Alles Bio: 20 Jahre Ludwig-Boltzmann-Institut für Bio-Landbau

Institut leistete Pionierarbeit

Wien, (OTS) Eine Institution, die mit Pionierleistungen entscheidend zur Entstehung und positiven Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in Österreich beigetragen hat, feierte am Montag im Wiener Rathaus den zwanzigsten Geburtstag: das Ludwig-Boltzmann-Institut für biologischen Landbau und angewandte Ökologie. Der Gründer und Leiter des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Ludwig Maurer, konnte zahlreiche Festgäste begrüßen, u.a. Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Stadtrat Fritz Svihalek, Prof. Dr. Josef Bandion als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft und Vertreter der verschiedensten Institutionen auf Bundes- und Landesebene, die mit dem positiven Entwicklungsprozess verbunden sind. Die passende Musik zum Fest
kam von den Rundgeigern, vom Serner Dreigesang und Dr. Gerhard Plakolm. Die Moderation der Festveranstaltung machte Elisabeth Vitouch.

Mühsame Aufbauarbeit - Erfolgreiche Ernte

Im Jahr 1980, dem Gründungsjahr des Instituts, war der Biologische Landbau eine extreme Außenseiterbewegung sowohl im Landwirtschafts- wie im Konsumentenbereich. Heute wirtschaften
etwa zehn Prozent der österreichischen Bauern nach den
gesetzlichen Auflagen des Biologischen Landbaus und der Umsatz mit Bioprodukten beträgt an die drei Milliarden Schilling jährlich. Dazwischen liegen zwanzig Jahre Knochenarbeit.****

Erst musste geklärt werden, wie der Biologische Landbau legistisch vom konventionellen Landbau abzugrenzen ist. Die heute wenig bekannte Pionierleistung Österreichs, die erste diesbezügliche Regelung in Europa schon 1983 im Bereich des Österreichischen Lebensmittelbuches verankert zu haben, wurde vom Institut entscheidend mitgetragen. Heute kann der Institutsleiter Prof. Maurer, der auch Vorsitzender der zuständigen Codexunterkommission ist, mit einigem Stolz darauf hinweisen, dass der massive Einstieg Österreichs in den Biologischen Landbau bei EU-Beitritt ohne das schon vorhandene Regelwerk kaum möglich gewesen wäre.

Doch auch im wissenschaftlichen Bereich gab es Einiges zu
tun: Von der Agrarwissenschaft nicht einmal zur Kenntnis genommen, war selbst Biologen der Begriff "Biologischer Landbau" kaum
bekannt. Es war und ist daher dem Institut immer ein Anliegen, den Biologischen Landbau mit einer seriösen wissenschaftlichen Basis
zu untermauern. Mit dem Instrument der Angewandten Ökologie ist dies gelungen. Waren Publikationen mit dem Thema Biolandbau 1980
nur in Eigenpublikationen veröffentlichbar, kann heute in jeder anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift zu diesem Thema publiziert werden.

Wesentlicher Erfolgsfaktor - Öffentlichkeitsarbeit

Über 400 wissenschaftliche Veröffentlichungen, 11 Bücher und 63 Präsententationen auf internationalen wissenschaftlichen Kongressen sprechen für die Kapazität des Instituts, aber auch, dass der Anteil der Drittmittel am Budget von 10% 1980 auf 83%
1999 gesteigert werden konnte. 32 engagierte MitarbeiterInnen des Instituts sorgen derzeit für die Durchführung der beauftragten Arbeiten. Weitere Entwicklungschancen sieht das Institut heute vor allem in der Beteiligung an EU Projekten. Derzeit sind vier EU Projekte in Bearbeitung.

Wesentlich ist auch, dass ohne die von den Institutsmitarbeitern geleistete Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Biolandbau der österreichische Erfolg wohl etwas schmäler ausgefallen wäre: Hunderte Referate bei Bauernversammlungen, Konsumententreffen, Lehrveranstaltungen der Universitäten, Veranstaltungen der Volksbildung, nicht nur in Österreich, sondern auch in den Nachbarstaaten, runden das Bild der Institutstätigkeit ab. Letztlich haben auch die Kontakte und Mitarbeit in den
Bereichen Wirtschaft und Handel zu diesem Erfolg beigetragen. In einer Vielzahl von Beiträgen in Printmedien, sowie in- und ausländischer Rundfunk- und Fernsehstationen, wurde über die Tätigkeit des Instituts berichtet.

Alles Bio - Symbiose zwischen Landbau, Kompostierung und Wissenschaft

Für die Stadt Wien ist die Tätigkeit des Instituts von besonderer Bedeutung. Durch die enge Zusammenarbeit von Prof.
Maurer und seinen MitarbeiterInnen mit dem Stadtgut Lobau - einem Biobauernhof im Eigentum der Stadt Wien - und der MA 48 (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark), ist die für eine Großstadt einmalige so genannte "urbane Kreislaufwirtschaft" möglich. Dazu wird der Biomüll der Wiener Bevölkerung gesammelt, auf der zentralen Kompostierungsstelle der MA 48 - übrigens der größten Europas - zu Kompost verarbeitet und dann als Dünger auf die Felder aufgebracht. Das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft, praktischen Erprobungen und dem Kompost der MA 48 zahlt sich offenbar im wahrsten Sinn des Wortes aus: der von der MA 49 (Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb) verwaltete Bauernhof ist
auch ohne Förderung existenzfähig. Der 180 Hektar große Betrieb, auf dem nur Ackerbau betrieben wird, befindet sich in der Oberen Lobau im Wiener Anteil des Nationalparks Donau-Auen. Es werden hauptsächlich Getreidesorten, Kartoffeln und Eiweißpflanzen wie Bohnen und Erbsen produziert. Durch die ständige Zusammenarbeit
mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für biologischen Landbau
zeichnen sich nicht nur die Produkte durch beste biologische Qualität aus, sondern ist das Stadtgut Lobau auch die Verkörperung einer perfekten Symbiose zwischen Bio-Landbau, Biotonnenkompostierung und wissenschaftlicher Forschung. (Schluss) ma

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