Automatenbetreiber wehren sich gegen höhere MwSt auf Getränke

Einseitige Steuererhöhung trifft Gastronomie und Vending-Branche in außerordentlicher Härte

Wien (PWK) - Gegen eine höhere Mehrwertsteuer für Aufgussgetränke wehrt sich nun auch die österreichische Automatenwirtschaft. Eine einseitige Steuererhöhung um 10% würde die Gastronomie und die Verkäufer von Speisen und Getränken über Automaten (Vending) mit einer außerordentlichen Härte treffen. Die ARGE Automatenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich weist diese existenzbedrohenden Mehrbelastungen entschieden zurück und fordert stattdessen den sofortigen Wegfall der Getränkesteuer, falls die Mehrwertsteuer tatsächlich angehoben wird.

An über 60.000 Automaten in Fabrikshallen und Kantinen können sich vor allem Mitarbeiter mit einem niedrigen Einkommen preiswert verpflegen. So kostet ein Kaffee frisch aus der Maschine im Durchschnitt nur fünf Schilling. Mit dem alkoholfreien Angebot konnte der Genuss von Bier und hochprozentigen Getränken am Arbeitsplatz zurückgedrängt und das Unfallrisiko erheblich gesenkt werden. Damit dürfte es wohl vorbei sein, wenn der Finanzminister seine Pläne rund um die Getränksteuer wahrmachen will.

Dabei wird die Automatenwirtschaft gleich von zwei Seiten in die Zange genommen. Wenn die EU-widrige Getränkesteuer noch bis 31.12.2000 aufrecht bleibt, der Mehrwertsteuersatz aber bereits am 1.6.2000 von 10 auf 20 Prozent schnalzt, werden die Unternehmen gleich doppelt zu Kassa gebeten. Bei vielen Automatenbetreibern frisst die Erhöhung den gesamten Umsatz. Gleichzeitig müssen die Betriebe Millionenbeträge in Euro-taugliche Münzgeräte und Automaten investieren. Mittelfristig können diese extremen Mehrbelastungen nur durch höhere Verkaufspreise am Automaten bewältigt werden.

"Die geplante Anhebung des Mehrwertsteuersatzes für Aufgussgetränke ist nicht nur eine untragbare und ungerechte Belastung für die Vending-Branche, sondern auch volkswirtschaftlich äußerst bedenklich und gesundheitspolitisch kontraproduktiv", stellt Johann Wieland, Vorsitzender der ARGE Automatenwirtschaft, fest und legt auch gleich ein ganzes Bündel von Forderungen auf den Tisch. So verlangt die ARGE neben dem sofortigen Wegfall der Getränkesteuer eine gerechte Verteilung durch eine branchenunabhängige Mehrwertsteuer-Anpassung um einen geringen Prozentsatz. Der Ausfall der Getränkesteuer dürfe nur kompensiert werden, wenn alle Getränke gleichbehandelt werden. Auch die Bevorzugung von alkoholischen gegenüber alkoholfreien Getränken soll mit einer neuen Regelung verhindert werden. (MH)

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