• 09.05.2000, 11:52:15
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  • OTS0147

Junge Wirtschaft präsentiert Vorschläge zur Kammerreform 1

Starke Interessenvertretung muss gesichert sein - Jungunternehmern ist kostenloses Service sehr wichtig

Wien (PWK) - "Wir haben unsere Mitglieder im Februar dieses Jahres
mit einer eigenen Fragebogenaktion um ihre Meinung zum Thema
Kammerreform gebeten. Die Ergebnisse der vom Market-Institut
ausgewerteten Erhebung liegen jetzt vor und werden von uns in die
laufende Reformdiskussion eingebracht", erklärt JW-Bundesvorsitzender
Stefan Umdasch. Auf eine starke Interessenvertretung will praktisch
kein JW-Mitglied verzichten. 63% der Befragten halten die
Interessenvertretung als Aufgabenbereich der Wirtschaftskammer für
"sehr wichtig", weitere 31% halten ihn für "wichtig". Hinsichtlich
der anderen Aufgabenbereiche der Wirtschaftskammern reihen die
Jungunternehmer die Aus- und Weiterbildung auf den nächsten Platz:
56% bezeichnen diese Leistung als sehr wichtig, 31% als wichtig.
Ebenfalls ein vorrangiges Anliegen ist den Jungen das Unternehmens-
und Wirtschaftsservice der Wirtschaftskammern, das 51% für sehr
wichtig und 37% für wichtig halten.

Deutliche Unterschiede zur - mit einem vergleichbaren Fragenset -
durchgeführten Umfrage unter allen österreichischen Unternehmern ist
die Position der Jungunternehmer hinsichtlich der Frage, ob die
Kammer weiterhin Interessenvertretung und kostenloses Service
gleichwertig anbieten soll, oder ob sie sich auf die
Interessenvertretung konzentrieren und die Serviceleistungen
auslagern und preisfinanzieren soll. "Während 51% aller Unternehmer
letztere Variante befürworten, sind es bei den Jungunternehmern nur
31%. 65% der befragten Jungunternehmer wollen, dass alles so bleibt,
wie es ist, und dass das Service weiterhin kostenlos und damit aus
den Mitgliedsbeiträgen finanziert werden soll", berichtet Umdasch.

"Dass unsere Mitglieder auf die Wirtschaftlichkeit ihrer
Interessenvertretung großen Wert legen, spricht für deren
Unternehmergeist. Bei der Frage nach notwendigen Maßnahmen für eine
effizientere Struktur der Wirtschaftskammer führt die Maßnahme
"Überprüfung der Wirtschaftlichkeit", die der designierte
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bereits angekündigt hat",
so der JW-Bundesvorsitzende. Wichtig ist den JW-Mitgliedern aber auch
die Forderung nach einer Zusammenlegung der Fachgruppen (46%), nach
länderübergreifenden Kompetenzzentren (46%) und nach Bezirksstellen
als lokale Anlaufstelle (45%).

Hinsichtlich der Reform des Finanzierungs- und Beitragssystems der
Wirtschaftskammern dominiert der Wunsch nach einer Vereinfachung des
Systems: 43% halten dies für sehr wichtig, 47% für wichtig. Für sehr
wichtig halten zudem 42% den Entfall der Eintragungsgebühr.
Kostendeckende höhere Preise im Servicebereich bei einer
gleichzeitigen Absenkung der Mitgliedsbeiträge bezeichnen nur 19% als
wichtig, 31% halten diese Forderung für weniger wichtig. "Das zeigt
einmal mehr, dass den JW-Mitgliedern das kostenlose Service der
Wirtschaftskammern am Anfang ihrer Unternehmertätigkeit ein wichtiges
Anliegen ist", so Umdasch.

In der JW-Umfrage wurden zudem weitere Maßnahmen abgefragt, die für
die Jungunternehmer Priorität haben. In dieser Kategorie führt klar
der Wunsch nach einer objektiven Postenvergabe, den 58% als sehr
wichtig und 32% als wichtig bezeichnen. Jeder zweite hält die
Einrichtung einer "schnellen Eingreiftruppe" bei Verfahrensproblemen
für sehr wichtig, und 42% halten eine Stärkung der Jungen Wirtschaft
für sehr wichtig, 45% halten dies für wichtig. "Insgesamt zeigt
unsere Umfrage, dass die Jungunternehmer mit ihrer
Interessenvertretung etwas zufriedener sind als ihre älteren
Kollegen. Während 23% der Jungunternehmer dafür plädieren, dass sich
die Wirtschaftskammer "sehr stark" ändern soll, befürworten dies 26%
der Unternehmer", resümiert Umdasch. Der Veränderungswunsch sei wohl
auch als Resultat des mangelhaften "Willkommens" der
Wirtschaftskammern an neue Mitglieder in den 80er Jahren zu
interpretieren, so der JW-Bundesvorsitzende. Für die ganz jungen
Unternehmer stellt sich die Situation erfreulicherweise bereits
anders dar: 80% der Neugründer, so eine Untersuchung des
WU-Institutes für Klein- und Mittelbetriebe, bezeichnen das
Gründer-Service der Wirtschaftskammern als äußerst hilfreich, loben
die Qualität der Beratung und halten diese Leistung für sehr wichtig.
(MH)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

Junge Wirtschaft
Alfons H. Helmel
Tel.: (01) 50105-3325
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