• 29.06.2000, 18:12:41
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  • OTS0315

NÖ Donaufestival 2000 - erfolgreiches Ergebnis!

Letzte Vorstellungen bis auf einzelne Restkarten ausverkauft; Alf Krauliz zieht sehr positive Bilanz über zehn Jahre Intendanz

Krems (OTS) - Wenige Tage vor den letzten Veranstaltungen des NÖ
Donaufestivals "Metamorphosen - Zeit der Entdeckungen" können
Intendant Alf Krauliz und sein Team eine positive Bilanz über das
diesjährige Festival ziehen - inhaltlich, künstlerisch und im
Hinblick auf die Besucherzahlen.

Donaufestival 2000 - "Metamorphosen" künstlerisch ein großer
Erfolg

Nicht nur das Konzept, mit exemplarischen Produktionen das Thema
"Metamorphosen" in Krems zu präsentieren, ist auf enormes
Publikumsinteresse gestoßen. Mit seinen beiden erfolgreichen
Inszenierungen wurde Jungregisseur Zeno Stanek zum gefeierten
Shooting-Star: "Naso", als Eigenproduktion des Donaufestivals
gemeinsam mit der Theater.Werkstatt Brauhaus vom jungen Team rund um
Stanek uraufgeführt, hat erstmals die Ovid'sche Lebensgeschichte in
die Gegenwart transformiert - musikalisch kongenial begleitet von
Christoph Cechs Janus-Ensemble. Voll gegenwärtigem Flair und
theatraler Burleske wurde "Naso" zu einer brisanten Form der
Auseinandersetzung mit der Antike. Mit "Krach im Hause Gott" hat
Stanek bewiesen, daß er Stücken großer Autoren wie Felix Mitterer ein
schlüssiges wie originelles Regiekonzept entgegenhält.

Alf Krauliz über das Theaterkonzept des Donaufestivals: "In den
zehn Jahren meiner Intendanz habe ich stets bewußt auf heimische
junge Talente im internationalen Kontext gesetzt - zum Beispiel auf
Regisseure wie Zeno Stanek, Michael Sturminger oder Stephan
Bruckmeier. Neues Theater muss spannend sein, grenzüberschreitend und
die Sinne ansprechen. Das Festival hat auch vielen Choreographen,
Komponisten, bildenden Künstlern und Autoren zum Durchbruch verholfen
oder Experimente ermöglicht. Aber genauso notwendig ist es,
international renommierte Künstler ins Land zu holen, um Standards zu
schaffen." Ein Konzept, das in diesem Mehrspartenfestival ebenfalls
für die Bereiche Musik, Tanz, bildende Kunst, Zirkus, Literatur oder
Wissenschaft gilt. Wie kaum jemals zuvor ist das Donaufestival 2000
eine Hommage an österreichische Künstler - etwa an Klaus Maria
Brandauer, Tobias Moretti oder Zeno Stanek. Trotzdem wurden punktuell
internationale Bezüge gesetzt - etwa mit der Eröffnungs-Performance
"Korean Drums" sowie mit der Bremer Shakespeare Company und den
Verwandlungskünstlern Marcus Jeroch, Bernd Lafrenz, Tanja Ries oder
Alvaro Solar. Im Zeichen des circensischen Erfolgs stand heuer
erstmals der österreichische "Zirkus Meer" mit einer Produktion, die
zusammen mit dem Donaufestival erarbeitet wurde. Die Stimmung im
Theaterzelt im Kremser Stadtpark war fulminant, der Zusammenschluss
von Artisten aller Herren Länder mit dem Salzburger
Regie-Enfant-Terrible Beda Percht optimal gelungen.

Unter dem Motto "Metamorphosen. Zeit der Entdeckungen" wurden
Räume verwandelt und fremde Kulturen entdeckt. Mit der VOEST-Halle
als Veranstaltungsort und dem Projekt "Stahlpfad durch Krems" wurde
Kunst in öffentliche Räume integriert. Nicht nur der "Zirkus Meer"
hatte sich vom ostasiatischen Zauber inspirieren lassen. Vor allem
die Festival-Eröffnung "Korean Drums" in der Werkshalle der VOEST
Alpine spiegelte die kulturelle Kraft dieses für uns noch sehr
fremden Kontinents. Entdeckungsreisen in den Osten waren dieses Jahr
für Alf Krauliz ein erster Ansatz, "der in Zukunft verstärkt ins
Blickfeld der europäischen Kultur gerückt werden sollte".

Der Dialog zwischen Kultur, Natur- und Geisteswissenschaften wurde
am vergangenen Donnerstag im Stift Melk zum spannenden
Symposionsereignis. Ausgehend vom Thema "Im Mittelpunkt steht der
Mensch" referierten unter engagierter Publikumsbeteiligung Adolf
Holl, Rudolf Schweyen, Werner Fröhlich, Irmgard Osols-Wehden und
Richard Heinrich.

Donaufestival 2000 - Bremer Shakespeare Company, Tobias Moretti,
Klaus Maria Brandauer und Il Giardino Armonico regelrecht gestürmt
wie zuvor Korean Drums, Naso, Mitterer und Zirkus Meer!

Die letzten Vorstellungen wurden vom Publikum geradezu gestürmt.
Obwohl das Festival erst mit 2. Juli endet, zeigt sich schon jetzt,
dass die Auslastung - ebenso wie in früheren Jahren - zwischen 85 und
90 Prozent liegen wird. Was bedeutet, dass 18.000 bis 20.000
Kulturinteressierte innerhalb von 15 Spieltagen das Festival besucht
haben werden.

Rückblick: 10 Jahre Donaufestival unter Alf Krauliz' Intendanz

Im Zeichen der Metamorphose steht auch Alf Krauliz' Entwicklung,
der ab August 2000 nicht mehr als Intendant zur Verfügung stehen
wird, um sich auf neue Projekte sowie auf seine Arbeit als Regisseur
konzentrieren zu können.

Während Krauliz' zehnjähriger Intendanz entwickelte das Festival
seinen unverwechselbaren Stil und setzte - nicht nur in
Niederösterreich - künstlerische Impulse: "Das Donaufestival wirkte
mit Inhalten, Veranstaltungsformen und mit seiner Liebe zu heimischen
Künstlern auf andere Festspiele. Es erfand dem Land fliegende
Theaterhäuser und Schiffsbühnen. Es stand für künstlerische
Offenheit, für ein klares Bekenntnis zur Kunst - "zur Erregung
öffentlicher Freude". Es stellte internationales und heimisches
Schaffen gleichrangig nebeneinander und weckte die Lust auf Kultur.
Landeshauptmann Erwin Pröll sagte vor einigen Jahren, dass es, wenn
es das Donaufestival nicht schon gäbe, erfunden werden müßte.
Selbstverständlich werden von neuen Köpfen auch neue Ideen gefordert
sein. Zumal das Donaufestival längst die Aufbau- und
Konsolidierungsphase hinter sich hat und heute ein international
renommiertes Festival ist", meint Krauliz.

Zu den künstlerischen Highlights gehörten Gottfried Helnwein, Joe
Zawinul, Merce Cunningham, Jerome Savary, Andre Heller, das
Nederlands Dans Teater, das Wiener Staatsopernballett, "Dornröschen"
von Mats Ek, die Tanzprojekte "Schuberts Unvollendete" und "Carmina
Burana", Hermann Nitsch, Peter Turrini, Ernst Jandl, H.C. Artmann,
Justus Neumann, Ulrich Tukur, Christina Hoyos, das gemeinsam mit
Radio Österreich1 durchgeführte Projekt "Uraufführungen", Michael
Sturmingers "Warten auf Godot", zahlreiche hochkarätige Symposien
u.v.m.

Konsequent auf der Suche nach neuen Räumen, Inhalten und
Begegnungen führte Alf Krauliz Niederösterreichs Landesfestival auf
eine Reise in die Welt des "Mythos Donauraum", von dort ins
Donaudelta zu den Quellen, vom Fluss der Illusionen zu den großen
Prophezeiungen der Jahrtausendwende bis zu den Metamorphosen des 21.
Jahrhunderts. Die Bilanz seiner zehnjährigen Intendanz: insgesamt
400.000 Besucher, rund 90 Prozent Auslastung und die Etablierung
Österreichs viertgrößten Kultur-Festivals.

Alf Krauliz hinterläßt ein Dankeschön an alle Festival-Partner aus
Kunst, Medien, Wirtschaft und Politik sowie an ein erfahrenes Team,
mit dem das Festival in Zukunft erfolgreich neue Wege gehen könnte.
Wiewohl er empfiehlt, den finanziellen Rahmen großzügiger zu
gestalten, um im internationalen Konzert der Festivals adäquat
mitspielen zu können.

Demnächst will sich Krauliz grenzüberschreitenden Projekten
widmen: In Vorbereitung ist ein internationales Opernprojekt in
Amsterdam und eine österreichische Neuzeitreise mit dem Titel
"Crossover Austria/Water for Europe". Weiters geplant ist ein
wissenschaftlich-kulturelles Projekt im Amazonasgebiet, eine
Fortsetzung des Native Festivals, des Projektes "Uraufführungen" und
die Arbeit an einem internationalen Zirkusprojekt. Im Frühling 2001
wird er das 18. Wiener Stadtfest inszenieren. Die Dokumentation
"Donaufestival. Räume in Bewegung" ist in Vorbereitung.

Alf Krauliz - Lebenslauf

Dr. Alf Krauliz arbeitet als Wissenschafter, Geologe, Künstler,
Autor, Musiker und Sänger, Regisseur, Produktionsleiter und Intendant

Ab 1978: Konzept und Regie der insgesamt 17 Wiener Stadtfeste

1980-1990: Umsetzung eines Konzeptes zur Förderung der Urbankultur
- Grätzl-Feste, Beislkultur

1981 - 1990: Gründung und künstlerische Leitung des Wiener
Metropols

1981 - 1985: Produktionen für die Wiener Festwochen, u.a. das
"Festival der Clowns" und "Zeit der Puppen"

1990 - 2000: Intendanz des NÖ Donaufestivals, mit dem er für eine
rege multikulturelle Bewegung im Donauraum zwischen Ost und West
sorgte

1998: Drehbuch und Regie für das Wiener "E&U-Fest" anläßlich der
EU-Ratsvorsitz-Übernahme Österreichs im Juli 1998

1999: Konzeption und Umsetzung der "Menschenrechtsgala" anläßlich
der 50-Jahr-Feier für die Menschenrechtskonvention in der Wiener
Hofburg

Alf Krauliz - ausgewählte Werkliste

17 Wiener Stadtfeste - 10 Jahre Metropol - 10 Jahre NÖ
Donaufestival - 4 Jahre Wr. Festwochen - Leitung der Musikgruppe "Der
Misthaufen" - 1. Wiener Moritatenklub - zahlreiche Symposien,
Drehbücher und Regiearbeiten - 2 Musicals (Schabernak, Valerie) -
Lyrik, Lieder & Essays - Kabarettsendungen für den ORF - E&U-Fest in
Wien - Feier zu "50 Jahre Menschenrechtskonvention" in der Wiener
Hofburg - 1. Preis beim Chansonwettbewerb "Grand Premio unda
Sevillia" - Crossover-Projekte: "Schuberts Unvollendete"
(Weiterkomposition Wolfram A. Wagner), "East Meets West"
(Tanzprojekt), "Drausst' in Hernals", "Starke Stückls in der
Vorstadt", Konzeption "Wiener Pyramidengespräche", Native Festival,
Projekt "Uraufführungen", Club Cosmopol

Karten & Information: Donaufestival Ticket Express, Tel.
02236/21212

Rückfragehinweis: Dr. Karin Hackenberg,
Tel.: 02732/75840-19 oder 0664/151 88 16,
Fax: 02732/7584-222
E-Mail: [email protected]
c/o NÖ Donaufestival,
Billrothstraße 58, A-1190 Wien

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