• 02.05.2000, 12:49:16
  • /
  • OTS0154

Motorradzeit ist Unfallzeit

KfV fordert: Vermehrte Geschwindigkeitskontrollen an "klassischen" Motorradrouten - Straßeninfrastruktur entsprechend gestalten und Appell an die Autofahrer: Nehmt Rücksicht auf Motorradfahrer

Wien (OTS) - Ein schönes langes Wochenende wie das vergangene
- da hält es einen echten Motorradfahrer nicht zu Hause. Aber der
Feuerstuhl wird nur allzu oft zum Schleudersitz: Sechs Motorradfahrer
und zwei Mopedfahrer kamen in der Vorwoche ums Leben. Insgesamt sind
im heurigen Frühling bereits 17 Einspurige in den Tod gefahren. Auch
die Unfallbilanz 1999 zeigt eine Tendenz zu steigenden
Motorradunfallzahlen: 151 Zweiradbenützer starben im Vorjahr, das
bedeutet einen 25%igen Anstieg gegenüber 1998 mit 120 Toten. Von den
151 Toten fuhren 98 mit dem Motorrad in den Tod. Die Zahl der
getöteten Mopedbenützer ist im Vergleich zu 1998 um die Hälfte
angestiegen: von 32 auf 48 Tote im Jahr 1999.

Das Unfallrisiko ist für Einspurige etwa 10mal so hoch wie für
Autofahrer. Entscheidend für das Gefährdungspotential ist nicht so
sehr die Art des einspurigen Verkehrsmittels, sondern die Tatsache
"einspurig" an sich, die dazu führt, daß Unfälle sich von Sach- zu
Personenschäden entwickeln.

Maßnahmen, um das Unfallrisiko zu senken:

1. Vermehrte Geschwindigkeitskontrollen an "klassischen"
Motorradrouten. Nicht angepaßte Geschwindigkeit ist für Einspurige
Unfallursache Nummer Eins.

2. Straßeninfrastruktur entsprechend gestalten:
a) Leitschiene mit Doppelbeplankung bzw. zumindest eine
Ummantelung mit energieaufnehmendem Material (z.B. Styropor),
kann dazu beitragen, die Unfallschwere beim Unterrutschen zu
vermindern.
b) Rutschgefahr verringern. Rutschige Ausbesserungen (Bitumen)
durch rutschfestes Material ersetzen. Um Dieselspuren auf der
Fahrbahn zu minimieren, sollten insbesondere LKW-Tanks auf ihre
Dichtheit kontrolliert werden. Dieselspuren stellen für den
einspurigen Fahrer ein erhöhtes Rutsch- Sturzrisiko dar.
c) Doppelte Haltelinie für Ein- und Zweispurige, nur wenn der
Motorradfahrer auf einer eigenen Haltelinie vor dem übrigen
Verkehr halten kann, macht die Erlaubnis zum "Vorschlängeln"
Sinn.

3. Einführung einer zweiten Ausbildungsphase speziell im
praktischen Bereich für alle "Neulinge".

4. Ausbildung für 125 m³ sollte verbessert werden: Derzeit 6
Stunden Fahrübung ist zuwenig, die praktische Fahrübung sollte
auf eine Fahrausbildung ausgedehnt werden und um eine
theoretische Ausbildung ergänzt werden. Denn: Ein guter
Autofahrer ist noch lange kein guter Motorradfahrer!

Um die fatalen Unfälle mit Einspurigen zu reduzieren, appelliert das
KfV:

· An die Motorradfahrer: "Nimm Dich zurück" - auch wenn das Gefühl
zum Gas geben verleitet, die Vernunft siegen lassen und entsprechend
dem eigenen Können und der Situation fahren. Die "Maschine" muß
technisch in Ordnung sein und kein Fahrer sollte ohne komplette
Schutzausrüstung starten.

· An die Autofahrer: "Besondere Aufmerksamkeit" - Wenn ein
Pkw-Fah= rer mit einem Motorradfahrer zusammenkracht, ist die
Hauptunfallursache meist, daß der Autofahrer den Einspurigen
übersehen hat oder dessen Geschwindigkeit unterschätzt hat. Also:
Besondere Vorsicht walten lassen, denn Einspurige haben keine
Knautschzone!

Die Verkehrsunfälle der Vorwoche:

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche
verloren 13 PKW-Insassen (davon 10 Lenker), 6 Motorrad-Fahrer (davon
5 Lenker), 2 Moped-Lenker, 2 Radfahrer und 1 Fußgänger ihr Leben. Als
vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle
mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (7), Vorrangverletzung
(4), Überholen (2), Übermüdung (3), Herzversagen (1) und
Abstandsfehler (1) festgestellt werden. Bei vier Verkehrsunfällen
konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 1 Fußgänger kam
durch Fremdverschulden ums Leben. Alkoholisierung war bei 2
Verkehrsunfällen Mitursache. 11 der 22 Verkehrsunfälle mit tödlichem
Ausgang waren sogenannte "Alleinunfälle". 4 tödlich verletzte
Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.

Vom 1. Jänner bis zum 1. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem
österreichischen Straßennetz vorläufig 274 Verkehrstote,
(30-Tages-Fristabgrenzung bis Ende März berücksichtigt), im
Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen
Zahlen 272 Menschen tödlich.

siehe auch Aussendung des Bundesministeriums für Inneres (OTS0044).

Rückfragehinweis: KfV / Pressestelle /
Mag. Petra Rathmanner
Tel.: 01/71770-225 DW
e-Mail: pr@kfv.or.at
Internet: http://www.kfv.or.at

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KFV/OTS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel