• 31.05.2000, 08:13:35
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"Neues Volksblatt" Kommentar: "Über Härten" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 31. Mai 2000

Linz (OTS) - Das Jahr 1997 sollte für die Politik ein lehrreiches
Jahr gewesen sein: Es hat gezeigt, was herauskommt, wenn man eine
Pensionsreform macht, die vor lauter Rücksichtnahmen auf diese und
jene Interessen letztlich nur mehr eine Reform im Miniformat ist -
nämlich die nächste notwendige Reform, schon drei Jahre später.
Entsprechende Warnungen gab es auch damals schon genug. Daher sollte
sich jeder Kritiker an dem, was die Regierung jetzt zur Sanierung des
Pensionssystems vorschlägt, sehr genau fragen, ob seine Kritik nicht
letztlich zu Lasten Dritter, etwa jüngerer Menschen, geht - mag auch
manch geplanter Reformpunkt außerordentlich hart klingen. (Es würde
übrigens politischer Logik widersprechen, gäbe es nicht noch den
einen oder anderen Verhandlungsspielraum.)

Gelebter Generationenvertrag heißt, Verantwortung für andere zu
übernehmen. Diese Verantwortung gilt nicht nur für die Regierung,
sondern für alle: Die Arbeitnehmervertreter, die nicht nur ihre
jetzige Klientel im Auge haben dürfen, die Wirtschaft, die ältere
Menschen viel zu oft ins Out gestellt hat. Und auch jeder Einzelne
muss sich fragen, ob er wirklich schon jetzt, nur, weil es gerade
geht, in die Pension gehen muss. Verantwortungsgefühl aller ist das
beste Mittel gegen soziale Härten.

Rückfragehinweis: Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782

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