Physikalische Medizin: Zielgenau zum Erfolg

Die Physikalische Medizin versteht sich als "die" Rehabilitationsmedizin. Auf die genaue Diagnose und eine maßgeschneiderte Behandlung kommt es an

Grado (OTS) - "Genaue Diagnostik, die entsprechende Therapie und
das Qualitätsmanagement sind entscheidend für den Erfolg." - Das erklärte die Wiener Spezialistin für Physikalische Medizin, Dr. Barbara Arbes-Sertl, aus Anlass der Ärztetage in Grado (28. Mai bis 3. Juni), eine der größten Fortbildungsveranstaltungen für niedergelassene Ärzte der Österreichischen Ärztekammer.

Bei weitem nicht immer fühlt sich das Fach der Physikalischen Medizin in seinem Stellenwert im Gesundheitswesen genügend anerkannt. Die Wiener Expertin: "Der Facharzt für Physikalische Medizin ist in Amerika nach dem Kardiologen der zweitbedeutendste Arzt. Seinen Ergebnissen wird eine enorme Bedeutung beigemessen - und wir können auch sprichwörtlich unglaubliche Dinge erreichen."

Die Definition dieses Fachgebietes: Die Physikalische Medizin umfasst das Erkennen von Struktur- und Funktionsstörungen. Sie behandelt mit Methoden, die am Ort dieser Störungen wirken. Die Therapie kann die Verhütung bzw. die Heilung von Störungen oder die Wiedererlangung von verloren gegangenen Funktionen als Ziel haben.

Letzteres ist das Spezialgebiet der Rehabilitation: Sie ist der koordinierte Einsatz medizinischer, sozialer, beruflicher, pädagogischer und technischer Maßnahmen unter Einbeziehung des sozialen und physikalischen Umfelds zur Funktionsverbesserung. Der Patient soll wieder Kapazität zum Erreichen einer größtmöglichen Eigenaktivität und zur unabhängigen Teilnahme an allen Lebensbereichen bekommen.

Die Wiener Fachärztin betont den Stellenwert der Rehabilitation:
"Der Facharzt für Physikalische Medizin ist eigentlich ,der' Arzt für Rehabilitation. In Österreich entwickelte er sich aus der Unfallchirurgie, in der Schweiz kam er aus der Rheumatherapie. Aber sicherlich ist die Rehabilitationsmedizin ganz entscheidend."

Netzwerk an Problemen

Die Vielschichtigkeit der Probleme, mit denen der Facharzt für Physikalische Medizin konfrontiert ist, bedeutet auch, dass eine möglichst genaue Diagnose gestellt werden muss. Der Grad der Behinderung bzw. der Funktionsstörung muss ebenfalls bewertet werden. Hinzu kommt die Beachtung der realistisch erreichbaren Ziele der Behandlung in der Physikalischen Medizin.

Die Wiener Fachärztin: "Danach richtet sich schließlich die Therapie. Es macht einen Unterschied, ob jemand 100 Meter in zehn Minuten oder in zwei Minuten zurücklegen kann. Es macht einen Unterschied, ob jemand in Folge einer Hüftendoprothesen-Operation (künstliches Hüftgelenk, Anm.) nachbehandelt wird oder ob der selbe Patient mit 60 Jahren zuckerkrank ist, einen Infarkt hinter sich hat oder sonst an Gefäßerkrankungen leidet. Es macht drittens einen Unterschied, wenn ein Betroffener, der nur mit zwei Krücken gehen kann, im dritten Stock ohne Lift wohnt."

Alle diese Bedingungen machen die Physikalische Medizin zu einem diffizilen Gebiet, bei dem einer sachgerechte Diagnose die individuelle Therapie zum Erreichen sinnvoller Ziele und danach die Kontrolle des Erfolges folgen sollten. Dr. Barbara Arbes-Sertl: "Man wird nicht sinnlos irgendeinen Ultraschall verabreichen. Und mit dem einfachen Aufschreiben von Munari-Packungen ist es auch nicht getan."

Deshalb wird schließlich ein Therapieplan erstellt. Er sollte folgende Punkte umfassen:

Richtlinien zur Durchführung (Art, Dauer, Intensität und Frequenz) Therapieziele (Nah- und Fernziele: von der Schmerzreduktion bis zur Wiedereingliederung in den gewohnten Arbeitsprozess Kontrolluntersuchungen, um den Effekt zu messen und eventuell die Behandlung zu ändern, wenn sich Probleme ergeben

Erst die Berücksichtigung aller dieser Faktoren, die genaue Diagnose und eine individuell angepasste Behandlung führen in der Physikalischen Medizin zum optimalen Erfolg. Das "Unglaubliche" wird vielleicht doch noch möglich ...

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