Reisebüros: Steigende Bedeutung des Incoming-Geschäfts

Wachablöse im Fachverband: Gordon folgt auf Kadanka - Aktuelle Urlaubstrends: Türkei, Ägypten und Italien "boomen"

Wien (PWK) - Der Buchungsverlauf bei den heimischen Reisebüros für den Sommer 2000 ist überaus erfreulich. Überwiegend werden Buchungszuwächse gemeldet, die bei vielen Büros sogar im zweistelligen Bereich liegen, stellte der neue Vorsteher des Fachverbandes der Reisebüros, Komm.Rat Dkfm. Edward Gordon, Mittwoch in einem Pressegespräch im Anschluss an die konstituierende Sitzung des neuen Fachverbandsausschusses fest. Gordon folgt auf Komm.Rat Rudolf Kadanka, der seit 1983 an der Spitze der Interessensvertretung gestanden war.

Die größten Zuwächse konnte die Türkei verzeichnen. Hier hat sich das Volumen gegenüber dem Vorjahr praktisch verdreifacht. Außergewöhnlich gut gebucht sind auch die Destinationen Ägypten und Italien. Auch immer mehr Inlandsurlauber nehmen die Dienstleistungen von Reisebüros in Anspruch, zeigte sich Gordon über den neuen Trend erfreut. Bei Österreich-Urlauben kann im Schnitt ein Plus von 15 Prozent verzeichnet werden.

Der Fachverband erhebt in Zwei-Jahres-Abständen die Bedeutung der Reisebürowirtschaft für den Incoming-Tourismus. Rund 350 der knapp 2.000 heimischen Reisebüros beschäftigen sich mit Incoming. Diese Betriebe konnten im Vorjahr einen Umsatz (Deviseneinnahmen) von rund 8,45 Milliarden Schilling erzielen, gegenüber 6,74 Milliarden zwei Jahre zuvor (1997). Die erzielten Nächtigungen stiegen im gleichen Zeitraum von 19,2 auf 21 Millionen.

Signifikant gestiegen sind die Personal- und Betriebskosten für das Incoming. Mit über 850 Millionen Schilling sind die Aufwendungen der privaten Reisebürowirtschaft für Marketing, Personal- und Betriebskosten um rund 200 Millionen höher als das Gesamtbudget der Österreich Werbung, hebt Kadanka in diesem Zusammenhang die oft unterschätzten Incoming-Leistungen hervor: "Mit einem Aufkommen von 21 Millionen Nächtigungen zeichnen die Incoming-Reisebüros für rund ein Drittel aller Ausländerübernachtungen in Hotels und gewerblichen Unterkünften verantwortlich".

Der Gesamtumsatz der Reisebürobranche kann auf 29,5 Milliarden pro Jahr geschätzt werden (davon Pauschalreisen 11 Milliarden, sonstige Flugreisen 10 Milliarden und 8,5 Milliarden Incoming).

Scharf kritisierte Kadanka die Konkurrenzierung durch Tourismusverbände. Angesichts der Leistungen der österreichischen Incoming-Reisebüros sei es schwer nachvollziehbar, warum seitens der öffentlichen Hand mit Millionen-Unterstützungen aus Steuermitteln quasi parallele Vermarktungsorganisationen aufgebaut werden. Wenn der Staat von den Tourismusorganisationen verstärkt ein Agieren nach dem Kostendeckungsprinzip verlangt, führe dies gezwungenermaßen dazu, dass sich die mit öffentlichen Subventionen gestützten Organisationen immer stärker in die von den "Incomern" bearbeiteten Herkunftsmärkte drängen und damit eine ungleiche Konkurrenz aufbauen.

Noch am Beginn seiner Entwicklung steht das Internet-Zeitalter in den Reisebüros. Das Online-Buchungsaufkommen liegt derzeit in Österreich im Durchschnitt noch unter 1 Prozent. Bis zum Jahr 2003 erwartet Gordon eine Verdoppelung auf 2 Prozent. (hp)

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