"Neue Zeit" Kommentar: "Zurufe" (von Gabriela Rumpelsberger)

Ausgabe vom 18.4.2000

Graz (OTS) - Beschränken wir uns aus Platzgründen nur auf den gestrigen Tag: SP und Grüne protestierten gegen die Aussagen von FP-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, die EU-Zahlungen aufgrund der Sanktionen verzögert zahlen zu wollen. Damit griff der Minister auf die von noch FP-Obmann Jörg Haider vor Wochen geäußerte Methode der "Gegensanktion" zurück. Für den Partner VP antworteten Grasser-Staatssekretär Alfred Finz ("Bleiben treuer EU-Partner") und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, der diesen Weg für falsch hält. Von Kanzler Wolfgang Schüssel kam kein Wort. Bartenstein kündigte ebenfalls an, dass das "Herzstück" der Pensionsreform, die Anhebung des Frühpensionsalters und die Abschaffung des Pensionsanspruches aus verminderter Erwerbsfähigkeit, fix und daher nicht mehr verhandelbar sei. Trotzdem kam gestern aus Kärnten der Zuruf, das Pensionsantrittsalter für Schwerarbeiter zu senken und für diese Gruppe auch keine "Abschläge" vorzusehen. Und schon hört man von Sozialministerin Elisabeth Sickl, diese Anregung sei "sinnvoll". Vom Kanzler hört man wieder nichts. Man kann nur hoffen, dass eine Taktik hinter Schüssels Schweigen steht. Denn zu glauben, dass er mit seinem wöchentlichen Auftritt an der Seite der Vizekanzlerin seine Schuldigkeit getan habe, könnte fatal sein. Österreich könnte auf die Idee kommen, auch den Kanzler an seinen Taten zu messen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neue Zeit,
Tel.: 0316/2808-306

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PNZ/OTS