• 29.05.2000, 17:03:19
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GPA-Jugend: Dringend neue ExpertInnen für Bartenstein und Gehrer gesucht!=

Wien (GPA/ÖGB). ”Wir geben den beiden Ministern Bartenstein und
Gehrer den dringenden Rat, sich neue ExpertInnen in ihren Ministerien
zu suchen”, hilft Barbara Novak-Schild, Vorsitzende der
Jugendabteilung der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), den
anscheinend konzeptlosen Ressortverantwortlichen. Denn nur so ist es
erklärbar, dass Minister Bartenstein 4.500 Lehrstellen auf neue
Lehrberufe und modifizierte Vorschriften zurückführt. ”Wahr ist
vielmehr, dass alleine 1999 von den 1.852 zusätzlichen - die Betonung
liegt auf zusätzlich (!) - geschaffenen Lehrstellen 1.500 auf
Maßnahmen im Rahmen des Auffangnetzes zurückzuführen sind”, führt
Novak-Schild aus.++++

Im Gegensatz zum Auffangnetz, dass 700 bis 800 Millionen gekostet
hat, haben Bartensteins Wirtschaftsfreunde für die restlichen 352
Lehrplätze 2,3 Milliarden erhalten.

”Statt Konzepte, die erfolgreich sind, weiterzuführen, wie es die
Stiftungen und Lehrgänge zweifelsfrei sind, wird alles getan, um den
Unternehmen noch billigere Hilfskräfte am Silbertablett zu
servieren”, ist die GPA-Jugend-Vorsitzende über die Ankündigung,
unter anderem die Lehrlingsstiftungen abzuwürgen, empört. Anstelle
alles zu tun, um Qualität in der dualen Berufsausbildung mit modernen
Lehrberufen abzusichern, wird die Möglichkeit von
Schmalspur-Lehrberufen durch die Vorlehre noch ausgeweitet.

”Auch die Ankündigung, die Lehrlingsstellen zur Firmenberatung
einzusetzen, zeigt die Qualität der ministeriellen BeraterInnen. Denn
die Lehrlingsstellen wären schon lange zur Förderung von
Ausbildungsverbünden aufgerufen. Nicht durch eine Pressekonferenz
sondern durch das Berufsausbildungsgesetz”, weist Novak-Schild auf
die geltende Rechtslage hin. ”Aber was ist von einem Minister für
Wirtschaft und Arbeit auch anderes zu erwarten. Denn genauso pervers
wie die Ministeriumskonstruktion, ein Unternehmer als Minister, der
die Interessen von ArbeitnehmerInnen vertreten soll, ist die
Tatsache, dass die für Lehrlinge verantwortliche Lehrlingsstelle in
der Wirtschaftskammer angesiedelt ist. Zwei bessere Beispiele, den
Bock zum Gärtner zu machen, gibt es ja gar nicht”, stellt die
Vorsitzende die Politik der gespaltenen Zunge bloß. ”Damit diese
angekündigte Beratungsoffensive kein Lippenbekenntnis bleibt, fordern
wir, die Lehrlingsstelle dort anzusiedeln, wo sie
interessenspolitisch auch hingehört, nämlich in die Kammer für
Arbeiter und Angestellte!”, so Novak-Schild abschließend.

ÖGB, 29. Mai 2000
Nr. 430

Rückfragehinweis: Alexander Prischl, Jugendabteilung der GPA

Telefon (01) 313 93
[email protected]

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