• 24.05.2000, 14:15:06
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  • OTS0277

Stahlindustrie hat ihr Tief überwunden

Rohstahlproduktion ging 1999 um 1,5 Prozent zurück - Auftragseingänge und Produktion steigen wieder

Wien (PWK) - Die Konjunktur in der heimischen Stahlindustrie hat
sich im vergangenen Jahr leicht abgekühlt. Nach einem "heißen" Jahr
1998 ging die Rohstahlproduktion 1999 um 1,5% zurück, Roheisen wurde
um 2,7% weniger produziert. Behaupten konnten sich Flachprodukte
(+0,7%) während die Entwicklung bei Langprodukten rückläufig war
(-1%). Der gesamte Stahlverbrauch in Österreich sank 1999 um 2,7% auf
3,5 Mio t. Abgenommen hat auch die Zahl der Beschäftigten im
EGKS-Bereich (-2,6%) auf 11.848 Mitarbeiter.

Erfreulich ist, dass die Preise im Laufe des Jahres in den meisten
Bereichen wieder anzogen. In der Automobilindustrie, aber auch in der
Maschinen-, der Eisen- und Metallwarenindustrie und in der
Bauindustrie wächst die Nachfrage nach Stahl "Made in Austria". Im
unlegierten Bereich legten die Auftragseingänge 1999 durchschnittlich
um 4,4% zu. Dabei stieg die Nachfrage in den sonstigen EU-Staaten mit
einem Plus von 8,1% deutlich stärker als im Inland (+3,2%). Der
Rückgang aus Drittländern betrug -5,6% gegenüber 1998.

Die positive Entwicklung hat sich im 1. Quartal 2000 fortgesetzt. In
allen wichtigen Bereichen hat sich die Auftragslage sowohl im Inland
als auch im Ausland entspannt. Vor allem die europäische Auto- und
Haushaltsgeräteindustrie produziert weiter auf hohem Niveau. Auch auf
dem Langproduktesektor konnten neue Aufträge eingefahren werden.
Durch den niedrigen Euro-Kurs wird die Nachfrage in Europa zunehmend
von EU-Produzenten gedeckt und nicht mehr durch Importe. Dieser
positive Trend wird voraussichtlich auch noch in den nächsten Monaten
anhalten.

Weltweit hat die Stahlerzeugung 1999 um 1,26% auf 786,8 Mio. t
zugenommen, wofür hauptsächlich starke Steigerungen in China und den
GUS-Staaten verantwortlich waren. Der sichtbare Stahlverbrauch ist um
0,8% gewachsen. Das entspricht einer Steigerung um 5,5 Mio. t. Im
EU-Raum ist die Rohstahlproduktion um 3,1% auf 155 Mio. t gesunken.
Auch der sichtbare Stahlverbrauch nahm um 1,8% auf 134,6 Mio. t ab.
Die stärksten Rückgänge bei der Rohstahlproduktion waren in
Griechenland mit 14,3% und Irland mit 12,3% zu verzeichnen; ebenso
mussten England mit 5,9%, Dänemark mit 5,1%, die Niederlande mit
4,8%, Deutschland mit 4,5%, Belgien mit 4,3%, Italien mit 3,3% sowie
Schweden mit 1,7% Rückgänge hinnehmen. Nennenswerte Zuwächse gab es
nur in Portugal mit 8,5% und Luxemburg mit 4,6%. Österreich liegt mit
einem Rückgang von 1,5% hinsichtlich der Produktionsentwicklung im
Jahr 1999 an 6. Stelle innerhalb der EU. Die übrigen EU-Staaten
zeigten stagnierende Entwicklungen.

China behielt auch 1999 unangefochten seine Position als größter
Stahlproduzent der Welt. Die Produktion stieg um 8,0% auf 123,7 Mio.
t. Japan blieb trotz einer geringfügigen Steigerung der Produktion um
0,7% auf 94,2 Mio. t Rohstahl unter den weltgrößten Stahlherstellern
an 3. Stelle, hinter den USA. In den anderen asiatischen Staaten war
eine unterschiedliche Entwicklung zu verzeichnen. Während die
Rohstahlproduktion in Taiwan um 9,0% zurückging, haben Korea (+2,9%)
und Indien (+3,5%) die Produktion gesteigert. Die USA verzeichneten
einen leichten Rückgang um 1,4% auf 97,3 Mio. t, während Kanada seine
Stahlproduktion um 1,9% auf 16,2 Mio. t ausweiten konnte. In den
GUS-Staaten konnte die Stahlproduktion um 15,2% auf 85,8 Mio. t
angehoben werden, während die Produktion in den meisten anderen
osteuropäischen Ländern zurückging. (MH)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

Presseabteilung
Tel.: (01) 50105-4462
e-mail: [email protected]

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