- 14.06.2000, 12:58:59
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Metallwarenindustrie bleibt auf Wachstumskurs
Produktionswert stieg 1999 um 3,6 % auf 82,3 Mrd Schilling - Preise für Vormaterialien sind dramatisch gestiegen
Wien (PWK) - Die heimische Metallwarenindustrie bleibt weiter auf
Wachstumskurs. Der Produktionswert stieg 1999 um 3,6 % auf 82,3 Mrd
Schilling. Erfolgreich war die Branche vor allem auf den
internationalen Märkten. Die Exporte konnten um 8,6 % auf 75 Mrd
Schilling gesteigert werden, die Inlandsnachfrage blieb eher schwach.
"Was uns echte Sorgen bereitet, sind die dramatisch gestiegenen
Preise für Vormaterialien wie Stahl und Aluminimum", sagte Wolfgang
Welser, Vorsteher des Fachverbandes der Metallwarenindustrie (FMWI),
bei der Jahrespressekonferenz seines Verbandes.
So wie in der gesamten KV-Gemeinschaft Eisen/Metall hat sich auch die
konjunkturelle Situation in den einzelnen Branchen der
Metallwarenindustrie höchst unterschiedlich entwickelt. Während
Branchen wie Oberflächenveredelung (+32 %), Baukonstruktion und
Ausbauelement (+15 %) oder Feinmechanik und Optik (+6 %) deutlich
zulegen konnten, mussten Rohre und Profile einen Rückgang von 6,2 %
verkraften. In dieser Branche wird allerdings auch die Produktion des
Gewerbes eingerechnet.
Die Zahl der Beschäftigten sank im vergangenen Jahr um 1,5 % auf
46.069 Mitarbeiter. "Dank der steigenden Nachfrage nach Metallwaren
und geplanter Kapazitätsausweitungen in den Unternehmen erwarten wir,
dass der Beschäftigtenrückgang heuer wieder ausgeglichen wird", so
Fachverbands-Vorsteher Welser. Laut WIFO wollen die Unternehmen der
Metallwarenindustrie rund 5,7 Mrd Schilling investieren, was einem
Plus von 0,2 % gegenüber 1999 entspricht.
Die Exporte nach Europa konnten um 7,6 % auf 47,1 Mrd Schilling
gesteigert werden, die Auftragseingänge erhöhten sich um 6,6 %.
Wichtigster Handelspartner bleibt Deutschland mit einem Exportvolumen
von rund 30 Mrd Schilling. Positiv entwickeln sich auch die Märkte in
Osteuropa (+9 % auf 11,5 Mrd Schilling) und Asien (+4,5 % auf 3,7 Mrd
Schilling). "Generell rechnen wir damit, dass die Exporte heuer
weiter ansteigen", so Welser, der als Gründe dafür die internationale
Hochkonjunktur und den hohen Dollarkurs nannte.
Stark unter Druck gerät die heimische Metallwarenindustrie derzeit
durch die rasch steigenden Preise für Vormaterialien. "Der
Einkaufspreis für Nickel hat sich in den letzten acht Monaten mehr
als verdoppelt", stellte Vorsteher-Stv. Hermann Haslauer fest. Auch
für das dritte Quartal rechnet Haslauer mit weiteren Preiserhöhungen.
Die hohe Nachfrage nach Vormaterialien sorgt bereits für Engpässe in
der Versorgung mit Stahl, Aluminium und Nickel.
Erhebliche Anstrengungen will der FMWI in Zukunft unternehmen, um das
Niveau des qualifizierten Fachpersonals zu erhöhen. "Nicht das
Kapital allein, sondern das Humankapital ist der entscheidende
Faktor, der das Wachstum einer Volkswirtschaft bestimmt. Hier war
Österreich gegenüber anderen EU-Staaten bisher im Vorteil. Diese
vorteilhafte Position ist leider am Abnehmen", erklärte der
stellvertretende Vorsteher des FMWI, Johannes Collini. Obwohl in den
letzten Jahren zahlreiche alte Lehrberufe angepasst und neue
eingeführt wurden, werde es für die Betriebe immer schwieriger,
geeignete Lehrlinge zu finden. Um das Potential der Jugendlichen an
höheren Schulen zu nutzen, favorisieren immer mehr Unternehmen das
Modell der Berufsreifeprüfung, das neben der Lehrausbildung eine
Vorbereitung auf die Reifeprüfung in der Freizeit vorsieht. Speziell
in Vorarlberg wurden damit beste Erfahrungen gemacht. (MH)
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