Angedrohte Klage von Austria Lustenau wegen der Begrenzung auf drei ausländische Spieler in der 1. Division

Wien (KMSfB/ÖGB). Am 25. November 1999 wurde zwischen der Bundesliga und den Spielervertretern der VdF - Peter Schöttel, Oliver Prudlo, Roland Goriupp und Robert Hnik - vereinbart, dass ab der nächsten Saison zumindest ein U 21-Spieler in der Grundformation und drei weitere am Spielbericht aufscheinen müssen. Weiters dürfen nur mehr drei Spieler am Spielbericht aufscheinen, die nicht für das österreichische Nationalteam spielberechtigt sind. Diese Regelung wurde damals von allen Vereinen, also auch von jenen der max.Bundesliga zur Kenntnis genommen. Es war natürlich, so die Spielervertreter, allen Beteiligten klar, dass aus rechtlichen Erwägungen weder eine Diskriminierung älterer Spieler noch eine von EU-Bürgern einer eventuellen Klage standhalten wird. Entsprechend dem Leitbild der 1. Division (jugendfreundlich und österreichisch) wurden trotzdem vorhandene Bedenken diesem Ziel untergeordnet.++++

Auch Austria Lustenau wurde von dieser Regelung rechtzeitig informiert und hat diese Vereinbarung auch akzeptiert. Bedauerlicherweise ist es ein Sittenbild der Bundesliga, dass zu einem späteren Zeitpunkt dann wieder ein Verein nur seinen eigenen Vorteil sucht. Wenn Austria Lustenau nun von der Erfüllung laufender Verträge spricht, dann ist dies aufklärungsbedürftig. Denn bei jenen Verträgen, die bei der Bundesliga aufliegen, ist im Falle des Abstiegs eine Kündigungsmöglichkeit vorgesehen und davon hätte auch Austria Lustenau Gebrauch machen können.

Forcierung der Nachwuchsspieler und Reduzierung ausländischer Spieler stehen für die 1. Division in einem Zusammenhang. Sollte also das Ausländerkontingent von dieser Regelung ausgenommen werden, dann ist die gesamte Vereinbarung nichtig. Es ist also klar, dass mit der Weigerung von Austria Lustenau, diese von ihnen ursprünglich mitgetragene Vereinbarung auch einzuhalten, das Gesamtkonzept für die 1. Division in Frage gestellt wird. Ein verpflichtender Einsatz von U 21-Spielern ohne Begleitmaßnahmen wurde niemals diskutiert und werde daher von der Spielervertretung auch nicht akzeptiert werden.

ÖGB, 16. Juni 2000
Nr. 503

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

VdF der Gewerkschaft KMSfB
Maria Theresien-Straße 11
1090 Wien
Tel. (01) 31316/83805

Dr. Rudolf Novotny

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB