Sicher Leben-Produktsicherheitsdienst: 1200 Verletzte durch Rasenmäher

Wien (OTS) - Für rund 1200 Hobbygärtner endet jedes Jahr die Idylle im Grünen wie im Horrorfilm: Sie verletzen sich mit den Klingen eines Rasenmähers so schwer, daß nur noch ein Arzt helfen kann. Neun von zehn Unfälle haben dabei Ursachen, die jedem Kleingärtner aus Passion fremd sein sollten, nämlich Leichtsinn, Hast oder Unkonzentriertheit. Nur noch selten ist ausschließlich die Beschaffenheit der Mäher schuld an Verletzungen.

Die meisten privaten "Gartenarchitekten" kommen mit Schnittverletzungen in die Notaufnahme der Krankenhäuser, da sie bei laufendem Motor "auf die Schnelle" den Grasfangkorb entleeren oder Grasballen aus dem Mäher entfernen wollten. Mehr als die Hälfte der Verletzungen betreffen die "grünen" Daumen und Finger der Kleingärtner. Zu den schwersten Unfällen kommt es, wenn ein Fuß unter das rotierende Messer gerät, etwa beim Mähen in Hanglage oder nach einem Sturz beim Rückwärtsmähen. Neben gequetschten oder zerschnittenen Fingern haben die Unfallchirurgen daher meist Fußwunden von rasenmähenden Valentins-Jüngern zu versorgen, die etwa ein Viertel aller Verletzungen ausmachen. Drei von vier Verletzten sind Männer, meist über 45 Jahren.

Elektrisch betriebene Gartenmäher sind heute beliebter als die mit Verbrennungsmotor. Viele Hobbygärtner schätzen das geringere Gewicht und den reduzierten Lärm, unterschätzen aber die Gefahren durch elektrischen Strom. Immer wieder kommt es zu Unfällen, weil beim Mähen die Kabel durchgetrennt werden.

Produktsicherheitstips:

Alte Rasenmäher sind gefährlich. Nur moderne Geräte besitzen einen Druckschalter am Griff. Das Messer rotiert nur, solange dieser Schalter gedrückt wird.

Mäherklingen drehen sich bis zu 3000 mal pro Minute und müssen daher gut abgeschirmt sein. Die Klinge muß innerhalb von Sekunden angehalten werden.

Konsumententips:

Stromkabel von Elektromähern bei der Arbeit hinterher ziehen, am besten dabei über die Schulter legen. Im Freien nur Kabelrollen mit Kunststoffgehäuse verwenden, die vom Hersteller für den Einsatz im Freien empfohlen werden.

Zerschnittene Kabel nicht anfassen, solange der Stecker noch in der Dose ist.

Werden bei Mähern mit Benzinmotor die Klingen gereinigt, muß der Stecker der Zündkerzen gezogen sein. Bei Geräten mit Dieselmotoren Kraftstoffhahn schließen.

Nie barfuß mähen. Feste Schuhe mindern die Verletzungsgefahr, falls ein Fuß versehentlich unter den Mäher kommt. Rasenmäher nicht rückwärts gehend ziehen.

Auf Böschungen Mäher quer zum Gefälle betreiben.

Bei Verstopfungen des Auswurfloches immer zuerst Gerät abschalten, bevor die Störung behoben wird.

44.000 Interviews im Dienste der Produktsicherheit

Die Auswertung zu Unfällen mit Rasenmähern basiert auf Daten des Unfallerhebungssystemes für Heim-, Sport- und Freizeitunfälle EHLASS. Das Institut "Sicher Leben" erhebt in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und dem Büro für Konsumentenschutz im Justizministerium die österreichischen Daten für dieses europäische Unfallerhebungssystem.

Eigens für EHLASS angestellte und geschulte Interviewer sprech en in vier österreichischen Spitälern mit ambulant und stationär behandelten Unfallopfern, die sich im Haushalt, beim Sport oder in der Freizeit verletzt haben. EHLASS ermöglicht so nicht nur, gefährliche Produkte zu erkennen und gegeb enenfalls vom Markt abzuziehen, es ist vor allem auch ein System, um Unfallzusammenhänge zu untersuchen und damit Informationen zur laufenden Verbesserung von Produkten zu gewinnen. Derzeit stehen rund 44.000 Interviews zur Verfügung.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Institut "Sicher Leben":
Mag. Thomas Lettner,
Tel. 01-71770 DW 158,
sicherleben@sicherleben.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KFV/OTS