AUVA-Erfolgsbilanz 1999 bei Vorstandssitzung am 29.6.2000

AUVA-Vorstand ersucht Regierung um Augenmaß bei der geplanten Beitragssenkung

Wien (OTS) - Eine Erfolgsbilanz der AUVA für 1999 legte der leitende Angestellte Mag. Helmut Pichler am 29.6.2000 seinem Vorstand vor. Vom Erfolg der Sicherheitsstrategien bis zur Dämpfung des Verwaltungsaufwands seien alle Kennzahlen erfreulich. Die guten Ergebnisse ermöglichen aber der Bundesregierung, per Budgetbegleitgesetz eine Abzweigung aus dem Budget der AUVA von einer Milliarde ATS im Oktober 2000 vorzunehmen.

"Eine gute Wirtschaftsentwicklung und die von der Selbstverwaltung jeweils beschlossene Umsetzung der gesetzlich festgelegten Aufgaben ermöglichen eine optimale Versorgung der Versicherten durch die soziale Unfallversicherung. Dazu sind aber ausreichende Rahmenbedingungen seitens des Gesetzgebers Voraussetzung", betonte AUVA-Obmann Wolfgang Haunsberger bei der Vorstandssitzung.

AUVA-Generaldirektor Pichler appellierte in diesem Zusammenhang an die Bundesregierung, bei der geplanten Beitragssenkung ab 2001 mit Augenmaß vorzugehen. Eine ausgeglichene Gebarung unter Beibehaltung des Leistungsumfangs wäre nur mit einem Beitragssatz von 1,3% gesichert. Abschöpfungen des erwirtschafteten Mehrertrags und eine geplante Senkung des Beitragssatzes auf 1,2% gefährden alle Investitionen und Versicherungsleistungen, die direkt oder indirekt der Wirtschaft zu Gute kämen. Da auf Grund der Rechnungsvorschriften die Bildung von Investitionsrückstellungen und Baurücklagen nicht zulässig ist, kommt diesem Mehrertrag eine hohe Bedeutung zu, weil er gemeinsam mit den Abschreibungen die einzige Möglichkeit zur Finanzierung der Investitionen bietet.

Die AUVA betreute 1999 rund 4,2 Millionen Versicherte mit 4.900 Mitarbeiter/innen und erbrachte rund zehn Milliarden ATS an Versicherungsleistungen, 4,1% mehr als Im Vorjahr. Die um 3,7% gestiegenen Erträge aus Beiträgen und Vermögen in Höhe von 12,5 Milliarden ATS beruhen auf der hohen Anzahl versicherter Arbeitender trotz abflachender Lohnniveaus - die Wachstumsrate der Wirtschaft betrug 2,2% - und auf systematischen Rationalisierungsmaßnahmen. Ein Mehrertrag von 812 Millionen ATS konnte damit erzielt werden.

Sicherheit:

Die sozialen Sicherheitsstrategien der AUVA wurden erfolgreich fortgesetzt: Der Aufwand für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und bei der Ausbildung wurde 1999 um rund 14 % auf 537 Millionen ATS gesteigert. Zusätzlich zur bisherigen Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten nach dem ASVG investierte die AUVA 66 Millionen ATS in die Sicherheitsberatung kleiner und mittlerer Unternehmen nach dem Arbeitnehmer/innen-Schutzgesetz. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen lässt sich im Jahr 1999 paradoxerweise an einer geringfügigen Steigerung der Zahl der Unfallmeldungen ablesen: Das Problembewusstsein der betreuten Betriebe wächst und damit das Wissen um die Meldepflicht.

Heilung:

Die AUVA wendete 1999 in ihren bis zu 96 % ausgelasteten zwölf Heilstätten für die Unfallheilbehandlung und die umfassende Rehabilitation von rund 270.000 ambulant und rund 39.000 stationär behandelten Patienten rund 4,3 Milliarden ATS auf. Für rund 22% der ambulanten und 13 % der stationären Patienten in den Unfallkrankenhäusern und für rund 40% der Patienten in den Rehabilitationszentren ist die AUVA leistungszuständig. Die Kostenersätze anderer Träger decken nur ein Drittel der Kosten - die AUVA subventionierte diese mit 1,5 Milliarden ATS. 73 % des Personals der AUVA arbeiten in den sieben Unfallkrankenhäusern, vier Rehabilitationszentren und im Krankenhaus für Berufskrankheiten. Nimmt man der AUVA einerseits die Mittel für eine konventionelle Umsetzung notwendiger Bauinvestitionen und gibt ihr andererseits keine Möglichkeit, alternative Umsetzungsformen zu finden, so ist ein Rückzug aus der Unfallheilbehandlung in eigenen Einrichtungen der AUVA unumgänglich. Will man die notwendige Versorgung sicherstellen, so werden andere Kostenträger für den Erhalt der Heilstätten der AUVA aufzukommen haben.

Entschädigung: Die AUVA zahlte 1999 rund fünf Milliarden ATS Rentenleistungen an rund 71.000 Rentenempfänger aus: Die durchschnittliche Vollrente lag bei 15.300 ATS, die Mindestrente bei durchschnittlich 2.500 ATS (vierzehnmal jährlich). Die erfolgreichen Sicherheitsstrategien lassen sich auch am Sinken der Rentenneuzugänge von 4.239 im Jahr 1998 auf 3.735 im Jahr 1999 ablesen.

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