GPA-FCG-Frauenvorsitzende, Helga Schrumpf: FCG für soziale Gerechtigkeit

Die Generalsekretärinnen Zierler und Rauch-Kallat irren sich! Wien (OTS) - "So lobenswert Teile der beabsichtigten Karenzregelung auch sind, es ist vieles unüberlegt und geht komplett zu Lasten der unselbständig Erwerbstätigen" kontert die GPA-FCG-Frauenvorsitzende Schrumpf auf die Debatte zwischen Vizekanzlerin und Finanzminister bzw. den beiden FPÖ und ÖVP-Generalsekretärinnen. Es sei eine Frage der Glaubwürdigkeit dieser Regierung, wenn mühevoll erarbeitete Karenzregelungen der berufstätigen Frauen plötzlich mit einem Federstrich abgeschafft werden.

Der FLAF ist kein Selbstbedienungsladen. Gießkanne statt Treffsicherheit ist ein Verstoß gegen das christliche Gedankengut der Subsidiarität. "Drei Jahre Karenz - davon zwei für die Mutter und eines für den Vater des Kindes ist zwar ein sinnvoller Ansatz; was fehlt ist aber der monetäre Anreiz um die Männer dazu zu bringen, ihre Pflichten als Vater eines Kleinkindes wahrzunehmen. Kinder haben auch ein Anrecht auf ihre Väter. Trotzdem ist es oft nicht möglich auf das - meist höhere Einkommen des Vaters zu verzichten" bemerkt Schrumpf.

"Wir christliche GewerkschafterInnen freuen uns über die Unterstützung durch den Finanzminister und die Vizekanzlerin. Die GPA-Frauen fordern seit langem ein einkommensabhängiges Karenzgeld mit Sockelung (Ausgleichszulagenrichtsatz) und Deckelung (Höchstbetrag des Arbeitslosengeldes). Völlig außer Acht gelassen wurde von Grasser und Riess-Passer, dass das Karenzgeld eine Versicherungsleistung ist und bleiben muss. Selbstverständlich sind wir dafür, dass Studentinnen oder andere bedürftige Eltern eine Unterstützung erhalten. Eben jene Eltern, die es brauchen. Dafür muss aber eine eigene Finanzierungsform gefunden werden, z.B. eine Art von Wertschöpfungsabgabe oder andere kreative Lösungen - jedenfalls dürfen dafür nicht wieder jene zur Kasse gebeten werden, die ohnehin die Hauptlast aller neuen Belastungen zu tragen haben" fordert Schrumpf.

92% der Beiträge in den FLAF würden von unselbständig Erwerbstätigen in der Privatwirtschaft finanziert. Der Lohnverzicht der ArbeitnehmerInnen wäre somit die Grundlage für das Erziehungsgeld der Nicht-Berufstätigen. Es sei keineswegs eine Frage der emanzipatorischen Ansätze, ob Ehefrauen von gut Situierten Karenzgeld bezögen. Ganz im Gegenteil: Eigenständige Erwerbstätigkeit ist wahre Emanzipation, nicht das Abhängig-Sein vom Gatten", so Schrumpf.

Der Vorschlag der Sozialministerin, Prämien für Frauen, die dem Arbeitsmarkt fernbleiben, einzuführen , kommt einer Bestrafung von berufstätigen Frauen gleich und verschafft Reichen ein Körberlgeld.

Ungeklärt sei nach wie vor, warum die Pensionszeiten von Teilzeitbeschäftigten plötzlich teurer sein sollen, als jene von Karenzierten, die um lediglich 250,-- bereits einen vollen Pensionsanspruch, allerdings nur für 18 Monate, erwerben.

Für die GPA-FCG-Frauenvorsitzende bleiben viele Frage offen:

Welcher Pensionsbeitrag wird von den Karenzierten nach dem 19. Lebensmonat des Kindes eingehoben und in welcher Form?

Wird mit der Auflassung der Einkommensobergrenzen die Teilzeitkarenz abgeschafft?

Was passiert mit dem Karenzzeitkonto bis zum 7. Lebensjahr des Kindes?

Welche Hilfen werden für den Wiedereinstieg nach der Karenz angeboten?

"Vereinbarkeit von Beruf und Familie war und ist seit jeher eine Forderung von uns Gewerkschafterinnen. Die Mehrzahl aller Erwerbstätigen legt großen Wert auf eine Berufsrückkehr nach einer Erziehungspause bei Kleinkindern. Es war in der bisherigen Diskussion stets die Frage ob und wie unsere Familien gesellschaftsfähig gemacht werden könnten. Tatsächlich ist es jedoch so, dass unsere Gesellschaft nicht mehr familienfähig ist. Und das ist das eigentliche Problem im Bereich der Vereinbarkeitsthematik." so Schrumpf.

Um eine sinnvolle Karenzurlaubsgeldregelung zu finden, wäre es wichtig, in Sozialpartnergesprächen den FLAF zu durchforsten, um sozial ausgewogene Lösungen zu erarbeiten.

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