Junge Wirtschaft präsentiert Vorschläge zur Kammerreform 1

Starke Interessenvertretung muss gesichert sein - Jungunternehmern ist kostenloses Service sehr wichtig

Wien (PWK) - "Wir haben unsere Mitglieder im Februar dieses Jahres mit einer eigenen Fragebogenaktion um ihre Meinung zum Thema Kammerreform gebeten. Die Ergebnisse der vom Market-Institut ausgewerteten Erhebung liegen jetzt vor und werden von uns in die laufende Reformdiskussion eingebracht", erklärt JW-Bundesvorsitzender Stefan Umdasch. Auf eine starke Interessenvertretung will praktisch kein JW-Mitglied verzichten. 63% der Befragten halten die Interessenvertretung als Aufgabenbereich der Wirtschaftskammer für "sehr wichtig", weitere 31% halten ihn für "wichtig". Hinsichtlich der anderen Aufgabenbereiche der Wirtschaftskammern reihen die Jungunternehmer die Aus- und Weiterbildung auf den nächsten Platz:
56% bezeichnen diese Leistung als sehr wichtig, 31% als wichtig. Ebenfalls ein vorrangiges Anliegen ist den Jungen das Unternehmens-und Wirtschaftsservice der Wirtschaftskammern, das 51% für sehr wichtig und 37% für wichtig halten.

Deutliche Unterschiede zur - mit einem vergleichbaren Fragenset -durchgeführten Umfrage unter allen österreichischen Unternehmern ist die Position der Jungunternehmer hinsichtlich der Frage, ob die Kammer weiterhin Interessenvertretung und kostenloses Service gleichwertig anbieten soll, oder ob sie sich auf die Interessenvertretung konzentrieren und die Serviceleistungen auslagern und preisfinanzieren soll. "Während 51% aller Unternehmer letztere Variante befürworten, sind es bei den Jungunternehmern nur 31%. 65% der befragten Jungunternehmer wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, und dass das Service weiterhin kostenlos und damit aus den Mitgliedsbeiträgen finanziert werden soll", berichtet Umdasch.

"Dass unsere Mitglieder auf die Wirtschaftlichkeit ihrer Interessenvertretung großen Wert legen, spricht für deren Unternehmergeist. Bei der Frage nach notwendigen Maßnahmen für eine effizientere Struktur der Wirtschaftskammer führt die Maßnahme "Überprüfung der Wirtschaftlichkeit", die der designierte Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl bereits angekündigt hat", so der JW-Bundesvorsitzende. Wichtig ist den JW-Mitgliedern aber auch die Forderung nach einer Zusammenlegung der Fachgruppen (46%), nach länderübergreifenden Kompetenzzentren (46%) und nach Bezirksstellen als lokale Anlaufstelle (45%).

Hinsichtlich der Reform des Finanzierungs- und Beitragssystems der Wirtschaftskammern dominiert der Wunsch nach einer Vereinfachung des Systems: 43% halten dies für sehr wichtig, 47% für wichtig. Für sehr wichtig halten zudem 42% den Entfall der Eintragungsgebühr. Kostendeckende höhere Preise im Servicebereich bei einer gleichzeitigen Absenkung der Mitgliedsbeiträge bezeichnen nur 19% als wichtig, 31% halten diese Forderung für weniger wichtig. "Das zeigt einmal mehr, dass den JW-Mitgliedern das kostenlose Service der Wirtschaftskammern am Anfang ihrer Unternehmertätigkeit ein wichtiges Anliegen ist", so Umdasch.

In der JW-Umfrage wurden zudem weitere Maßnahmen abgefragt, die für die Jungunternehmer Priorität haben. In dieser Kategorie führt klar der Wunsch nach einer objektiven Postenvergabe, den 58% als sehr wichtig und 32% als wichtig bezeichnen. Jeder zweite hält die Einrichtung einer "schnellen Eingreiftruppe" bei Verfahrensproblemen für sehr wichtig, und 42% halten eine Stärkung der Jungen Wirtschaft für sehr wichtig, 45% halten dies für wichtig. "Insgesamt zeigt unsere Umfrage, dass die Jungunternehmer mit ihrer Interessenvertretung etwas zufriedener sind als ihre älteren Kollegen. Während 23% der Jungunternehmer dafür plädieren, dass sich die Wirtschaftskammer "sehr stark" ändern soll, befürworten dies 26% der Unternehmer", resümiert Umdasch. Der Veränderungswunsch sei wohl auch als Resultat des mangelhaften "Willkommens" der Wirtschaftskammern an neue Mitglieder in den 80er Jahren zu interpretieren, so der JW-Bundesvorsitzende. Für die ganz jungen Unternehmer stellt sich die Situation erfreulicherweise bereits anders dar: 80% der Neugründer, so eine Untersuchung des WU-Institutes für Klein- und Mittelbetriebe, bezeichnen das Gründer-Service der Wirtschaftskammern als äußerst hilfreich, loben die Qualität der Beratung und halten diese Leistung für sehr wichtig. (MH)

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