Sicher Leben-Produktsicherheitsdienst: Ausrutschen häufigste Unfallursache beim Bergwandern 5.500 durch Ausrutscher verletzte Wanderer

Wien (OTS) - Rund 5.500 Wanderer verletzen sich jedes Jahr bei Ausrutschern in den Bergen. Das sind etwa zwei Drittel aller Verletzten beim Bergwandern (rd. 9.000). Etwa 30 Menschen sterben dabei jedes Jahr. Nach Herz- und Kreislaufversagen ist das Ausgleiten die häufigste Todesursache beim Wandern in den Bergen.

Halbschuhtouristen sind nicht das Problem

Die wenigsten Verletzten oder Toten sind Halbschuhtouristen. Die meisten Unfallopfer tragen Wander- oder Trekkingschuhe mit ausreichendem Profil. Diese bieten bei trockener Witterung zwar guten Halt, sind aber auf nassen oder aufgeweichten Untergrund oft wenig griffig. Zu den meisten ungewollten Rutschpartien kommt es mit diesen Schuhen beim Bergabgehen auf nassem Gras. Dabei werden absturzgefährliche Stellen oft nicht erkannt oder übersehen: Nasses Gras, lehmiger Boden oder verottendes Laub. Oft reicht schon ein Sturz über einen steilen Grashang für schwere Verletzungen.

Profil alleine reicht nicht

Für den Käufer sind nur Profiltiefe und eine feste Sohle als Auswahlkriterium leicht erkennbar. Die Rutschhemmung der Sohle hängt aber vom Mischungsverhältnis der Grundmaterialien ab. Diese beeinflussen Härte, Biegesteifigkeit und Rauhigkeit bei verschiedenen Bodenverhältnissen und Temperaturen.

Die Stärke der meisten Wander- und Trekkingschuhe liegt auf trockenem oder sandigen Untergrund. Im Schnee sind aber viele Produkte starr und rutschig; auch greifen sie auf nassem Gras oder aufgeweichten Boden nicht gut. Wichtig für die Rutschfestigkeit ist auch ausreichender "Kantengriff" und Steifigkeit, um etwa Tritte in den Boden stampfen zu können.

"Sicher Leben" fordert Norm für Rutschsicherheit

Obwohl das Ausrutschen die meisten Unfälle beim Bergwandern verursacht, gibt es keine Regelung für die Rutschfestigkeit von Wanderschuhen. Das Institut "Sicher Leben" fordert daher Normen und einheitliche Prüfverfahren für die Rutschhemmung. In der Schweiz werden seit sechs Jahren gleitfeste Schuhe mit einem Gütezeichen versehen. Die Prüfung gilt für Sohlenmaterial und die Art des Unterbaues. Alle zwei Jahre werden die Anforderungen erneut überprüft. Die Schweizer sind überzeugt, daß Schuhe mit dem Schweizer Gütezeichen "slip resistant footwear" (rutschfestes Schuhwerk) sogar zum Markenzeichen werden.

Kisser: Rutschfestigkeit muß Qualitätskriterium werden

"Einen Wunderschuh für alle Bodenverhältnisse gibt es nicht. Es ist aber schon möglich, verschleißfeste Schuhsohlen mit hoher Rutschhemmung für nassen und trockenen Untergrund herzustellen. Man kann heute Winterreifen kaufen, die auf trockener Fahrbahn komfortabel zu fahren sind, auf Schnee und Eis aber trotzdem ausgezeichnet greifen. Die Griffestigkeit ist schon lange ein Qualitätskriterium für Autoreifen. Das sollte auch für Wanderschuhe so sein", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zum Produkt "Wanderschuh" basiert auf Daten des Unfallerhebungssystemes für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS. Das Institut "Sicher Leben" erhebt in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und dem Büro für Konsumentenschutz im Justizministerium die österreichischen Daten für dieses europäische Unfallerhebungssystem. Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprechen in vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit verletzt haben. EHLASS ermöglicht so nicht nur, gefährliche Produkte zu erkennen und gegebenenfalls vom Markt abzuziehen, es ist vor allem auch ein System, um Unfallzusammenhänge zu untersuchen und damit Informationen zur laufenden Verbesserung von Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur Verfügung.

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