NÖ Donaufestival 2000 - erfolgreiches Ergebnis!

Letzte Vorstellungen bis auf einzelne Restkarten ausverkauft; Alf Krauliz zieht sehr positive Bilanz über zehn Jahre Intendanz

Krems (OTS) - Wenige Tage vor den letzten Veranstaltungen des NÖ Donaufestivals "Metamorphosen - Zeit der Entdeckungen" können Intendant Alf Krauliz und sein Team eine positive Bilanz über das diesjährige Festival ziehen - inhaltlich, künstlerisch und im Hinblick auf die Besucherzahlen.

Donaufestival 2000 - "Metamorphosen" künstlerisch ein großer Erfolg

Nicht nur das Konzept, mit exemplarischen Produktionen das Thema "Metamorphosen" in Krems zu präsentieren, ist auf enormes Publikumsinteresse gestoßen. Mit seinen beiden erfolgreichen Inszenierungen wurde Jungregisseur Zeno Stanek zum gefeierten Shooting-Star: "Naso", als Eigenproduktion des Donaufestivals gemeinsam mit der Theater.Werkstatt Brauhaus vom jungen Team rund um Stanek uraufgeführt, hat erstmals die Ovid'sche Lebensgeschichte in die Gegenwart transformiert - musikalisch kongenial begleitet von Christoph Cechs Janus-Ensemble. Voll gegenwärtigem Flair und theatraler Burleske wurde "Naso" zu einer brisanten Form der Auseinandersetzung mit der Antike. Mit "Krach im Hause Gott" hat Stanek bewiesen, daß er Stücken großer Autoren wie Felix Mitterer ein schlüssiges wie originelles Regiekonzept entgegenhält.

Alf Krauliz über das Theaterkonzept des Donaufestivals: "In den zehn Jahren meiner Intendanz habe ich stets bewußt auf heimische junge Talente im internationalen Kontext gesetzt - zum Beispiel auf Regisseure wie Zeno Stanek, Michael Sturminger oder Stephan Bruckmeier. Neues Theater muss spannend sein, grenzüberschreitend und die Sinne ansprechen. Das Festival hat auch vielen Choreographen, Komponisten, bildenden Künstlern und Autoren zum Durchbruch verholfen oder Experimente ermöglicht. Aber genauso notwendig ist es, international renommierte Künstler ins Land zu holen, um Standards zu schaffen." Ein Konzept, das in diesem Mehrspartenfestival ebenfalls für die Bereiche Musik, Tanz, bildende Kunst, Zirkus, Literatur oder Wissenschaft gilt. Wie kaum jemals zuvor ist das Donaufestival 2000 eine Hommage an österreichische Künstler - etwa an Klaus Maria Brandauer, Tobias Moretti oder Zeno Stanek. Trotzdem wurden punktuell internationale Bezüge gesetzt - etwa mit der Eröffnungs-Performance "Korean Drums" sowie mit der Bremer Shakespeare Company und den Verwandlungskünstlern Marcus Jeroch, Bernd Lafrenz, Tanja Ries oder Alvaro Solar. Im Zeichen des circensischen Erfolgs stand heuer erstmals der österreichische "Zirkus Meer" mit einer Produktion, die zusammen mit dem Donaufestival erarbeitet wurde. Die Stimmung im Theaterzelt im Kremser Stadtpark war fulminant, der Zusammenschluss von Artisten aller Herren Länder mit dem Salzburger Regie-Enfant-Terrible Beda Percht optimal gelungen.

Unter dem Motto "Metamorphosen. Zeit der Entdeckungen" wurden Räume verwandelt und fremde Kulturen entdeckt. Mit der VOEST-Halle als Veranstaltungsort und dem Projekt "Stahlpfad durch Krems" wurde Kunst in öffentliche Räume integriert. Nicht nur der "Zirkus Meer" hatte sich vom ostasiatischen Zauber inspirieren lassen. Vor allem die Festival-Eröffnung "Korean Drums" in der Werkshalle der VOEST Alpine spiegelte die kulturelle Kraft dieses für uns noch sehr fremden Kontinents. Entdeckungsreisen in den Osten waren dieses Jahr für Alf Krauliz ein erster Ansatz, "der in Zukunft verstärkt ins Blickfeld der europäischen Kultur gerückt werden sollte".

Der Dialog zwischen Kultur, Natur- und Geisteswissenschaften wurde am vergangenen Donnerstag im Stift Melk zum spannenden Symposionsereignis. Ausgehend vom Thema "Im Mittelpunkt steht der Mensch" referierten unter engagierter Publikumsbeteiligung Adolf Holl, Rudolf Schweyen, Werner Fröhlich, Irmgard Osols-Wehden und Richard Heinrich.

Donaufestival 2000 - Bremer Shakespeare Company, Tobias Moretti, Klaus Maria Brandauer und Il Giardino Armonico regelrecht gestürmt wie zuvor Korean Drums, Naso, Mitterer und Zirkus Meer!

Die letzten Vorstellungen wurden vom Publikum geradezu gestürmt. Obwohl das Festival erst mit 2. Juli endet, zeigt sich schon jetzt, dass die Auslastung - ebenso wie in früheren Jahren - zwischen 85 und 90 Prozent liegen wird. Was bedeutet, dass 18.000 bis 20.000 Kulturinteressierte innerhalb von 15 Spieltagen das Festival besucht haben werden.

Rückblick: 10 Jahre Donaufestival unter Alf Krauliz' Intendanz

Im Zeichen der Metamorphose steht auch Alf Krauliz' Entwicklung, der ab August 2000 nicht mehr als Intendant zur Verfügung stehen wird, um sich auf neue Projekte sowie auf seine Arbeit als Regisseur konzentrieren zu können.

Während Krauliz' zehnjähriger Intendanz entwickelte das Festival seinen unverwechselbaren Stil und setzte - nicht nur in Niederösterreich - künstlerische Impulse: "Das Donaufestival wirkte mit Inhalten, Veranstaltungsformen und mit seiner Liebe zu heimischen Künstlern auf andere Festspiele. Es erfand dem Land fliegende Theaterhäuser und Schiffsbühnen. Es stand für künstlerische Offenheit, für ein klares Bekenntnis zur Kunst - "zur Erregung öffentlicher Freude". Es stellte internationales und heimisches Schaffen gleichrangig nebeneinander und weckte die Lust auf Kultur. Landeshauptmann Erwin Pröll sagte vor einigen Jahren, dass es, wenn es das Donaufestival nicht schon gäbe, erfunden werden müßte. Selbstverständlich werden von neuen Köpfen auch neue Ideen gefordert sein. Zumal das Donaufestival längst die Aufbau- und Konsolidierungsphase hinter sich hat und heute ein international renommiertes Festival ist", meint Krauliz.

Zu den künstlerischen Highlights gehörten Gottfried Helnwein, Joe Zawinul, Merce Cunningham, Jerome Savary, Andre Heller, das Nederlands Dans Teater, das Wiener Staatsopernballett, "Dornröschen" von Mats Ek, die Tanzprojekte "Schuberts Unvollendete" und "Carmina Burana", Hermann Nitsch, Peter Turrini, Ernst Jandl, H.C. Artmann, Justus Neumann, Ulrich Tukur, Christina Hoyos, das gemeinsam mit Radio Österreich1 durchgeführte Projekt "Uraufführungen", Michael Sturmingers "Warten auf Godot", zahlreiche hochkarätige Symposien u.v.m.

Konsequent auf der Suche nach neuen Räumen, Inhalten und Begegnungen führte Alf Krauliz Niederösterreichs Landesfestival auf eine Reise in die Welt des "Mythos Donauraum", von dort ins Donaudelta zu den Quellen, vom Fluss der Illusionen zu den großen Prophezeiungen der Jahrtausendwende bis zu den Metamorphosen des 21. Jahrhunderts. Die Bilanz seiner zehnjährigen Intendanz: insgesamt 400.000 Besucher, rund 90 Prozent Auslastung und die Etablierung Österreichs viertgrößten Kultur-Festivals.

Alf Krauliz hinterläßt ein Dankeschön an alle Festival-Partner aus Kunst, Medien, Wirtschaft und Politik sowie an ein erfahrenes Team, mit dem das Festival in Zukunft erfolgreich neue Wege gehen könnte. Wiewohl er empfiehlt, den finanziellen Rahmen großzügiger zu gestalten, um im internationalen Konzert der Festivals adäquat mitspielen zu können.

Demnächst will sich Krauliz grenzüberschreitenden Projekten widmen: In Vorbereitung ist ein internationales Opernprojekt in Amsterdam und eine österreichische Neuzeitreise mit dem Titel "Crossover Austria/Water for Europe". Weiters geplant ist ein wissenschaftlich-kulturelles Projekt im Amazonasgebiet, eine Fortsetzung des Native Festivals, des Projektes "Uraufführungen" und die Arbeit an einem internationalen Zirkusprojekt. Im Frühling 2001 wird er das 18. Wiener Stadtfest inszenieren. Die Dokumentation "Donaufestival. Räume in Bewegung" ist in Vorbereitung.

Alf Krauliz - Lebenslauf

Dr. Alf Krauliz arbeitet als Wissenschafter, Geologe, Künstler, Autor, Musiker und Sänger, Regisseur, Produktionsleiter und Intendant

Ab 1978: Konzept und Regie der insgesamt 17 Wiener Stadtfeste

1980-1990: Umsetzung eines Konzeptes zur Förderung der Urbankultur - Grätzl-Feste, Beislkultur

1981 - 1990: Gründung und künstlerische Leitung des Wiener Metropols

1981 - 1985: Produktionen für die Wiener Festwochen, u.a. das "Festival der Clowns" und "Zeit der Puppen"

1990 - 2000: Intendanz des NÖ Donaufestivals, mit dem er für eine rege multikulturelle Bewegung im Donauraum zwischen Ost und West sorgte

1998: Drehbuch und Regie für das Wiener "E&U-Fest" anläßlich der EU-Ratsvorsitz-Übernahme Österreichs im Juli 1998

1999: Konzeption und Umsetzung der "Menschenrechtsgala" anläßlich der 50-Jahr-Feier für die Menschenrechtskonvention in der Wiener Hofburg

Alf Krauliz - ausgewählte Werkliste

17 Wiener Stadtfeste - 10 Jahre Metropol - 10 Jahre NÖ Donaufestival - 4 Jahre Wr. Festwochen - Leitung der Musikgruppe "Der Misthaufen" - 1. Wiener Moritatenklub - zahlreiche Symposien, Drehbücher und Regiearbeiten - 2 Musicals (Schabernak, Valerie) -Lyrik, Lieder & Essays - Kabarettsendungen für den ORF - E&U-Fest in Wien - Feier zu "50 Jahre Menschenrechtskonvention" in der Wiener Hofburg - 1. Preis beim Chansonwettbewerb "Grand Premio unda Sevillia" - Crossover-Projekte: "Schuberts Unvollendete" (Weiterkomposition Wolfram A. Wagner), "East Meets West" (Tanzprojekt), "Drausst' in Hernals", "Starke Stückls in der Vorstadt", Konzeption "Wiener Pyramidengespräche", Native Festival, Projekt "Uraufführungen", Club Cosmopol

Karten & Information: Donaufestival Ticket Express, Tel. 02236/21212

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Karin Hackenberg,
Tel.: 02732/75840-19 oder 0664/151 88 16,
Fax: 02732/7584-222
E-Mail: hackenberg@donaufestival.at
c/o NÖ Donaufestival,
Billrothstraße 58, A-1190 Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS