- 04.05.2000, 08:16:36
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Merck im ersten Quartal deutlich über den Erwartungen
Darmstadt (ots) -
* Umsatz +41 Prozent, EBIT +63 Prozent
* Nachhaltige Veränderungen im Konsolidierungskreis
* Deutliche Ergebnisverbesserung aus operativem Geschäft
Die Merck-Gruppe hat im ersten Quartal 2000 ihren Umsatz auf 1.583
Mio. Euro gesteigert. Dies entspricht einem Zuwachs von +41 Prozent
gegenüber dem Umsatz von 1.121 Mio. Euro im ersten Quartal des
Vorjahres. Wesentliche Ursache dieser starken Umsatzausweitung sind
nachhaltige Veränderungen im Konsolidierungskreis: So werden die
erstmals weggefallenen Umsätze der Bracco-Beteiligung
(Kontrastmittel, Italien) deutlich überkompensiert durch die
hinzugewonnenen Umsätze der VWR Group (Labordistribution, USA) sowie
die Geschäfte von Theramex (Women's Health, Frankreich) und
Pharmaceutical Resources (Generika, USA). Insgesamt tragen die
Veränderungen im Konsolidierungskreis +25,6 Prozent zum
Umsatzwachstum im ersten Quartal bei. Weitere +7,4 Prozent
resultieren aus einem starken organischen Wachstum, während positive
Wechselkurseinflüsse +6,2 Prozent zum Umsatzwachstum beigetragen
haben.
"Vor allem im operativen Geschäft sehen wir eine nachhaltige
Dynamik des Wachstums, die uns für Umsatz und Ergebnis im laufenden
Jahr optimistisch stimmt", sagt Prof. Dr. Hans Joachim Langmann, der
Vorsitzende der Geschäftsleitung der Merck KGaA. Merck werde die
Geschäftsentwicklung dazu nutzen, die begonnenen
Rationalisierungsanstrengungen unvermindert fortzusetzen.
Das Betriebsergebnis der Unternehmensbereiche stieg im ersten
Quartal 2000 um +9,6 Prozent von 165 auf 181 Mio. Euro. Es hat damit
die hohen Erwartungen übertroffen, zumal Merck die Ausgaben für
Forschung um Entwicklung im gleichen Zeitraum um +10 Prozent von 122
auf 134 Mio. Euro gesteigert hat und Abschreibungen auf
Geschäftswerte um weitere 15 Mio. Euro zugenommen haben.
Die Ergebnisentwicklung der Merck-Gruppe ist im ersten Quartal
2000 stark von den Veränderungen im Konsolidierungskreis und einer
Reihe von Sondereffekten beeinflusst. So sind im ersten Quartal
Sondererträge in Höhe von 322 Mio. Euro aus dem Verkauf von
Beteiligungen (Bracco) angefallen, denen einmalige Sonderaufwendungen
für Risikovorsorge, Strukturbereinigungen und Abschreibungen von
Forderungen in Höhe von 252 Mio. Euro entgegenstehen. Der
verbleibende Saldo von 70 Mio. Euro ist als Sondereffekt im EBIT und
im Gewinn vor Steuern des ersten Quartals enthalten.
Insgesamt erhöhte sich das Operative Betriebsergebnis (EBIT) der
Merck-Gruppe im ersten Quartal um +63 Prozent von 154 auf 251 Mio.
Euro. Im gleichen Zeitraum stieg der Gewinn vor Steuern um +68
Prozent von 119 auf 201 Mio. Euro. Der Gewinn nach Steuern
verbesserte sich um +43 Prozent von 78 auf 112 Mio. Euro. Ohne den
erwähnten Sondereffekt wäre der Gewinn vor Steuern im Vergleich zum
ersten Quartal des Vorjahres um +10 Prozent gewachsen, nach Steuern
wäre er unverändert geblieben. Da sich ein Teil der Sondereffekte
steuerlich nicht auswirkt, liegt die Steuerquote mit 44 Prozent
deutlich höher als im Vorjahr. Kennzeichnend für die gute Ertragslage
ist der Zuwachs beim Cashflow, der im Vergleich zum ersten Quartal
des Vorjahres um +162 Prozent von 148 auf 387 Mio. Euro anstieg.
Forschung, Entwicklung und Investitionen
Die Merck-Gruppe hat die Aufwendungen für Forschung und
Entwicklung im ersten Quartal von 122 auf 134 Mio. Euro gesteigert,
das sind +10 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des
Vorjahres. Erneut entfiel auf den Unternehmensbereich Pharma mit 110
Mio. Euro der größte Teil der F&E-Kosten. Damit will Merck vor allem
die Krebsforschung vorantreiben und mit biotherapeutischen
Wirkstoffen eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich werden.
Derzeit hat Merck in diesem Indikationsgebiet zehn verschiedene
Projekte in klinischen Prüfungen. Die Markteinführung des ersten
Krebsmedikaments wird für das Jahr 2002 erwartet. Die Merck-Gruppe
hat ihre Investitionen in Sachanlagen im ersten Quartal um +11
Prozent auf 80 Mio. Euro gesteigert.
Unternehmensbereiche
Der seit mehr als einem Jahr anhaltende Aufwärtstrend in den drei
Unternehmensbereichen der Merck-Gruppe hat sich auch im ersten
Quartal unverändert fortgesetzt.
Pharma
Der Unternehmensbereich Pharma (Umsatzanteil: 44 Prozent,
Ergebnisanteil: 63 Prozent, Umsatzrendite: 16 Prozent) hat den Umsatz
im ersten Quartal um +4,8 Prozent auf 693 Mio. Euro gesteigert. Der
Wegfall des Kontrastmittelgeschäftes (Bracco) wirkt sich umsatz- und
ergebnismindernd aus, wobei die neue Beteiligung Théramex diesen
Effekt noch nicht kompensieren kann. Außerdem haben sich die
Forschungskosten deutlich stärker als der Umsatz erhöht. Das
Pharma-Betriebsergebnis verringerte sich daher gegenüber dem ersten
Quartal des Vorjahres um -4,8 Prozent auf 113 Mio. Euro. Nach der
Abgabe des Kontrastmittelgeschäftes konzentriert sich Merck Pharma
nunmehr auf drei Geschäftsfelder:
Originalpräparate (Ethicals) legten im ersten Quartal im Umsatz um
+11 Prozent auf 445 Mio. Euro zu. Dieser Erfolg wurde vor allem mit
Produkten auf zwei Therapiefeldern erzielt: So wuchs Glucophage(r),
das weltweit führende Medikament zur Therapie des Diabetes Typ II, um
+11 Prozent, wobei die Umsätze allein in Nordamerika um +38 Prozent
und in Lateinamerika um +56 Prozent zulegten. In den USA hat
Bristol-Myers Squibb, der Lizenznehmer für Glucophage(r), eine
Verlängerung des exklusiven Produktschutzes bis September 2000
erzielt. Der Betablocker Concor(r) und das neu eingeführte Concor(r)
COR gegen Herzinsuffizienz legten um +13 Prozent zu. Im neu
etablierten Therapiefeld "Gesundheit der Frau" erzielte die 1999
akquirierte Théramex, der französische Marktführer auf dem Gebiet der
Hormontherapie, im ersten Quartal 2000 einen Umsatz von 23 Mio. Euro.
Der Umsatz bei Generika wuchs im ersten Quartal um +53 Prozent auf
169 Mio. Euro. Zu der guten Entwicklung trugen Umsatzsteigerungen in
nahezu allen Gesellschaften der weltweiten Merck-Generika-Gruppe bei.
Zusätzlich wurden die Umsätze der Pharmaceutical Resources Inc.
(Spring Valley/USA) berücksichtigt. Consumer Health Care steigerte
den Umsatz im ersten Quartal um +12 Prozent auf 76 Mio. Euro,
hauptsächlich getragen von Seven Seas UK und den Gesellschaften in
Mexico und Venezuela. In Deutschland und Großbritannien gelang die
erfolgreiche Einführung von Bion(r)3, einer neuartigen
Dreischicht-Tablette, die den Körper mit Mineralstoffen, Vitaminen
und probiotischen Kulturen zur Stärkung des Immunsystems versorgt.
Labor
Der Unternehmensbereich Labor (Umsatzanteil: 40 Prozent,
Ergebnisanteil: 14 Prozent, Umsatzrendite: 4 Prozent) hat den Umsatz
im ersten Quartal um +157 Prozent auf 637 Mio. Euro gesteigert. Dazu
trug maßgeblich die Berücksichtigung des ab August 1999
konsolidierten Umsatzes von VWR SP bei. Das Betriebsergebnis des
Laborbereiches erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um +4 Prozent auf
25 Mio. Euro. Die Umsatzrendite hat sich im ersten Quartal aufgrund
des gestiegenen Anteils des Handelsgeschäftes im Laborbereich auf 4
Prozent verringert. Der Umsatz mit Laborprodukten stieg
einschließlich der Verkäufe an die Labordistribution um +13 Prozent
auf 130 Mio Euro. Dabei legten Laborreagenzien im ersten Quartal um
+15 Prozent auf 74 Mio. Euro, Wissenschaftliche Laborprodukte um +10
Prozent auf 56 Mio. Euro zu. Die Labordistribution, bestehend aus
den Unternehmen der Merck-Eurolab-Gruppe (Zaventem, Belgien) und der
seit August 1999 vollständig konsolidierten VWR Scientific Products
Corp. (West Chester, USA) steigerte ihren Umsatz im ersten Quartal um
+230 Prozent auf 550 Mio. Euro. Die Innenumsätze mit der Sparte
Laborprodukte, die im ersten Quartal 43 Mio. Euro erreichten, sind in
diesem Wert enthalten. Wie bereits angekündigt, wird Merck die
Labordistribution zu einem eigenständigen Unternehmen mit Sitz in den
USA zusammenführen und in etwa zwei Jahren einen Teil davon an die
Börse bringen.
Spezialchemie
Der Unternehmensbereich Spezialchemie (Umsatzanteil: 16 Prozent,
Ergebnisanteil: 23 Prozent, Umsatzrendite: 17 Prozent) hat den Umsatz
im ersten Quartal um +23 Prozent auf 253 Mio. Euro gesteigert.
Aufgrund einer hervorragenden Geschäftsentwicklung hat sich das
Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um +89 Prozent auf 42 Mio.
Euro verbessert. Umsätze bei Cosmectics, Health, Nutrition wuchsen im
ersten Quartal um +3 Prozent auf 84 Mio. Euro. Elektronikchemikalien
legten im ersten Quartal, hauptsächlich getragen durch das anhaltende
Wachstum in der Halbleiterindustrie, um +25 Prozent auf 40 Mio. Euro
zu. Flüssigkristalle erwiesen sich erneut als Wachstumsmotor und
verbesserten ihren Umsatz, ebenfalls getragen durch ein starkes
Branchenwachstum, im ersten Quartal um +96 Prozent auf 55 Mio. Euro.
Pigmente und Technische Industrien legten um +16 Prozent auf 74 Mio.
Euro zu.
Regionale Entwicklung
Der auf Europa entfallende Umsatzanteil hat sich vor allem
aufgrund der Akquisitionen in den USA von 56 Prozent im Vorjahr auf
39 Prozent vermindert. Der Umsatz verringert sich um ein Prozent auf
622 Mio. Euro, beeinflusst vor allem durch den Verkauf des Anteils an
der italienischen Beteiligungsgesellschaft Bracco. In Deutschland
sank der Umsatz um sieben Prozent auf 168 Mio. Euro. Der Anteil am
Gesamtumsatz der Merck-Gruppe betrug damit nur noch elf Prozent.
Nordamerika erreichte einen um +163 Prozent höheren Umsatz von 609
Mio. Euro. Die Region profitierte von der Akquisition von VWR,
verzeichnete aber auch dank der Währungseinflüsse eine gute
Entwicklung. Die Überwindung der wirtschaftlichen Krise ließ unseren
Umsatz in Lateinamerika um +37 Prozent auf 100 Mio. Euro ansteigen.
In Asien erzielten wir eine Erhöhung um +36 Prozent auf 186 Mio.
Euro. Zu dieser positiven Entwicklung hat die allmähliche
Konsolidierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beigetragen. In
Afrika/Ozeanien und in den übrigen Ländern stiegen die Umsätze um +26
Prozent auf 66 Mio. Euro, vor allem getragen vom erfolgreichen
Generikageschäft in Australien.
Mitarbeiter
Am 31.03.2000 waren in der Merck-Gruppe 32.528 Mitarbeiter
beschäftigt, zwölf Prozent mehr als zum gleichen Stichtag des
Vorjahres.
Ausblick
Die Merck-Gruppe rechnet für die nächsten Monate mit einer guten
Geschäftsentwicklung. Bei Pharma sollten sich Glucophage(r) und
Concor(r), vor allem im wichtigen amerikanischen Markt, weiterhin
erfolgreich entwickeln. Auch das neue Therapiegebiet "Gesundheit der
Frau" wird einen Beitrag leisten. Im Unternehmensbereich Labor werden
die neuen Strukturen der Labordistribution nachhaltige
Wachstumsimpulse geben, die auch bei den Umsätzen mit Laborprodukten
spürbar sein sollten. Die Sparten der Spezialchemie zeigen
gleichermaßen gute Ansätze für eine weitere erfolgreiche
Geschäftsentwicklung. Vor allem die Flüssigkristalle sollten ihr
starkes Umsatzwachstum fortsetzen können. Auch die Prognose für
Elektronikchemikalien ist aufgrund der anziehenden Branchenkonjunktur
sehr gut. Unter diesen Voraussetzungen rechnet die Merck-Gruppe in
den kommenden Monaten mit einem deutlichen Ergebnisanstieg.
Zahlen zur Geschäftsentwicklung Q1/2000
Merck-Gruppe (in Mio. Euro) Q1/2000 Q1/1999 +/- %
Umsatz 1.583 1.121 +41,2
Betriebsergebnis der
Unternehmensbereiche 181 165 +9,6
Operatives Betriebsergebnis (EBIT) 251 154 +62,5
Gewinn vor Steuern 201 119 +68,3
Gewinn nach Steuern 112 78 +43,2
Ergebnis nach Fremdanteilen 109 77 +42,3
Cashflow 387 148 +162,0
Investitionen in Sachanlagen 80 72 +11,0
Forschungs- und Entwicklungsaufwand 134 122 +9,9
Personalaufwand 385 320 +20,3
Mitarbeiter (Stand: 31.03.2000) 32.528 29.136 +11,6
Umsatz nach Geschäften
(in Mio. Euro) Q1/2000 Q1/1999 +/- %
Pharma 693 661 +5
- Originalpräparate 445 400 +11
- Generika 169 111 +53
- Consumer Healthcare 76 68 +12
Labor 637 248 +157
- Laborprodukte (LP) 130 115 +13
- Labordistribution (LD) 550 167 +230
- Innenumsatz LP-LD -43 -34
Spezialchemie 253 205 +23
- Flüssigkristalle 55 28 +96
- Pigmente/Technische Industrien 74 64 +16
- Cosmetics/Health/Nutrition 84 81 +3
- Elektronikchemikalien 40 32 +25
Umsatz nach Regionen (in Mio. Euro)
Q1/2000 (+/- %) Umsatzanteil %
Europa 622 (-1) 39
- davon Deutschland 168 (-7) 11
Nordamerika 609 (+163) 39
Lateinamerika 100 (+37) 6
Asien 186 (+36) 12
Afrika/Australien/Andere 66 (+26) 4
ots Originaltext: Merck KGaA
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Kontakt
Dr. Hartmut Vennen
Tel. +49 6151 72 2386
Fax +49 6151 72 7707
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