Schüler renovierten das Grab von Leopold Hilsner

Wien, (OTS) Wiener Schüler der Berufsschule Baugewerbe renovierten das Grab des Leopold Hilsner am Zentralfriedhof. Die letzte Ruhestätte des unschuldig Verurteilten war jahrzehntelang
in einem katastrophalen Zustand. Auf Anregung von Bürgermeister
Dr. Helmut Zilk kam es dann zur Instandsetzung des Grabes. Am Mittwoch, dem 21. Juni, fand im Beisein von Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk, Amtsdirektor Dr. Avshalom Hodik von der
israelitischen Kultusgemeinde und Stadtschulratspräsidenten Dr. Kurt Scholz eine Gedenkfeier am Zentralfriedhof statt.

Leopold Hilsner, ein jüdischer Schustergeselle, wurde im Jahr 1899 Opfer einer Hetzkampagne. Am Ostersamstag dieses Jahres fand man in der Nähe der mährischen Hauptstadt Brünn die Leiche einer jungen Frau namens Anezka Hruzová. Vage sprach der Obduktionsbericht von einer riesigen Schnittwunde, die sich von rechts nach links über die Halsvorderseite zog. Aus solchen ungenauen gerichtsmedizinischen Fakten und allerlei Vermutungen entwickelten sich schnell perfide Gerüchte von jüdischer "Koscherung", die den vermeintlichen Täter des Mordes an der "christlichen Jungfrau" überführen sollte. Noch bevor es zu einem Prozess kam, stand Leopold Hilsner in der Öffentlichkeit als Täter fest. Hilsner wurde am 16. September 1899 zum Tode verurteilt,
wegen internationalem Druck und auf Engagement des späteren Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik Masaryks wurde das Urteil nicht exekutiert. 1901 wurde das Urteil auf lebenslänglich umgewandelt, 1918 kam es zu der Freilassung von Leopold Hilsner.

Leopold Hilser heiratete in der Wiener Synagoge die Lehrerin Therese Rosenfeld, 1928 starb er in Wien. (Schluss) ssr

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