• 26.04.2000, 11:03:50
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  • OTS0145

Verein "Im Zeichen des Kreises" sehr aktiv

Schloss Wetzdorf: Am Wochenende startet Veranstaltungsreigen

St.Pölten (NLK) - Der Verein "Im Zeichen des Kreises" hat auch
heuer wieder zu einer Reihe von Veranstaltungen eingeladen, die an
die Jahrtausende alte Geschichte erinnern und auch
Zukunftsperspektiven im Weinviertel entwickeln. Das Schmidatal und
hier besonders Schloss Wetzdorf sind in die Veranstaltungen
eingebunden. Auftakt für das Jahr 2000 ist am Samstag, 29. April, ab
11 Uhr im Schloss Wetzdorf eine Folge von Kochkurs, Vortrag, Konzert
und Lesung. Von 11 bis 13 Uhr beginnt der Kochkurs in der
Schlosstaverne mit wildwachsenden Kräutern und Früchten nach Rezepten
aus Urgroßmutters Küche. Anmeldungen sind an Prof. Angelica Bäumer
unter der Telefonnummer 01/5134944, Fax 01/5134944-2, zu richten. Um
15 Uhr folgt dann ein Vortrag von Dr. Helmut Windl, der sich dem
Thema "Idole und Sachkultur" widmet. Ein Konzert des
Saxophonquartetts der Musikschule Hollabrunn unter der Leitung von
Martin Haslinger, und Gitti Andrés Lesung von Mundartgedichten aus
ihrem neuen Buch schließt die Veranstaltung.

Das ist, wie gesagt, die erste Veranstaltung im heurigen Jahr. Die
Mitglieder des Vereines wollen eine Kontinuität, eine Tradition
begründen, die sich auch auf Geschichtliches erstreckt. Und die
Geschichte ist gerade im Weinviertel sehr alt. Am Beispiel der
mittelneolithischen Kreisgrabenanlage Glaubendorf II, die sich rund
200 Meter westlich der Ortschaft Kleinwetzdorf auf einer schwach
geneigten Geländeterrasse befindet, zeigen sich die großen Ausmaße
solcher Kulturdenkmäler. Sie besteht aus drei kreisförmig
angeordneten Spitzgräben von 109, 90 und 71 Meter Durchmesser mit
fünf Eingängen sowie einer Innenpalisade. Dieser Kreisgraben, der
normalerweise nur unter günstigen Bedingungen aus der Luft erkennbar
ist, wird seit Sommer 1999 im Gelände durch unterschiedliche
Bepflanzung ersichtlich gemacht.

Die etwa 7000 Jahre alten Kreisgrabenanlagen sind im Weinviertel
und in Südmähren häufig. Sie bestehen aus runden, monumentalen
Erdwerken mit einem Durchmesser von 45 bis 180 Metern und aus einem
bis drei konzentrisch angelegten Spitzgräben, die durch einen bis
sechs Eingänge - sogenannten Erdbrücken - zu betreten waren.
Jungsteinzeitliche Bauern der mährisch-ostösterreichischen Gruppe der
Bemaltkeramik, auch mittelneolithische Lengyelkultur genannt, waren
die Schöpfer der Kreisgrabenanlagen. Die Erbauer der Kreisgräben
waren außerdem geschickte Handwerker. Vor allem in der Herstellung
der Keramik erreichten sie eine hohe Qualitätsstufe. Allerdings: Der
Verwendungszweck der Kreisgrabenanlagen liegt bis zum heutigen Tag im
Dunkeln.

Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung

Pressestelle
Tel.: 02742/200-2312

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