• 24.05.2000, 11:27:03
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  • OTS0165

Sicher Leben-Produktsicherheitsdienst: 1200 Verletzte durch Rasenmäher

Wien (OTS) - Für rund 1200 Hobbygärtner endet jedes Jahr die Idylle
im Grünen wie im Horrorfilm: Sie verletzen sich mit den Klingen eines
Rasenmähers so schwer, daß nur noch ein Arzt helfen kann. Neun von
zehn Unfälle haben dabei Ursachen, die jedem Kleingärtner aus Passion
fremd sein sollten, nämlich Leichtsinn, Hast oder Unkonzentriertheit.
Nur noch selten ist ausschließlich die Beschaffenheit der Mäher
schuld an Verletzungen.

Die meisten privaten "Gartenarchitekten" kommen mit
Schnittverletzungen in die Notaufnahme der Krankenhäuser, da sie bei
laufendem Motor "auf die Schnelle" den Grasfangkorb entleeren oder
Grasballen aus dem Mäher entfernen wollten. Mehr als die Hälfte der
Verletzungen betreffen die "grünen" Daumen und Finger der
Kleingärtner. Zu den schwersten Unfällen kommt es, wenn ein Fuß unter
das rotierende Messer gerät, etwa beim Mähen in Hanglage oder nach
einem Sturz beim Rückwärtsmähen. Neben gequetschten oder
zerschnittenen Fingern haben die Unfallchirurgen daher meist
Fußwunden von rasenmähenden Valentins-Jüngern zu versorgen, die etwa
ein Viertel aller Verletzungen ausmachen. Drei von vier Verletzten
sind Männer, meist über 45 Jahren.

Elektrisch betriebene Gartenmäher sind heute beliebter als die mit
Verbrennungsmotor. Viele Hobbygärtner schätzen das geringere Gewicht
und den reduzierten Lärm, unterschätzen aber die Gefahren durch
elektrischen Strom. Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil beim
Mähen die Kabel durchgetrennt werden.

Produktsicherheitstips:

Alte Rasenmäher sind gefährlich. Nur moderne Geräte besitzen einen
Druckschalter am Griff. Das Messer rotiert nur, solange dieser
Schalter gedrückt wird.

Mäherklingen drehen sich bis zu 3000 mal pro Minute und müssen
daher gut abgeschirmt sein. Die Klinge muß innerhalb von Sekunden
angehalten werden.

Konsumententips:

Stromkabel von Elektromähern bei der Arbeit hinterher ziehen, am
besten dabei über die Schulter legen. Im Freien nur Kabelrollen mit
Kunststoffgehäuse verwenden, die vom Hersteller für den Einsatz im
Freien empfohlen werden.

Zerschnittene Kabel nicht anfassen, solange der Stecker noch in
der Dose ist.

Werden bei Mähern mit Benzinmotor die Klingen gereinigt, muß der
Stecker der Zündkerzen gezogen sein. Bei Geräten mit Dieselmotoren
Kraftstoffhahn schließen.

Nie barfuß mähen. Feste Schuhe mindern die Verletzungsgefahr,
falls ein Fuß versehentlich unter den Mäher kommt. Rasenmäher nicht
rückwärts gehend ziehen.

Auf Böschungen Mäher quer zum Gefälle betreiben.

Bei Verstopfungen des Auswurfloches immer zuerst Gerät abschalten,
bevor die Störung behoben wird.

44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zu Unfällen mit Rasenmähern basiert auf Daten des
Unfallerhebungssystemes für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS.
Das Institut "Sicher Leben" erhebt in Kooperation mit dem
Gesundheitsministerium und dem Büro für Konsumentenschutz im
Justizministerium die österreichischen Daten für dieses europäische
Unfallerhebungssystem.

Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprech en
in vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär
behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in
der Freizeit verletzt haben. EHLASS ermöglicht so nicht nur,
gefährliche Produkte zu erkennen und gegeb enenfalls vom Markt
abzuziehen, es ist vor allem auch ein System, um Unfallzusammenhänge
zu untersuchen und damit Informationen zur laufenden Verbesserung von
Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur
Verfügung.

Rückfragehinweis: Institut "Sicher Leben":
Mag. Thomas Lettner,
Tel. 01-71770 DW 158,
[email protected]

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