• 29.05.2000, 15:18:15
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  • OTS0233

Münzen im Römischen Weltreich als Geschichtsquelle

Carnuntum mit wichtigen Exponaten vertreten

St.Pölten (NLK) - Der römische Kaiser Marc Aurel überquerte mit
seinen Soldaten im Jahr 171 n. Chr. die Donau bei Carnuntum und
benützte dazu eine Schiffsbrücke, wie sie damals im Römischen
Weltreich in militärischem Gebrauch stand. Das weiß man aus einer
Abbildung auf einer römischen Münze, die in der Münzstätte Roms
geprägt wurde. Sie weist alle typischen Merkmale römischer Münzen
auf, die während der Zeit der römischen Kaiser nicht nur als
Zahlungsmittel, sondern auch als Mittel der Propaganda der damals
Herrschenden verwendet wurden. Das Kunsthistorische Museum in Wien,
das weltweit die viertgrößte Münzensammlung und mit 100.000 römischen
Münzen eine der größten Sammlungen dieses Spezialbereiches besitzt,
zeigt vom 30. Mai bis Ende November 2000 (jeweils Dienstag bis
Sonntag von 10 bis 18 Uhr) die Sonderausstellung "Non olet - Das Geld
der Römer". Der Titel geht auf den Ausspruch Vespasians zurück, der,
als sein Sohn Titus sich über die neu eingeführte Urinsteuer
mokierte, ihm eine Münze mit den Worten "pecunia non olet - Geld
stinkt nicht" unter die Nase gehalten haben soll.

Durch Münzen wurden der Bevölkerung Botschaften vermittelt. Auf
der Vorderseite waren meist Porträts der Kaiser, auf den Rückseiten
ihre Taten, außenpolitischen Erfolge, innenpolitischen Leistungen wie
Steuernachlässe, Getreidespenden, aber auch die Fertigstellung von
Gebäuden in Rom dargestellt. Münzen dienten somit der
Massenkommunikation, vieles weiß man sogar nur aus den Münzen.
Ergänzt werden die rund 600 Münzen, die in verschiedene
Themenbereiche eingeteilt sind, durch thematisch korrespondierende
Kleinplastiken aus der Antikensammlung des Museums.

Carnuntum kommt nicht nur dann und wann thematisch vor, so
betrifft die Münze mit dem Kopf des Septimius Severus einen Kaiser,
der in Carnuntum von den Soldaten ausgerufen wurde, in Carnuntum
wurden auch Münzen geprägt, von denen sich ebenfalls einige in der
Ausstellung befinden. Schließlich stammen viele Münzen aus Funden in
Carnuntum, denn das Kunsthistorische Museum hatte immer wieder
bedeutende Stücke aus dieser Quelle angekauft.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200-2174

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