Kein Ende der Fensterstürze von Kleinkindern! "Sicher Leben" fordert serienmäßige Fenstersicherungen für Neubauten und empfiehlt Nachrüsten bei Altbauten

Wien (OTS) - Fensterstürze zählen zwar nicht zu den häufigsten, wohl aber zu den schwersten Kinderunfällen. Wieder stürzte gestern ein Kind in Wien aus 12 Meter Höhe. Zum Glück überlebte der Bub den Unfall. Der letzte Fenstersturz dieser Art liegt erst 10 Tage zurück. Die meisten dieser Unglücksfälle enden mit schweren Wirbelsäulen- und Schädelverletzungen, die oft der Grund bleibender Schäden sind. Jedes Jahr sind etwa 3 Todesopfer zu beklagen.

Kinder im 2. bis zum 3. Lebensjahr sind besonders gefährdet. Sie können in diesem Alter bereits innerhalb kurzer Zeit Tische und Sessel verschieben, um so an Fenster zu gelangen, die etwa zum Lüften geöffnet wurden. Da ihnen Eltern diese Fähigkeit oft noch nicht zutrauen, sind die meisten Kinder zum Unfallzeitpunkt allein oder zumindest für einen Augenblick uneaufsichtigt.

Verbote und Erklärungen sind notwendig, können die Kinder aber nicht zuverlässig schützen, da die Gefahr in diesem Alter noch nicht verstanden wird.

"Sicher-Leben"- Forderung: Kindersicherung Standard für Hausfenster

"Eltern können ihre Kinder weder ständig beaufsichtigen, noch wegsperren. Das sollten doch auch Gesetzgeber, Bauträger, Bauherrn oder Hersteller von Fenstern wissen. Eine Kindersicherung kostet nicht mehr als zwei Päckchen Zigaretten, schützt dabei das Leben der Kinder und erleichtert das der Eltern. Es ist mir daher unverständlich, warum Kindersicherungen noch nicht Standard für Hausfenster sind", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Institutes "Sicher Leben".

"Sicher Leben" fordert daher, Kindersicherungen durch entsprechende Änderungen in der Bauordnung zur Standardausstattung neuer Hausfenster zu machen, sofern sie nicht bereits durch Klappmechanismen für Kinder sicher gemacht wurden.

"Sicher Leben"-Sicherheitstips:

Kindersicherung nachträglich einbauen

Gute Kindersicherungen verhindern nicht nur, daß Fenster weiter als 10 cm geöffnet werden können, sondern auch das Schließen: Dadurch können sich die Kleinen nicht die Finger einklemmen, wenn sie das Fenster zudrücken.

Kindern keine Aufstiegshilfe geben

Leicht bewegbare Gegenstände wie Tische oder Sessel aus dem Fensterbereich oder von Balkonen verbannen. Balkongitter so anordnen, daß die Sprößlinge nicht an ihnen hochklettern können, z.B. keine Querlatten. Abstand der senkrechten Stäbe nicht größer als 12 cm. Gefährliche Geländer mit Holz oder dickem Markisenstoff verkleiden.

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