• 14.06.2000, 13:29:38
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  • OTS0206

KORREKTUR: VP-Salcher: Schlingensief-Aktion ist langweilig, peinlich und falsch, Wiener ÖVP aber gegen Zensur=

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Utl.: FPÖ soll dem Mühl-Berater Sichrovsky das Mißtrauen aussprechen

Wien (ÖVP-Klub) "Ich halte die sogenannte Container Aktion vor der
Oper für langweilig, peinlich und falsch. Für Zensur steht die Wiener
ÖVP aber nicht zur Verfügung. Die Grenze für derartige Provokationen
ist in einem Rechtsstaat das Strafgesetz." So regierte heute der
VP-Kultursprecher und Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für
Kultur, LAbg. Dr. Andreas SALCHER, auf die laufende Debatte rund um
die Schlingensief-Aktion vor der Wiener Oper.***

"Die Aktion ist langweilig, weil sie daraus besteht, dass ein paar
Schauspieler den ganzen Tag Fußball EM schauen und die üblichen
Mitspieler bei Schlingensief-Aktionen ihre erwarteten Rollen spielen.
Die Linken jubeln und die FPÖler empören sich und rufen nach Verbot."
Diese aus durchsichtigen parteipolitischen Gründen geführte
Diskussion finde in den Zeitungen übrigens zu Recht auf den Chronik-
und Skandalseiten und nicht im Kulturteil statt.

Peinlich sei sie deshalb, weil vor allem für viele ausländische Gäste
und auch die Wiener der Eindruck entstehe, dass es sich um eine
politische Aktion handelt und nicht um einen Programmpunkt der Wiener
Festwochen. "Diese Nichtdeklaration der Wiener Festwochen ist eine
grobe Fahrlässigkeit, für die diese die volle Verantwortung tragen.
Es ist schade, dass die Wiener Festwochen, die heuer z. B. mit Luc
Bondys Inszenierung der "Möve" wahrhaftiges Jahrhunderttheater
geboten haben, glauben ohne derartig importiertes
Provokationsmachwerk nicht auskommen zu können." Es sei auch ein
völlig falsches Signal an die vielen jungen talentierten
Theatermacher in Wien, die gerne auch einmal die Chance hätten sich
mit spannenden Projekten bei den Festwochen zu präsentieren.

"Genauso klar ist aber auch unsere Position, dass in einem
Rechtsstaat die Grenze immer das Strafgesetz ist. Unter einem ÖVP
Kulturstadtrat wird es aber keine inhaltliche Zensur des Programms
der Wiener Festwochen geben." Wenn die FPÖ der Meinung sei, dass
Gesetze verletzt würden, dann solle sie Anzeige bei Staatsanwalt
machen und nicht ständig vom Kulturstadtrat fordern das Wiener
Kulturleben zu zensurieren, was dieser rechtlich gar nicht kann. "Für
Verbote von Veranstaltungen ist in Wien die Veranstaltungspolizei
zuständig, nicht der Kulturstadtrat", stellte SALCHER klar.

"Der Wiener Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe sowie andere führende
Exponenten der ÖVP haben sich mehrmals, unter anderem heute, klar von
der Aktion distanziert."

Genau diese Position, so SALCHER weiter, habe der Wiener
Kulturstadtrat in allen heiklen Fragen in seiner Amtszeit bezogen.
"Nämlich inhaltlich eindeutig Stellung nehmen, die Verantwortungen
klar legen und gleichzeitig mit Nachdruck festzuhalten, daß sich auch
die Freiheit der Kunst nur im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit bewegen
kann."

Eine Partei wie die FPÖ, die den langjährigen Öffentlichkeitsberater
des strafrechtlich verurteilten Otto Mühl, nämlich Peter Sichrovsky,
zu ihrem Generalsekretär macht, wird vollends peinlich wenn sie einen
Misstrauensantrag gegen den in Wien und weit über die
Parteiengrenzen anerkannten Kulturpolitiker Dr. Marboe ankündigt.
"Ich freue mich über eine ausführliche Debatte über die Beziehung von
Sichrovsky und Mühl im Wiener Gemeinderat, wenn die FPÖ das wünscht",
so der VP-Kultursprecher. "Wenn die Wiener FPÖ ihre eigenen Kriterien
auf ihren Generalsekretär anwendet, dann wird es nach dem
FP-Misstrauensantrag gegen Marboe einen Rücktritt geben, nämlich den
von Sichrovsky", schloß Salcher.

Rückfragehinweis: ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien

Daniel KOSAK (Pressesprecher)
Tel.: (01) 4000 / 81 915
Fax: (01) 4000 / 99 819 15
E-mail: [email protected]
http://www.oevp-wien.at

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