"profil": Fonds-Manager Mobius: "Nasdaq auf 2500"

Templeton-Fonds-Manager Mobius kritisiert Wiener Börse Ð geringe Liquidität Ð BA und andere österreichische Unternehmen haben Chancen in Osteuropa nicht genug genutzt - mit Mayr-Melnhof "sehr zufrieden"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag
erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil"
meint Mark Mobius, der für die amerikanische Vermögensverwaltungsgruppe Franklin Templeton
Emerging Market Fonds mit einem Volumen von
umgerechnet nahezu 200 Mrd. S. gestioniert, Österreich
sei, gemeinsam mit Südafrika, Polen, Indonesien, Thailand
und den Philippinen, eines jener Länder, deren
Aktienmärkte im Moment "besonders interessant" seien.

Investmentfonds, die von Mobius geleitet werden, halten
seit etwa einem Jahr unter anderem Aktien von Bank
Austria, Mayr-Melnhof und OMV. Mobius über diese
Aktien: "Sie sind sehr billig, obwohl die Unternehmen gute
Gewinne machen."

Allerdings bemängelt der Fonds-Manager, dass sich
Österreichs börsenotierte Unternehmen nach der Öffnung
Osteuropas nicht energisch genug in dieser Region
engagiert haben. Mobius: "Da gäbe es enorme Geschäftsmöglichkeiten, die von den österreichischen
Unternehmen viel zu wenig genutzt werden." So sollte etwa
die Bank Austria "mehr in Osteuropa tun". Vorbildlich
agiere hingegen Mayr-Melnhof. Mobius: "Mit dem
Kartonerzeuger sind wir sehr zufrieden."

Kritisch beurteilt der Fondsmanager die Wiener Börse. Der
hiesige Aktienmarkt sei "sehr eng, hat also eine sehr
geringe Liquidität". Von Nachteil sei auch, dass sich viele in
Wien börsenotierte Unternehmen noch teilweise in
Staatsbesitz befänden. Das führe dazu, so Mobius im "profil"-Interview, "dass die Manager nicht genügend wachstumsorientiert agieren". Weitere Privatisierungen
seinen daher zu begrüßen. Mobius: "Aber es sollten
vollständige Privatisierungen sein."

Dass es in Wien kaum Aktien der New Economy gebe, sei
kein Problem. Mobius: "Das könnte sich für Wien noch als
Vorteil erweisen." Für die Zukunft der New-Economy-
Aktien sieht der Börsen-Guru eher schwarz. Seine kritische Beurteilung des Internet-Sektors hatte Ende April nach
Meinung zahlreicher Marktbeobachter erheblich zu den
drastischen Kursrückgängen in diesem Aktiensegment
beigetragen.

Im "profil"-Interview prognostiziert der Fonds-Manager
einen weiteren Kurssturz an der US-Technologie-Börse
Nasdaq, deren Index im März seinen hitorischen
Höchststand bei 5132 Punkten erreicht hatte und derzeit
derzeit bei rund 3800 Punkten hält. Mobius: "Ich glaube,
das es mit den Internet-Aktien noch weiter bergab gehen
wird. Ich gehe davon aus, dass es in absehbarer Zeit in
diesem Sektor ebenso viele Pleiten geben wird wie
Neuemissionen. Es wird zu weiteren Panik-Verkäufen
kommen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq wird
meiner Meinung nach bald auf ein Niveau von 2500
Punkten abrutschen."

Überhaupt würden die Börsen, so Mobius, "im weiteren
Verlauf des Sommers eher nach unten weisen." Erst im
Herbst könnte seiner Meinung nach "zu einer Erholung
kommen". Dies sei allerdings "von der weiteren
Entwicklung der Zinsen" abhängig.

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