Gehrer zum Museumsquartier: Warnung vor "Schrebergartenmentalität."

Rudolf Leopold beklagt finanzielle Misere

Wien (OTS) - Im neuen FORMAT reagiert Bildungsministerin Elisabeth Gehrer auf die Situation der "Drittnutzer" im Museumsquartier (Public Netbase, Depot, Basis Wien), die im Zuge der Bauarbeiten vom Rauswurf bedroht sind: "Mit den kleinen Nutzern war von vorne herein vereinbart, daß ihnen die Räumlichkeiten auf Widerruf überlassen werden. Außerdem ist es nicht Sinn eines flexiblen Kulturzentrums, daß hier vierzig Jahre derselbe Verein drinnen sitzt. Da wird man jeden einzelnen Fall eigens verhandeln müssen, auch in Hinsicht auf die Kostentransparenz."

Zu den Befürchtungen mancher Nutzer, das Museumsquartier könnte zentral-bürokratisch verwaltet werden, sagt Gehrer: "Das Wort Zentralisierung halte ich im Zusammenhang mit dem Museumsquartier für eine bösartige Unterstellung. Es soll einfach synergetisch verwaltet werden. Ein gemeinsamer Kartenverkauf hat sich schon bei den Theatertickets bewährt, das wird doch auch hier funktionieren. Alles andere wäre Schrebergartenmentalität."

Vor Zentralismus und Konsumismus warnt im neuen FORMAT Kunsthallen-Leiter Gerald Matt. "Was wir hier jedenfalls nicht wünschen, ist das 70er-Jahre-Modell des zentralisierten bürokratisierten Kulturtankers, der nur mit verlangsamter Reaktionsgeschwindigkeit auf künstlerische Entwicklungen reagiert. Wir wollen auch ganz sicher keine Shopping Mall als Visitkarte des Museumsquartiers. Denn wenn wir am Schluß mehr Shops haben als Ausstellungsflächen, wird man sich zurecht fragen: Ist das Museumsquartier eine Alternative zur SCS?"

Rudolf Leopold, Betreiber des potentiellen Leopold Museums, beklagt im neuen FORMAT seine "finanzielle Misere": "Eine Zeit lang wird unser Museum ein Magnet sein. Wenn es aber weiterhin so wenig Geld bekommt, kriegen wir Probleme. Wir sind unter den größeren Nutzern des Musuemsquartiers am allerschlechtesten gestellt. Da habe ich läuten gehört, das Museum Moderner Kunst sei notorisch unterbudgetiert. Also, das Museum Moderner Kunst hat 27 Millionen im Jahr, während wir seit dem Jahr '94 nie das vom Staat zugesagte Ankaufsbudget bekommen haben. Andere bekommen das halt, die haben auch persönlich bessere Beziehungen - da denke ich etwa an den jetzigen Leiter der Albertina. Für uns gilt aber leider: Ohne Geld ka Musi."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Christoph Hirschmann
Tel.: 01/21755/6728

FORMAT

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS