Studie zeigt Weg für eine neue und weniger toxische Behandlung bei fortgeschrittenem Blasenkrebs / Behandlungsmethode verwendet nur zwei anstatt vier Wirkstoffe

New Orleans (ots-PRNewswire) - Die beim jährlichen Meeting der American Society of Clinical Oncology enthüllten Ergebnisse einer wichtigen Studie zeigten: Die Kombination der krebsbekämpfenden Wirkstoffe Gemcitabine und Cisplatin ist sicherer, verträglicher und ebenso effektiv wie die toxischere Medikation mit vier Wirkstoffen, die weithin als der goldene Standard bei der Behandlung von fortgeschrittenem Blasenkrebs erachtet wird.

Die Befunde könnten zur Entwicklung einer neuen Therapie bei fortgeschrittenem Blasenkrebs führen, die die gleichen Vorteile wie der gegenwärtige Standard bietet, jedoch mit bedeutend weniger toxischen Anteilen.

In den letzten 15 Jahren bestand die Standard-Behandlung bei fortgeschrittenem Blasenkrebs aus einer unter der Bezeichnung MVAC bekannten Behandlungsmethode. Diese Methode beinhaltet die Kombination von vier Wirkstoffen: Methotrexate, Vinblastine, Adriamycin und Cisplatin. Während diese Medikation sich als effektiv bei der Verlängerung der Lebenszeit erwies, steht sie jedoch auch im Zusammenhang mit einer bedeutenden Toxizität, einschließlich einer gefährlichen Reduzierung der Infektions-bekämpfenden weißen Blutkörperchen (Neutropenia) sowie Mucositis, einem ernsthaften Zustand, in dem der Patient unter schmerzhaften und entzündlichen Mundkrankheiten mit Schluckbeschwerden und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme leidet. Zusätzlich haben Studien gezeigt, dass MVAC im Zusammenhang mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu vier Prozent steht. Das bedeutet, dass die Patienten an den Auswirkungen der Therapie sterben, die zur Bekämpfung des Blasenkrebs selbst eingesetzt wurden.

Die neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Anwendung von Gemcitabine/Cisplatin bei der Behandlung von fortgeschrittenem Blasenkrebs im Mittel annähernd die gleichen Überlebensvorteile wie MVAC bietet (13,8 Monate gegenüber 14,8 Monate), dass aber Gemcitabine/Cisplatin insgesamt gesehen größere Risikovorteile bietet. Die Befunde basieren auf einer Phase III-Vergleichs-Studie, an der 405 Patienten aus 99 Zentren in 19 Ländern beteiligt waren. Die Studie wurde unter der Leitung von Hans von der Maase M.D., Department of Oncology, Aarhus University Hospital, durchgeführt.

"Durch den Ersatz von drei der vier MVAC-Wirkstoffen mit Gemcitabine haben wir die Behandlung weitaus verträglicher gemacht. Die Patienten können ein normaleres Leben führen und den therapeutschen Gewinn beibehalten", sagte von der Maase. "Das ist besonders wichtig für ältere Patienten, die über weniger Körperreserven verfügen".

Die Ergebnisse zeigten, dass im Vergleich zu MVAC Gemcitabine-Cisplatin die Häufigkeit des Auftretens bestimmter Erkrankungen bedeutend reduzierte: Neutropenische Sepsis, eine ernsthafte und potenziell verhängnisvolle Blutinfektion (12% gegenüber 1%), neutropenisches Fieber (22% gegenüber 5%) und Mucositis (22% gegenüber 1%). Es konnte auch eine signifikante Reduzierung der Todesfälle infolge einer in Verbindung mit der Therapie stehenden Toxizität in der Gemcitabine-Cisplatin-Gruppe verzeichnet werden. Forscher fanden heraus, dass:

- Der Anteil der mit Gemcitabine-Cisplatin behandelten
Patienten, die ihr Gewicht wieder erlangen und die
Funktionen des täglichen Lebens erfüllen konnten, sich erhöhte, was eine Verbesserung der Lebensqualität
nahelegt

- Die Krankhausaufenthalte bei Neutropenia-bezogenen Komplikationen bei den Gemcitabine-Cisplatin-
Patienten drastisch reduziert werden konnten; in der Gemcitabine-Cisplatin-Gruppe wurden insgesamt neun Krankenhausaufnahmen gegenüber 49 in der MVAC-Gruppe verzeichnet

- Patienten, die Gemcitabine-Cisplatin erhielten und an neutropenischem Fieber erkrankten, weniger Tage im
Krankenhaus verbrachten als die MVAC-Patienten (33
gegenüber 272)

- Die Gemcitabine-Cisplatin-Patienten weniger
normalerweise in Verbindung mit MVAV verwendete
Medikationen benötigten wie Bakterienansiedlungen stimulierende Faktoren, Antibiotika sowie antifungale und antivirale Medikationen, die zur Behandlung von
Nebeneffekten der Therapie notwendig sind

- Patienten mit Gemcitabine-Cisplatin häufiger mit
Anämie und Thrombozytopenie (niedrige Blättchen-Anzahl) als die MVAC-Patienten konfrontiert wurden; laut Studie traten jedoch keine gravierenden Komplikationen als Folge dieser Zustände auf.

"Die Ergebnisse dieser Studie sollten zu einer Veränderung des Behandlungsstandards bei fortgeschrittenem Blasenkrebs führen. Diese Veränderung sollte die Tatsache mit einbeziehen, dass wird nicht länger von einem Wirkstoff mit solch schwächenden und potenziell fatalen Nebeneffekten abhängig sind", sagte Prof. von der Maase. Er sagte weiterhin, dass das günstige Sicherheitsprofil von Gemcitabine-Cisplatin den Ärzten die Option bietet, andere chemotherapeutische Wirkstoffe hinzuzufügen, um den klinischen Vorteil und eine potenzielle Verlängerung der Lebenszeit zu maximieren, was mit MVAC nicht möglich ist.

Bei weltweit etwa 260.000 Menschen jährlich wird Blasenkrebs diagnostiziert mit schätzungsweise 115.000 Todesfällen pro Jahr. Die Ursachen des Blasenkrebs sind noch nicht voll erschlossen. Die meisten Blasentumore treten bei Männern über 55 Jahren auf; das Auftreten von Blasenkrebs ist bei Männern viermal höher als bei Frauen. Der Zigarettenkonsum ist ein bedeutender Risikofaktor für Blasenkrebs. Menschen, die chemischen Stoffen wie Arylamine - in der Textil-, Gummi- und Lederindustrie verwendet - ausgesetzt sind, scheinen auch ein höheres Risiko zu haben. Die wichtigsten Behandlungsmethoden bei Blasenkrebs sind die Chirurgie, die Bestrahlungstherapie, Immunotherapie und Chemotherapie. Die Art der Behandlung wird durch das Stadium der Krebskrankheit bestimmt.

ots Originaltext: Aarhus University Hospital
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