- 19.06.2000, 10:54:46
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Umweltdachverband ÖGNU & Plattform GSM-Initiativen/ Mobilfunk: Wissenschafter empfehlen strengen "Salzburger Vorsorgewert"
Morgen Enquete im Parlament - Gesetzesänderungen gefordert
Wien (OTS) - Über strengere Mobilfunk-Grenzwerte und eine faire
Mitsprache für Betroffene beim Bau von Handy-Masten diskutieren
morgen Abgeordnete, Wissenschafter und Interessenvertreter in einer
Enquete im Parlament.
Mehr als fünfzig Abgeordnete, alle Umweltanwälte Österreichs, der
Salzburger Landtag, Ärzte und Wissenschafter haben vor Monaten eine
Petition an das Parlament gerichtet und darin gefordert, den Schutz
der Bevölkerung vor GSM-Feldern zu verbessern sowie Betroffenen ein
Recht auf Mitsprache zu sichern, wenn in der Umgebung ein
Mobilfunk-Sender gebaut wird. Weiters verlangt die
"Mobilfunk-Petition" ein "Pickerl" für Handys: Hersteller sollen
verpflichtet werden, die Belastung mit GSM-Feldern durch ihre
Produkte künftig zu deklarieren.
Diese Petition wird morgen bei einer Enquete im Parlament (Lokal
VI) von 13.00 bis 18.00 Uhr diskutiert. An die 50 Personen -
Abgeordnete, Wissenschafter und Interessenvertreter - nehmen daran
teil. Doch die Initiatoren der "Mobilfunk-Petition" dürfen nur drei
Personen entsenden; der Umweltdachverband ist nicht eingeladen und
betroffene Bürgerinitiativen dürfen nicht zuhören. Es droht ein
Übergewicht der Interessen der Handy-Netzbetreiber, sagt Eva Marsalek
von der österreichweiten GSM-Plattform, die etwa 500
Bürgerinitiativen vertritt.
Trotzdem ist Marsalek optimistisch. Eine internationale
Experten-Konferenz hat erst kürzlich den "Salzburger Vorsorgewert"
zum Schutz der Gesundheit empfohlen. Das heißt konkret: Niemand
sollte mit mehr als einem Milli-Watt pro Quadratmeter durch
GSM-Wellen aus Handy-Masten belastet werden. Das ist nur ein
Zehntausendstel der derzeit in Österreich erlaubten Maximalbelastung.
Diese Empfehlung der "Salz-burger Deklaration"
http://www.land-sbg.gv.at/celltower haben zwanzig Experten aus den
USA, Neuseeland, China, Großbritannien, Russland, Österreich,
Italien, Schweden und der Schweiz unterzeichnet.
Die weiteren Empfehlungen der Salzburger Experten-Konferenz: Der
Bau von Handy-Sendern sollte an eine Bewilligungspflicht geknüpft und
vor der Errichtung eines Sende-Mastens sollte die lokale Bevölkerung
einbezogen werden.
Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes ÖGNU:
"Die Experten-Konferenz hat damit alle unsere Hauptforderungen
eindrucksvoll bestätigt. Jetzt gibt es kein Ausreden auf fehlende
Daten mehr. Die Parlamentarier müssen jetzt die Weichen für die
längst fälligen Anpassungen der Gesetze stellen. Das heißt: Der
empfohlene Salzburger Vorsorgewert ist für ganz Österreich
vorzuschreiben. Und ohne die volle Einbindung der Betroffenen darf in
Zukunft kein Handy-Mast mehr gebaut werden. Nur so ist ein fairer
Ausgleich der Interessen von Anrainern und Wirtschaft möglich. Das
"Salzburger Modell" beweist ja, daß auch bei strengen Grenzwerten für
GSM-Sender Mobilfunk funktioniert."
Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen von und die Verschandelung
der Landschaft durch Handy-Sender schlägt sich auch zu Buche: Bis zu
40% Wertminderung oder gar die Unverkäuflichkeit von Immobilien sind
mögliche Folgen, hieß es aus den USA bei der Experten-Tagung in
Salzburg.
Rückfragehinweis: Umweltdachverband ÖGNU,
Mag. Gottfried Roithiner
Tel.: 40113-21,
[email protected];
Plattform GSM-Initiativen,
Eva Marsalek, 02243-87366.
Die "Salzburger Deklaration":
http://www.land-sbg.gv.at/celltower,
die "Mobilfunk-Petition":
http://mobilfunk-petition.homepage.com/
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