Herzerkrankungen bleiben häufigste Todesursache in Österreich

Vor allem Frauen betroffen - Bettenbedarf steigt - Kardiologentagung bis kommenden Samstag in Gmunden

Wien (OTS) - Herzerkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Österreich. Im Jahr 1998 starben daran insgesamt 30.271 Personen (39 Prozent aller Todesfälle), davon 13.096 Männer (36 Prozent aller männlichen Todesfälle) und 17.174 Frauen (41 Prozent aller weiblichen Todesfälle). Darauf verwiesen Experten bei der heute, Mittwoch, beginnenden Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft in Gmunden. Bis einschließlich kommenden Samstag werden mehr als 500 Experten aus ganz Österreich sowie aus dem Ausland über die Zukunftsaussichten der modernen Kardiologie hinsichtlich Diagnostik und Therapie diskutieren. ****

Weitere interessante Zahlen, die am Anfang der Tagung präsentiert wurden: Seit 1980 hat die Gesamtsterblichkeit bei Männern und Frauen in Österreich um insgesamt 25 Prozent abgenommen. Bei den koronaren Herzkrankheiten hat die Sterblichkeit im selben Zeitraum bei den Männern jedoch nur um etwa 8 Prozent abgenommen. Bei den Frauen gibt es sogar eine komplette Trendumkehr: Dort hat sie um 13 Prozent zugenommen.

Präsident der Kardiologentagung ist Univ.-Prof. Dr. Heinz Weber, Vorstand der 5. Medizinischen Abteilung mit Kardiologie im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien. Weber betonte, daß mit zunehmen-der Lebenserwartung in Österreich die Zahl jener Menschen steige, welche an Krankheiten leiden, die in höherem Lebensalter gehäuft auftreten. Zu diesen Erkrankungen zählten die Herzerkrankungen. Deshalb werde der kardiologischen Versorgung der älteren Bevölkerungsschichten in den nächsten Jahren besondere Bedeutung zukommen.

Auf Grundlage von Statistiken des Wiener Krankenanstaltenverbunds sowie des Österreichischen Statistischen Zentralamts wurden auf Basis von 5-Jahres-Altersgruppen, getrennt für Männer und Frauen, Berechnungen des zukünftigen Bettenbedarfs zur Versorgung herzkranker Patienten in Österreich durchgeführt. Weber:
"In den Jahren 1995/96 befanden sich jeweils rund 24.600 Patienten pro Jahr wegen einer Herzerkrankung in stationärer Behandlung. Dafür wurden 845 Betten benötigt." Aufgrund der demographischen Entwicklung werde die Zahl von Herzpatienten aber um 2 Prozent auf etwas mehr als 25.000 Patienten im Jahr 2010 und um weitere 2,1 Prozent auf rund 25.650 im Jahr 2020 ansteigen.

"Von den 845 in den Jahren 1995/96 benötigten Betten wird der Bedarf um 9,6 Prozent auf 926 Betten im Jahr 2010 und um weitere 11,7 Prozent auf 1034 Betten im Jahr 2020 zunehmen", betonte Weber. Das würde ein Plus von 189 zusätzlichen Betten (oder 22 Prozent, Anm.) gegenüber 1995/96 bedeuten.

Weber fordert daher von den politisch Verantwortlichen, sich rechtzeitig auf den vermehrten Bettenbedarf einzustellen: "Man kann nicht in zehn Jahren überrascht tun. Die Zahlen liegen am Tisch."

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