"Neues Volksblatt" Kommentar: "Über Härten" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 31. Mai 2000

Linz (OTS) - Das Jahr 1997 sollte für die Politik ein lehrreiches Jahr gewesen sein: Es hat gezeigt, was herauskommt, wenn man eine Pensionsreform macht, die vor lauter Rücksichtnahmen auf diese und jene Interessen letztlich nur mehr eine Reform im Miniformat ist -nämlich die nächste notwendige Reform, schon drei Jahre später. Entsprechende Warnungen gab es auch damals schon genug. Daher sollte sich jeder Kritiker an dem, was die Regierung jetzt zur Sanierung des Pensionssystems vorschlägt, sehr genau fragen, ob seine Kritik nicht letztlich zu Lasten Dritter, etwa jüngerer Menschen, geht - mag auch manch geplanter Reformpunkt außerordentlich hart klingen. (Es würde übrigens politischer Logik widersprechen, gäbe es nicht noch den einen oder anderen Verhandlungsspielraum.)

Gelebter Generationenvertrag heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen. Diese Verantwortung gilt nicht nur für die Regierung, sondern für alle: Die Arbeitnehmervertreter, die nicht nur ihre jetzige Klientel im Auge haben dürfen, die Wirtschaft, die ältere Menschen viel zu oft ins Out gestellt hat. Und auch jeder Einzelne muss sich fragen, ob er wirklich schon jetzt, nur, weil es gerade geht, in die Pension gehen muss. Verantwortungsgefühl aller ist das beste Mittel gegen soziale Härten.

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