- 26.06.2000, 12:45:09
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Alles Bio: 20 Jahre Ludwig-Boltzmann-Institut für Bio-Landbau=
Institut leistete Pionierarbeit
Wien, (OTS) Eine Institution, die mit Pionierleistungen
entscheidend zur Entstehung und positiven Entwicklung der
biologischen Landwirtschaft in Österreich beigetragen hat, feierte
am Montag im Wiener Rathaus den zwanzigsten Geburtstag: das
Ludwig-Boltzmann-Institut für biologischen Landbau und angewandte
Ökologie. Der Gründer und Leiter des Instituts, Univ.-Prof. Dr.
Ludwig Maurer, konnte zahlreiche Festgäste begrüßen, u.a.
Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Stadtrat Fritz Svihalek, Prof.
Dr. Josef Bandion als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der
Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft und Vertreter der verschiedensten
Institutionen auf Bundes- und Landesebene, die mit dem positiven
Entwicklungsprozess verbunden sind. Die passende Musik zum Fest
kam von den Rundgeigern, vom Serner Dreigesang und Dr. Gerhard
Plakolm. Die Moderation der Festveranstaltung machte Elisabeth
Vitouch.
Mühsame Aufbauarbeit - Erfolgreiche Ernte
Im Jahr 1980, dem Gründungsjahr des Instituts, war der
Biologische Landbau eine extreme Außenseiterbewegung sowohl im
Landwirtschafts- wie im Konsumentenbereich. Heute wirtschaften
etwa zehn Prozent der österreichischen Bauern nach den
gesetzlichen Auflagen des Biologischen Landbaus und der Umsatz mit
Bioprodukten beträgt an die drei Milliarden Schilling jährlich.
Dazwischen liegen zwanzig Jahre Knochenarbeit.****
Erst musste geklärt werden, wie der Biologische Landbau
legistisch vom konventionellen Landbau abzugrenzen ist. Die heute
wenig bekannte Pionierleistung Österreichs, die erste
diesbezügliche Regelung in Europa schon 1983 im Bereich des
Österreichischen Lebensmittelbuches verankert zu haben, wurde vom
Institut entscheidend mitgetragen. Heute kann der Institutsleiter
Prof. Maurer, der auch Vorsitzender der zuständigen
Codexunterkommission ist, mit einigem Stolz darauf hinweisen, dass
der massive Einstieg Österreichs in den Biologischen Landbau bei
EU-Beitritt ohne das schon vorhandene Regelwerk kaum möglich
gewesen wäre.
Doch auch im wissenschaftlichen Bereich gab es Einiges zu
tun: Von der Agrarwissenschaft nicht einmal zur Kenntnis genommen,
war selbst Biologen der Begriff "Biologischer Landbau" kaum
bekannt. Es war und ist daher dem Institut immer ein Anliegen, den
Biologischen Landbau mit einer seriösen wissenschaftlichen Basis
zu untermauern. Mit dem Instrument der Angewandten Ökologie ist
dies gelungen. Waren Publikationen mit dem Thema Biolandbau 1980
nur in Eigenpublikationen veröffentlichbar, kann heute in jeder
anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift zu diesem Thema
publiziert werden.
Wesentlicher Erfolgsfaktor - Öffentlichkeitsarbeit
Über 400 wissenschaftliche Veröffentlichungen, 11 Bücher und
63 Präsententationen auf internationalen wissenschaftlichen
Kongressen sprechen für die Kapazität des Instituts, aber auch,
dass der Anteil der Drittmittel am Budget von 10% 1980 auf 83%
1999 gesteigert werden konnte. 32 engagierte MitarbeiterInnen des
Instituts sorgen derzeit für die Durchführung der beauftragten
Arbeiten. Weitere Entwicklungschancen sieht das Institut heute vor
allem in der Beteiligung an EU Projekten. Derzeit sind vier EU
Projekte in Bearbeitung.
Wesentlich ist auch, dass ohne die von den
Institutsmitarbeitern geleistete Öffentlichkeitsarbeit zum Thema
Biolandbau der österreichische Erfolg wohl etwas schmäler
ausgefallen wäre: Hunderte Referate bei Bauernversammlungen,
Konsumententreffen, Lehrveranstaltungen der Universitäten,
Veranstaltungen der Volksbildung, nicht nur in Österreich, sondern
auch in den Nachbarstaaten, runden das Bild der Institutstätigkeit
ab. Letztlich haben auch die Kontakte und Mitarbeit in den
Bereichen Wirtschaft und Handel zu diesem Erfolg beigetragen. In
einer Vielzahl von Beiträgen in Printmedien, sowie in- und
ausländischer Rundfunk- und Fernsehstationen, wurde über die
Tätigkeit des Instituts berichtet.
Alles Bio - Symbiose zwischen Landbau, Kompostierung und
Wissenschaft
Für die Stadt Wien ist die Tätigkeit des Instituts von
besonderer Bedeutung. Durch die enge Zusammenarbeit von Prof.
Maurer und seinen MitarbeiterInnen mit dem Stadtgut Lobau - einem
Biobauernhof im Eigentum der Stadt Wien - und der MA 48
(Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark), ist die für
eine Großstadt einmalige so genannte "urbane Kreislaufwirtschaft"
möglich. Dazu wird der Biomüll der Wiener Bevölkerung gesammelt,
auf der zentralen Kompostierungsstelle der MA 48 - übrigens der
größten Europas - zu Kompost verarbeitet und dann als Dünger auf
die Felder aufgebracht. Das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft,
praktischen Erprobungen und dem Kompost der MA 48 zahlt sich
offenbar im wahrsten Sinn des Wortes aus: der von der MA 49
(Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb) verwaltete Bauernhof ist
auch ohne Förderung existenzfähig. Der 180 Hektar große Betrieb,
auf dem nur Ackerbau betrieben wird, befindet sich in der Oberen
Lobau im Wiener Anteil des Nationalparks Donau-Auen. Es werden
hauptsächlich Getreidesorten, Kartoffeln und Eiweißpflanzen wie
Bohnen und Erbsen produziert. Durch die ständige Zusammenarbeit
mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für biologischen Landbau
zeichnen sich nicht nur die Produkte durch beste biologische
Qualität aus, sondern ist das Stadtgut Lobau auch die Verkörperung
einer perfekten Symbiose zwischen Bio-Landbau,
Biotonnenkompostierung und wissenschaftlicher Forschung. (Schluss)
ma
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Renate Marschalek
Tel.: 4000/81 070
e-mail: mar@guv.magwien.gv.at
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