Umweltdachverband ÖGNU & Plattform GSM-Initiativen/ Mobilfunk: Wissenschafter empfehlen strengen "Salzburger Vorsorgewert"

Morgen Enquete im Parlament - Gesetzesänderungen gefordert

Wien (OTS) - Über strengere Mobilfunk-Grenzwerte und eine faire Mitsprache für Betroffene beim Bau von Handy-Masten diskutieren morgen Abgeordnete, Wissenschafter und Interessenvertreter in einer Enquete im Parlament.

Mehr als fünfzig Abgeordnete, alle Umweltanwälte Österreichs, der Salzburger Landtag, Ärzte und Wissenschafter haben vor Monaten eine Petition an das Parlament gerichtet und darin gefordert, den Schutz der Bevölkerung vor GSM-Feldern zu verbessern sowie Betroffenen ein Recht auf Mitsprache zu sichern, wenn in der Umgebung ein Mobilfunk-Sender gebaut wird. Weiters verlangt die "Mobilfunk-Petition" ein "Pickerl" für Handys: Hersteller sollen verpflichtet werden, die Belastung mit GSM-Feldern durch ihre Produkte künftig zu deklarieren.

Diese Petition wird morgen bei einer Enquete im Parlament (Lokal VI) von 13.00 bis 18.00 Uhr diskutiert. An die 50 Personen -Abgeordnete, Wissenschafter und Interessenvertreter - nehmen daran teil. Doch die Initiatoren der "Mobilfunk-Petition" dürfen nur drei Personen entsenden; der Umweltdachverband ist nicht eingeladen und betroffene Bürgerinitiativen dürfen nicht zuhören. Es droht ein Übergewicht der Interessen der Handy-Netzbetreiber, sagt Eva Marsalek von der österreichweiten GSM-Plattform, die etwa 500 Bürgerinitiativen vertritt.

Trotzdem ist Marsalek optimistisch. Eine internationale Experten-Konferenz hat erst kürzlich den "Salzburger Vorsorgewert" zum Schutz der Gesundheit empfohlen. Das heißt konkret: Niemand sollte mit mehr als einem Milli-Watt pro Quadratmeter durch GSM-Wellen aus Handy-Masten belastet werden. Das ist nur ein Zehntausendstel der derzeit in Österreich erlaubten Maximalbelastung. Diese Empfehlung der "Salz-burger Deklaration"
http://www.land-sbg.gv.at/celltower haben zwanzig Experten aus den
USA, Neuseeland, China, Großbritannien, Russland, Österreich, Italien, Schweden und der Schweiz unterzeichnet.

Die weiteren Empfehlungen der Salzburger Experten-Konferenz: Der Bau von Handy-Sendern sollte an eine Bewilligungspflicht geknüpft und vor der Errichtung eines Sende-Mastens sollte die lokale Bevölkerung einbezogen werden.

Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU:
"Die Experten-Konferenz hat damit alle unsere Hauptforderungen eindrucksvoll bestätigt. Jetzt gibt es kein Ausreden auf fehlende Daten mehr. Die Parlamentarier müssen jetzt die Weichen für die längst fälligen Anpassungen der Gesetze stellen. Das heißt: Der empfohlene Salzburger Vorsorgewert ist für ganz Österreich vorzuschreiben. Und ohne die volle Einbindung der Betroffenen darf in Zukunft kein Handy-Mast mehr gebaut werden. Nur so ist ein fairer Ausgleich der Interessen von Anrainern und Wirtschaft möglich. Das "Salzburger Modell" beweist ja, daß auch bei strengen Grenzwerten für GSM-Sender Mobilfunk funktioniert."

Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen von und die Verschandelung der Landschaft durch Handy-Sender schlägt sich auch zu Buche: Bis zu 40% Wertminderung oder gar die Unverkäuflichkeit von Immobilien sind mögliche Folgen, hieß es aus den USA bei der Experten-Tagung in Salzburg.

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Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband ÖGNU,
Mag. Gottfried Roithiner
Tel.: 40113-21,
g.roithinger@oegnu.or.at;
Plattform GSM-Initiativen,
Eva Marsalek, 02243-87366.
Die "Salzburger Deklaration":
http://www.land-sbg.gv.at/celltower,
die "Mobilfunk-Petition":
http://mobilfunk-petition.homepage.com/

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