Mercedes Echerer im Gespräch mit dem Künstler Itzu Rimmer (Israel) - BILD (web)

Wien (OTS) - Mercedes Echerer, Abgeordnete zum Europaparlament, eröffnet am Montag, dem 29.5.2000 19:00 Uhr gemeinsam mit Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe die neue M-ART internationale Galerie am Börseplatz 3, 1010 Wien.

Gezeigt wird eine Ausstellung von 5 israelischen Künstlern unter dem Titel "miteinanders".

Sie führte ein Interview mit dem Künstler Itzu Rimmer, dessen Bild "conversations with god" die Einladung ziert:

ME: Warum haben Sie sich zu einer Ausstellung - trotz der heiklen politischen Lage in Österreich - entschlossen?

IR: Als Israeli und Jude bin ich besonders aufmerksam, was Rassismus und Diskriminierung jedweder Art, Verletzung von Menschenrechten und ganz speziell Antisemitismus betrifft. Gleichzeitig glaube ich aber, dass Kunst, die auf ganz persönliche Art geschaffen wird, Menschen zusammenbringt. Sie wendet sich gegen jede Art von willkürlichen Grenzen und kann Gräben zwischen Menschen zuschütten. Sie ist eine internationale Sprache, die überall verstanden wird und kennt keine Grenzen in jedweder Form.

Darüberhinaus glaube ich, dass die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung keinerlei falschen Ideologien folgt, was mich als Israeli dazu veranlaßt genau zu unterscheiden zwischen denen, die willens sind zuzuhören und den anderen. Beziehungen aufzubauen, die auf Gleichheit und menschlicher Achtung beruhen, sind mir ein Anliegen.

ME: Herr Itzu Rimmer, warum nennen Sie viele Ihrer Bilder "Gespräche - conversations" oder " Gespräche mit Gott - conersations with god"? Soll das heißen, dass Ihre Arbeiten als religöse Werke zu bezeichnen sind - sind Sie religiös?

IR: Kunst ist gemäß Definition und aus der Natur der Sache heraus eine Befassung mit der Erhabenheit. Man muß nicht religiös sein, um das Erhabene, Göttliche und Transzendentale zu verstehen und um damit zu kommunizieren. Für mich bedeutet religiös zu sein nicht das bestimmte Praktizieren von Riten - in diesem Sinne bin ich nicht religiös - aber ich glaube an eine überall präsente göttliche Existenz.

ME: Die menschliche Figur in Ihren Bildern spiegelt eine bestimmte Einsamkeit wider. Ist diese Einsamkeit in einem Zusammenhang mit Ihrer eigenen Persönlichkeit zu sehen oder mit der Ihrer Person als Künstler?

IR.: Ein Künstler zu sein, bedeutet dem Grunde nach, einsam zu handeln - wir Künstler treffen in der isolierten Einsamkeit des Studios alle Entscheidungen - wir sind zum Mißverständnis verurteilt - wir können niemals den Einflüssen anderer auf unser Werk Vertrauen schenken. Meine Arbeit spiegelt nicht meine persönliche Situation wider, sondern ist ein Versuch einer Untersuchung menschlicher Beweggründe in bezug auf die Auseinandersetzung mit der Natur, eine Auseinandersetzung der tiefen Bedeutung unserer Existenz und über allem, um uns selbst kennenzulernen. Je verwundbarer wir sind oder uns fühlen, desto mehr Kraft haben wir, uns mit der Welt auseinander zu setzen.

ME: Obwohl Ihre Bilder reich an Farben sind beinhalten sie nur sehr wenige Elemente - meist nur drei oder vier. Würden Sie sich als ein Minimalist bezeichnen?

IR: Meine künstlerische Sprache ist hebräisch - obwohl ich stark von Minimalisten wie den Amerikanern Mark Rothko und Barnett Newman sowie dem Franzosen Pierre Solage beeinflußt bin. Die Sprache der Bibel ist sehr knapp, kurz und richtig auch dann, wenn sie poetisch wird. Sie ist immer offen für eine Vielzahl von Interpretationen (möglicherweise wegen des inhärenten Minimalismuses). Darüber hinaus, wenn ich meine Arbeiten betrachte, kommt das starke, strahlend schöne Licht der israelischen Sonne, welches die Nuancen trübt, durch und läßt unnachgiebig nur den Kontrast von Farbe und Form sichtbar werden. Wenn man unter solchen Bedingungen aufgewachsen ist, fällt mir keine andere Form der Sprache ein als die, der klar umgrenzten minimalistischen.

ME: Viele Ihre Bilder weisen ganze Flächen nur mit der Struktur und der Farbe der rauhen Leinwand aus. Wie kommentieren Sie das?

IR : Die Farbe und Struktur der Leinwand lassen einen Rückschluß auf die Erde zu. Farbige Flächen symbolisieren das Universum, reflektiert durch das göttliche Licht, welches vom Himmel kommt. Die menschliche Figur steht für unsere begrenzte Kapazität des Begreifens der komplexen Beziehungen zwischen dem Ganzen.

ME: Wie sehen Sie Ihre Kunst im Rückblick der letzten 10 Jahre?

IR: Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich sehe mich als ein sehr intuitiver Künstler der nicht nach langfristigen Plänen arbeitet. Mein derzeit größter Wunsch ist es, "die Stille von Gott, dem Universum und der Menschheit" zu malen. Aber zur gleichen Zeit bin ich von der Erde und dem Bemalen ihrer metaphysischen Landschaft magisch angezogen.

ME: Warum glauben Sie, muß man ein Werk von Itzu Rimmer besitzen?

IR: Abseits der Schönheit meiner Arbeiten drücken diese in einer nonverbalen Tiefe die Gedanken und Gefühle jeder Person aus. Sie können keine Antwort geben aber sie ermöglichen, an seinen oder ihren tiefsten Gedanken über einen selbst und seiner/ihrer Welt teilnehmen zu können. Ich kann noch darüber hinaus hinzufügen, dass ein Einblick in meine Arbeiten jedermann mehr Selbstzufriedenheit gibt. (siehe auch OTS0296 vom 17.5.2000)

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