- 09.05.2000, 18:00:11
- /
- OTS0306
"Kleine Zeitung" Kommentar: "Nur noch einer" (von Hubert Patterer)
Ausgabe vom 10.5.2000
Graz (OTS) - Die Umfragen zeigen es an: Alexander Van der Bellen
dürfte der beliebteste Parteiobmann sein, den die Grünen je hatten.
Der hohe Zuspruch hat Gründe: Der Professor mit dem heiteren
Phlegma wirkt in dem, was er sagt, authentisch und: Er hat eine
Tugend in den Verhaltenskanon der Innenpolitik eingeführt, die dort
nur selten ein Existenzrecht hatte: Bedachtsamkeit.
Diese philosophische Langsamkeit, die mit der asthmatischen
Aufgeregt heit des politischen Betriebes recht charmant kontrastiert,
spiegelte sich auch in Van der Bellens gestrigem Bozen- Auftritt.
Spät, dafür erstaunlich undialektisch übte der Grünen-Chef
erstmals Kritik an den EU-Sanktionen. Van der Bellen leugnete nicht,
im Jänner angesichts seiner Skepsis gegenüber der freiheitlichen
Mitregentschaft Verständnis für den Bannstrahl der EU-14 aufgebracht
zu haben - aber: "Wenn ihnen jetzt nichts anderes ein fällt, dann
sollte man die Maßnahmen streichen."
Klar: Van der Bellen will, wenn die Mauer bröckelt, nicht unter
ihr zu liegen kommen. Eine Gefahr, die für den Obmann der SPÖ noch
nicht gebannt ist. Der Moskaukundige sollte von Gorbatschow wissen:
Wer zu spät kommt, den bestraft also gut, lassen wir das. ****
Rückfragehinweis: Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKZ/OTS






