KORREKTUR: VP-Salcher: Schlingensief-Aktion ist langweilig, peinlich und falsch, Wiener ÖVP aber gegen Zensur

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Utl.: FPÖ soll dem Mühl-Berater Sichrovsky das Mißtrauen aussprechen

Wien (ÖVP-Klub) "Ich halte die sogenannte Container Aktion vor der Oper für langweilig, peinlich und falsch. Für Zensur steht die Wiener ÖVP aber nicht zur Verfügung. Die Grenze für derartige Provokationen ist in einem Rechtsstaat das Strafgesetz." So regierte heute der VP-Kultursprecher und Vorsitzende des Gemeinderatsausschusses für Kultur, LAbg. Dr. Andreas SALCHER, auf die laufende Debatte rund um die Schlingensief-Aktion vor der Wiener Oper.***

"Die Aktion ist langweilig, weil sie daraus besteht, dass ein paar Schauspieler den ganzen Tag Fußball EM schauen und die üblichen Mitspieler bei Schlingensief-Aktionen ihre erwarteten Rollen spielen. Die Linken jubeln und die FPÖler empören sich und rufen nach Verbot." Diese aus durchsichtigen parteipolitischen Gründen geführte Diskussion finde in den Zeitungen übrigens zu Recht auf den Chronik-und Skandalseiten und nicht im Kulturteil statt.

Peinlich sei sie deshalb, weil vor allem für viele ausländische Gäste und auch die Wiener der Eindruck entstehe, dass es sich um eine politische Aktion handelt und nicht um einen Programmpunkt der Wiener Festwochen. "Diese Nichtdeklaration der Wiener Festwochen ist eine grobe Fahrlässigkeit, für die diese die volle Verantwortung tragen. Es ist schade, dass die Wiener Festwochen, die heuer z. B. mit Luc Bondys Inszenierung der "Möve" wahrhaftiges Jahrhunderttheater geboten haben, glauben ohne derartig importiertes Provokationsmachwerk nicht auskommen zu können." Es sei auch ein völlig falsches Signal an die vielen jungen talentierten Theatermacher in Wien, die gerne auch einmal die Chance hätten sich mit spannenden Projekten bei den Festwochen zu präsentieren.

"Genauso klar ist aber auch unsere Position, dass in einem Rechtsstaat die Grenze immer das Strafgesetz ist. Unter einem ÖVP Kulturstadtrat wird es aber keine inhaltliche Zensur des Programms der Wiener Festwochen geben." Wenn die FPÖ der Meinung sei, dass Gesetze verletzt würden, dann solle sie Anzeige bei Staatsanwalt machen und nicht ständig vom Kulturstadtrat fordern das Wiener Kulturleben zu zensurieren, was dieser rechtlich gar nicht kann. "Für Verbote von Veranstaltungen ist in Wien die Veranstaltungspolizei zuständig, nicht der Kulturstadtrat", stellte SALCHER klar.

"Der Wiener Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe sowie andere führende Exponenten der ÖVP haben sich mehrmals, unter anderem heute, klar von der Aktion distanziert."

Genau diese Position, so SALCHER weiter, habe der Wiener Kulturstadtrat in allen heiklen Fragen in seiner Amtszeit bezogen. "Nämlich inhaltlich eindeutig Stellung nehmen, die Verantwortungen klar legen und gleichzeitig mit Nachdruck festzuhalten, daß sich auch die Freiheit der Kunst nur im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit bewegen kann."

Eine Partei wie die FPÖ, die den langjährigen Öffentlichkeitsberater des strafrechtlich verurteilten Otto Mühl, nämlich Peter Sichrovsky, zu ihrem Generalsekretär macht, wird vollends peinlich wenn sie einen Misstrauensantrag gegen den in Wien und weit über die Parteiengrenzen anerkannten Kulturpolitiker Dr. Marboe ankündigt. "Ich freue mich über eine ausführliche Debatte über die Beziehung von Sichrovsky und Mühl im Wiener Gemeinderat, wenn die FPÖ das wünscht", so der VP-Kultursprecher. "Wenn die Wiener FPÖ ihre eigenen Kriterien auf ihren Generalsekretär anwendet, dann wird es nach dem FP-Misstrauensantrag gegen Marboe einen Rücktritt geben, nämlich den von Sichrovsky", schloß Salcher.

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