• 07.06.2000, 09:58:52
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  • OTS0084

Sicher Leben-Produktsicherheitsdienst: Ausrutschen häufigste Unfallursache beim Bergwandern 5.500 durch Ausrutscher verletzte Wanderer

Wien (OTS) - Rund 5.500 Wanderer verletzen sich jedes Jahr bei
Ausrutschern in den Bergen. Das sind etwa zwei Drittel aller
Verletzten beim Bergwandern (rd. 9.000). Etwa 30 Menschen sterben
dabei jedes Jahr. Nach Herz- und Kreislaufversagen ist das Ausgleiten
die häufigste Todesursache beim Wandern in den Bergen.

Halbschuhtouristen sind nicht das Problem

Die wenigsten Verletzten oder Toten sind Halbschuhtouristen. Die
meisten Unfallopfer tragen Wander- oder Trekkingschuhe mit
ausreichendem Profil. Diese bieten bei trockener Witterung zwar guten
Halt, sind aber auf nassen oder aufgeweichten Untergrund oft wenig
griffig. Zu den meisten ungewollten Rutschpartien kommt es mit diesen
Schuhen beim Bergabgehen auf nassem Gras. Dabei werden
absturzgefährliche Stellen oft nicht erkannt oder übersehen: Nasses
Gras, lehmiger Boden oder verottendes Laub. Oft reicht schon ein
Sturz über einen steilen Grashang für schwere Verletzungen.

Profil alleine reicht nicht

Für den Käufer sind nur Profiltiefe und eine feste Sohle als
Auswahlkriterium leicht erkennbar. Die Rutschhemmung der Sohle hängt
aber vom Mischungsverhältnis der Grundmaterialien ab. Diese
beeinflussen Härte, Biegesteifigkeit und Rauhigkeit bei verschiedenen
Bodenverhältnissen und Temperaturen.

Die Stärke der meisten Wander- und Trekkingschuhe liegt auf
trockenem oder sandigen Untergrund. Im Schnee sind aber viele
Produkte starr und rutschig; auch greifen sie auf nassem Gras oder
aufgeweichten Boden nicht gut. Wichtig für die Rutschfestigkeit ist
auch ausreichender "Kantengriff" und Steifigkeit, um etwa Tritte in
den Boden stampfen zu können.

"Sicher Leben" fordert Norm für Rutschsicherheit

Obwohl das Ausrutschen die meisten Unfälle beim Bergwandern
verursacht, gibt es keine Regelung für die Rutschfestigkeit von
Wanderschuhen. Das Institut "Sicher Leben" fordert daher Normen und
einheitliche Prüfverfahren für die Rutschhemmung. In der Schweiz
werden seit sechs Jahren gleitfeste Schuhe mit einem Gütezeichen
versehen. Die Prüfung gilt für Sohlenmaterial und die Art des
Unterbaues. Alle zwei Jahre werden die Anforderungen erneut
überprüft. Die Schweizer sind überzeugt, daß Schuhe mit dem Schweizer
Gütezeichen "slip resistant footwear" (rutschfestes Schuhwerk) sogar
zum Markenzeichen werden.

Kisser: Rutschfestigkeit muß Qualitätskriterium werden

"Einen Wunderschuh für alle Bodenverhältnisse gibt es nicht. Es
ist aber schon möglich, verschleißfeste Schuhsohlen mit hoher
Rutschhemmung für nassen und trockenen Untergrund herzustellen. Man
kann heute Winterreifen kaufen, die auf trockener Fahrbahn
komfortabel zu fahren sind, auf Schnee und Eis aber trotzdem
ausgezeichnet greifen. Die Griffestigkeit ist schon lange ein
Qualitätskriterium für Autoreifen. Das sollte auch für Wanderschuhe
so sein", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher
Leben".

44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zum Produkt "Wanderschuh" basiert auf Daten des
Unfallerhebungssystemes für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS.
Das Institut "Sicher Leben" erhebt in Kooperation mit dem
Gesundheitsministerium und dem Büro für Konsumentenschutz im
Justizministerium die österreichischen Daten für dieses europäische
Unfallerhebungssystem. Eigens für EHLASS angestellte und geschulte
Interviewer sprechen in vier österreichischen Spitälern mit ambulant
und stationär behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim
Sport oder in der Freizeit verletzt haben. EHLASS ermöglicht so nicht
nur, gefährliche Produkte zu erkennen und gegebenenfalls vom Markt
abzuziehen, es ist vor allem auch ein System, um Unfallzusammenhänge
zu untersuchen und damit Informationen zur laufenden Verbesserung von
Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur
Verfügung.

Rückfragehinweis: Institut "Sicher Leben":
Mag. Thomas Lettner,
Tel. 01-71770 DW 158,
thomas.lettner@sicherleben.at

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