• 31.05.2000, 11:30:02
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  • OTS0168

Herzerkrankungen bleiben häufigste Todesursache in Österreich

Vor allem Frauen betroffen - Bettenbedarf steigt - Kardiologentagung bis kommenden Samstag in Gmunden

Wien (OTS) - Herzerkrankungen sind nach wie vor die häufigste
Todesursache in Österreich. Im Jahr 1998 starben daran insgesamt
30.271 Personen (39 Prozent aller Todesfälle), davon 13.096 Männer
(36 Prozent aller männlichen Todesfälle) und 17.174 Frauen (41
Prozent aller weiblichen Todesfälle). Darauf verwiesen Experten bei
der heute, Mittwoch, beginnenden Jahrestagung der Österreichischen
Kardiologischen Gesellschaft in Gmunden. Bis einschließlich kommenden
Samstag werden mehr als 500 Experten aus ganz Österreich sowie aus
dem Ausland über die Zukunftsaussichten der modernen Kardiologie
hinsichtlich Diagnostik und Therapie diskutieren. ****

Weitere interessante Zahlen, die am Anfang der Tagung
präsentiert wurden: Seit 1980 hat die Gesamtsterblichkeit bei Männern
und Frauen in Österreich um insgesamt 25 Prozent abgenommen. Bei den
koronaren Herzkrankheiten hat die Sterblichkeit im selben Zeitraum
bei den Männern jedoch nur um etwa 8 Prozent abgenommen. Bei den
Frauen gibt es sogar eine komplette Trendumkehr: Dort hat sie um 13
Prozent zugenommen.

Präsident der Kardiologentagung ist Univ.-Prof. Dr. Heinz
Weber, Vorstand der 5. Medizinischen Abteilung mit Kardiologie im
Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien. Weber betonte, daß mit
zunehmen-der Lebenserwartung in Österreich die Zahl jener Menschen
steige, welche an Krankheiten leiden, die in höherem Lebensalter
gehäuft auftreten. Zu diesen Erkrankungen zählten die
Herzerkrankungen. Deshalb werde der kardiologischen Versorgung der
älteren Bevölkerungsschichten in den nächsten Jahren besondere
Bedeutung zukommen.

Auf Grundlage von Statistiken des Wiener
Krankenanstaltenverbunds sowie des Österreichischen Statistischen
Zentralamts wurden auf Basis von 5-Jahres-Altersgruppen, getrennt für
Männer und Frauen, Berechnungen des zukünftigen Bettenbedarfs zur
Versorgung herzkranker Patienten in Österreich durchgeführt. Weber:
"In den Jahren 1995/96 befanden sich jeweils rund 24.600 Patienten
pro Jahr wegen einer Herzerkrankung in stationärer Behandlung. Dafür
wurden 845 Betten benötigt." Aufgrund der demographischen Entwicklung
werde die Zahl von Herzpatienten aber um 2 Prozent auf etwas mehr als
25.000 Patienten im Jahr 2010 und um weitere 2,1 Prozent auf rund
25.650 im Jahr 2020 ansteigen.

"Von den 845 in den Jahren 1995/96 benötigten Betten wird der
Bedarf um 9,6 Prozent auf 926 Betten im Jahr 2010 und um weitere 11,7
Prozent auf 1034 Betten im Jahr 2020 zunehmen", betonte Weber. Das
würde ein Plus von 189 zusätzlichen Betten (oder 22 Prozent, Anm.)
gegenüber 1995/96 bedeuten.

Weber fordert daher von den politisch Verantwortlichen, sich
rechtzeitig auf den vermehrten Bettenbedarf einzustellen: "Man kann
nicht in zehn Jahren überrascht tun. Die Zahlen liegen am Tisch."

Rückfragehinweis: Österreichische Kardiologische Gesellschaft
Tagungssekretariat, Telefon 07612/66014

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