"Neue Zeit Kommentar": "Verkehrspolitik" von Peter Kolb

Ausgabe vom 12.5. 2000

Graz (OTS) - Es wäre leicht, Minister Michael Schmid die alleinige Schuld dafür anzukreiden, dass alle wichtigen Bahnvorhaben in der Steiermark auf ein Nebengleis gestellt werden. Es wäre auch nicht schwer, LH Waltraud Klasnic zu fragen, was von der Bau-Zusage ihres Bundeskanzlers zur Südbahn zu halten ist, wenn der zuständige Minister die Mittel dafür bereits munter zur bisher so von ihm bekämpften Westbahn umschichtet.

Die Spaltung der VP in der Semmeringbasistunnel-Frage, der Zickzackkurs der FP und die Zögerlichkeit der SP, als sie noch in der Regierung war - das alles sind nur die Symptome einer Verkehrspolitik, die seit Jahrzehnten daneben geht. Die nämlich an jenen Erfordernissen vorbei geht, die sich das vielzitierte Prädikat ökologisch auch verdienen würde, indem sie auf den Ausbau der Eisenbahn setzt. Stimmt schon, große städtische Ballungsräume, die einfache Lösungen mittels Öffentlichem Verkehr nach sich ziehen müssen, sind hierzulande die Ausnahme und weit voneinander entfernt. Aber was die internationalen Verbindungen betrifft, so hat man seit Jahrzehnten auf den Westbahnausbau gesetzt und die südlichen Wirtschaftsräume wie auch die Ostöffnung schlicht verschlafen. Beim Autobahnbau ist jeder Lückenschluss dringliches Erfordernis, bei der Bahn Nebensache. Entlarvend ist, dass Schmid im von Caspar Einem geerbten "Masterplan" noch zu wenig Straßenprojekte ortet. Ein weiterer Minuspunkt einer Verkehrspolitik, die immer mehr eine verkehrte Politik wird.

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