!!! S P E R R F R I S T 15:00 Uhr !!!!!!!!!!!!
Wien (PWK565) - Auf dem österreichischen Telekom-Markt liegt auch
zweieinhalb Jahre nach dem Startschuss zur Marktliberalisierung kein
Stein mehr auf dem anderen: Bei der jüngsten Umfrage, die die Sektion
Industrie der Wirtschaftskammer Österreich in Zusammenarbeit mit dem
internationalen Beratungsunternehmen Arthur D. Little durchführte,
meldeten bereits 76 Prozent der Unternehmen, dass sie sich
alternativer Netzbetreiber bedienen. Vor einem Jahr hatte der
Vergleichswert noch 55 Prozent betragen.
Die Angebotsvielfalt auf dem Markt für Telekomdienste hat allerdings
auch dazu geführt, dass viele Unternehmen mehrere Anbieter nützen:
Nur 24 Prozent der Industrieunternehmen geben an, exklusiv über die
Telekom Austria zu telefonieren. 50 Prozent sind sowohl Kunden bei
der Telekom Austria als auch bei einem oder mehreren alternativen
Netzbetreiber(n). 26 Prozent telefonieren ausschließlich mit
alternativen Netzbetreibern.
Die Telefonkosten der Industrie belaufen sich laut Dr. Georg
Serentschy, Leiter des Bereiches Telekom, IT, Medien und Elektronik
beim Beratungsunternehmen Arthur D. Little, im Durchschnitt pro Jahr
auf 7.300 S je Mitarbeiter. Davon werden 5.300 S für
Festnetztelefonie und rund 2.000 S für mobiles Telefonieren
ausgegeben.
Insbesondere im Festnetz hat die Liberalisierung zu einem seit zwei
Jahren andauernden Preisrutsch für Sprachtelefonie geführt: Die
durchschnittlichen Kosten für Festnetztelefonie sind pro Mitarbeiter
gegenüber 1999 um 23 Prozent zurückgegangen (1999: 6.900 S, 2000:
5.300 S).
Die Einsparungen der Unternehmen sind nach Unternehmensgröße
unterschiedlich. Am kräftigsten sanken die Telefoniekosten je
Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten. Kleine
Betriebe haben je Mitarbeiter höhere Telefonkosten als größere.
Der freie Markt hat der Industrie eine Vielzahl neuer Angebote
gebracht, die sie auch nützt: Laut Serentschy haben im laufenden Jahr
56 Prozent der befragten Unternehmer den Festnetzbetreiber
gewechselt.
Von den "Wechselwählern" sind 85 Prozent von der Telekom Austria zu
einem alternativen Betreiber umgestiegen. Nur zehn Prozent der
Unternehmen, die ihren Betreiber gewechselt haben, sind von einem
alternativen zu einem anderen alternativen Betreiber umgestiegen.
Im Mobilfunk ist die Kundenbindung sehr hoch: 64 Prozent der
befragten Unternehmen zeigen kein Interesse, den Mobilfunkanbieter zu
wechseln. Wenn gewechselt wird, dann in erster Linie aufgrund des
Preis/Leistungsverhältnisses. An zweiter Stelle der Wechselmotive
folgt die Produktqualität, an dritter das maßgeschneiderte innovative
und kundenorientierte Angebot.
Der Markt, dem die Experten international in Zukunft die größten
Wachstumsraten prophezeien, sind Datenservices. Laut Umfrage nützen
51 Prozent der Industrieunternehmen Datendienste. Der führende
Anbieter ist mit 55 Prozent Marktanteil die mobilkom-Tochter Datakom
Austria. An zweiter Stelle folgt die UTA (12 Prozent), Nummer drei
ist Nextra (sieben Prozent).
Internet-Services nützen 85 Prozent der österreichischen
Industrieunternehmen. Nur 15 Prozent geben an, keinen
Internet-Serviceprovider zu haben. Die Industrieunternehmen sind mit
den Diensten ihrer Provider insgesamt überwiegend zufrieden. Die
Wechselbereitschaft ist daher gering. Die fünf bedeutendsten
Internet-Provider der Industrie sind A-Online, KPNQwest (EUnet),
Netway, Nextra (Magnet) und UTA. Sie bedienen mehr als 55 Prozent der
Industrieunternehmen. (hp)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Arthur D. Little International GmbH
Dr. Georg Serentschy
Tel.: (01) 51541-48
e-mail: [email protected]
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