"profil": EAV-Sänger Eberhartinger kritisiert Schüssel und Haider

Befürwortet Sanktionen - Schüssel "hat sich einfach disqualifiziert" - Kanzler beuteln "unglaubliche Profilierungsneurosen"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" äußert sich EAV-Sänger Klaus Eberhartinger kritisch über die schwarz-blaue Koalition. Auf dem soeben erschienen Album "Klaus Eberhartinger & die Gruftgranaten:
Austropop in Tot-Weiss-Tot" wird in dem Lied "Valerie Valera" auch Kritik an der Regierung geübt.

Die schwarz-blaue Koalition habe ihn "schockiert, aber nicht überrascht", meint Eberhartinger. Die Regierungsbildung habe allerdings auch ihre "guten Seiten". Jetzt müsse die FPÖ "auch unangenehme Sachen mitbeschließen wie notwendige, aber unpopuläre Sparmaßnahmen und Reformen. Oder die Widergutmachungszahlungen." Das, erklärt der EAV-Sänger, "gefällt mir ja am besten. Das tut ihnen weh. Und das entzaubert sie. Und sie werden auf ein Mittelmaß reduziert - und da kommen sie ja her."

Über Jörg Haider sagt der Sänger, das Schlimmste was diesem passieren könne sei, "dass er mit seinen ganzen Äußerungen ignoriert wird." Eberhartinger im "profil"-Interview: "Bist du deppert - was macht der dann? Der zieht sich noch nackert aus! Vielleicht sehn wir dann, dass er nahtlos braun ist. Das das meine ich auf keinen Fall politisch."

Trotzdem halte er Haider für gefährlich. Eberhartinger: "Gerade in einem europäischen Kontext von Berlusconi in Italien, Le Pen in Frankreich, dem Vlaamsen Block in Belgien und den deutschen Rechten". Das könne "in Europa zu einer unangenehmen Entwicklung führen". Deswegen begrüße der EAV-Mann die EU-Sanktionen. Eberhartinger im "profil"-Interview: "Ich halte sie als Reaktion absolut für richtig. Politisch halte ich sie für einen Blödsinn, weil sie im Land ja genau das Gegenteil bewirkt haben."

Überaus kritisch äußert sich der Sänger zu Kanzler Wolfgang Schüssel. Eberhartinger: "Ich glaube, dass ihn unglaubliche Profilierungsneurosen beuteln." Eberhartinger habe sich in der Vergangenheit geweigert, Jörg Haider die Hand zu geben, und er sehe nun auch keinen Grund, Schüssel je die Hand zu reichen. Eberhartinger: "Wieso soll ich ihm die Hand geben? Wenn er hinfallt, ok, dann gib ichs ihm schon, da helf ich ihm auf. Oder wenn er jetzt ertrinkt und so, da wäre ich nicht so. Sonst täte mir jetzt nicht einfallen, warum ich ihm die Hand geben soll. Ich würde jetzt nicht versuchen, seine Telefonnummer herauszufinden, um ihm zu seinem gelungenen Coup zu gratulieren. Der hat sich einfach disqualifiziert."

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