Österreich bei Immobilienpreisen im europäischen Mittelfeld

Bei den Mieten leuchtet rot-weiß-rot am unteren Ende der Preisskala

Wien (PWK) - Die Immobilienpreise sind in Österreich nicht teurer als in anderen europäischen Staaten. Ganz im Gegenteil: Die Verkaufspreise bewegen sich im europäischen Mittelfeld, bei den Mieten liegt Österreich am unteren Ende der Preisskala. Das geht aus dem Jahresbericht 1999 des Europäischen Immobilienrates CEPI hervor, der heute von der Bundesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder präsentiert wurde.

Die jährlichen Veränderungen bei den Kaufpreisen und Mieten für Immobilien in den einzelnen Ländern sind gewaltig: Irland +28%, Holland +15%, Norwegen +10%, Frankreich +9%, Spanien +8,5%, Dänemark +7,9%, Portugal +5%, Italien und Belgien +3%, Deutschland plus 0,5%. In Österreich sind die Preise hingegen um bis zu 5% gesunken!

Deutschland hat mit 2.485 Euro die höchsten Quadratmeterpreise für den Verkauf von Einfamilienhäusern in den wichtigsten Großstädten. Speziell in Hamburg sind die Preise im Vergleich zu Berlin sogar noch sehr viel höher. Diesem Preisniveau folgen auch Italien (2.300 Euro), Österreich (1.345 Euro), Frankreich (1.250 Euro) und Spanien (1.187).

Die Italiener müssen besonders tief in die Tasche greifen, wenn sie eine Eigentumswohnung erwerben wollen. Durchschnittlich 2.600 Euro müssen in Italien für die eigenen vier Wände pro Quadratmeter bezahlt werden. Etwas weniger sind es in Deutschland (1.845) und Norwegen (1.600 Euro). Da sind die 1.088 Euro in Österreich fast eine europäische Mezzie. Billiger sind nur noch Portugal (1.050 Euro), Belgien (942) und Schweden (275).

Die höchsten Durchschnittswerte für Büroflächen in wichtigen Großstädten werden in Deutschland (3.745 Euro) erzielt, gefolgt von Italien (3.110 Euro), Irland (2.310 Euro) und Frankreich (2.230 Euro). Sehr günstig sind Büros derzeit in Österreich (1.015 Euro) und Dänemark (675 Euro). Das billigste Büro gibt’s in Schweden (271 Euro).

Überraschenderweise sind die Preise für Grundstücke zur Errichtung eines Hauses im städtischen Bereich dort am teuersten, wo man es nicht vermutet: Spanien (480 Euro), Portugal (370) und Irland (250). Österreich liegt mit 164 Euro pro Quadratmeter im europäischen Durchschnitt. Erstaunlich wenig zahlt man für Baugründe in Finnland (51) und Dänemark (33 Euro). Industriegrundstücke sind in Schweden sieben mal teurer als im Vergleich zu Belgien und zwei mal teurer als im Vergleich zu Spanien. Österreich hält mit 120 Euro pro m² noch gut mit. Richtig preiswert wird’s erst in Holland (70) und Finnland (51 Euro).

Die Klagen über zu hohe Mieten in Österreich sind höchstens als polemische Parteipropaganda zu gebrauchen. In Wahrheit ist Österreich das Land mit den niedrigsten Mieten für Einfamilienhäuser in Europa. Gerade mal 70 Euro pro Quadratmeter und Jahr muss man hierzulande für die geliehenen vier Wände berappen. Zum Vergleich: Norweger dürfen mehr als das doppelte (150) auf das Konto ihrer Vermieter überweisen. Nicht viel besser geht es Italienern (115) und Franzosen (100 Euro).

Ähnlich wie bei den Mieten für Einfamilienhäuser ist die Situation bei den Wohnungsmieten. Billiger als in Österreich (60) kann man sich eine Wohnung nur noch in Belgien (57 Euro) mieten. Spitzenreiter ist überraschend Irland mit 122 Euro pro Quadratmeter und Jahr. Auf Platz zwei und drei folgen wie gehabt Italien (115) und Frankreich (98).

Billiger geht’s nimmer: die günstigsten Büros gibt es tatsächlich in Österreich zu mieten, zum Preis von 67 Euro pro Quadratmeter und Jahr. Fast das Dreifache wird hingegen in Irland (190) und Portugal (180 Euro) verlangt. Etwas preiswerter kann man sich in Holland (153), Deutschland (144) und Frankreich (140 Euro) einmieten.

Das mit Abstand teuerste Pflaster für Einzelhändler ist Deutschland mit 1.025 Euro pro Quadratmeter. Damit ist es in deutschen Großstädten dreimal so teuer, ein Geschäftslokal zu mieten wie in Österreich, das mit 310 Euro im unteren Mittelfeld in Europa liegt. An zweiter Stelle liegt Holland mit 681 Euro, dicht gefolgt von Spanien mit 600 Euro. Preiswert sind Geschäftsflächen vor allem in Portugal (120) und Griechenland (108 Euro).

Seit knapp 10 Jahren ist der europäische Immobilienverband CEPI in Brüssel aktiv. Die Bundesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder ist seit März 2000 Mitglied des Europäischen Immobilienrates CEPI mit seinen Spartenverbänden EPAG (Makler) und CEAB (Verwalter). Weitere Mitglieder sind Vereinigungen aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Spanien, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen und Schweden. CEPI vertritt 21 Vereinigungen mit rund 80.000 Unternehmen in Europa.

Seit einigen Jahren erhebt die CEPI in allen Mitgliedsländern Durchschnittspreise für Liegenschaften und veröffentlicht diese als Vergleich in Euro in ihrem Jahresreport. Die Zahlen für 1999 sind erst kürzlich in Brüssel präsentiert worden. Bei den Daten handelt es sich um durchschnittliche Preisveränderungen (Kaufpreise und Mieten) für Grundstücke, Häuser, Wohnungen, Büros, Einzelhandelsflächen und Industrieliegenschaften in den verschiedenen europäischen Ländern. (MH)

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